THEMA: Angola-Visum für Deutsche Individualtouristen
12 Okt 2017 10:56 #492332
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  • lilytrotter am 12 Okt 2017 10:56
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Angola-Visum für Deutsche Individualtouristen

Vorab:
- Als unerfahrener Individualreisender in Afrika sollte man lieber erst einmal mit anderen Afrikanischen Staaten beginnen, bevor man sich auf eigene Faust nach Angola aufmacht.
- Die Personengruppe „Unerfahrene, die zuvor noch nie Europäische Verhältnisse verlassen haben“ sollte vielleicht überhaupt von einer selbstorganisierten Angolareise Abstand nehmen.
- Erfahrene Reisende nehmen den aufwändigen Visa-Antrag gelassen und erledigen stoisch alle erforderlichen Punkte.



Ein Visum für Angola zu bekommen, ist nicht von irgendwelchen „Zufällen“ abhängig, wie es nach Jahren hier noch immer wiederholt wird. Es ist von den Bedingungen abhängig, die die souveränen Staaten stellen und die auf diplomatischem Wege, mehr oder weniger, zwischen den Staaten abgestimmt werden.

Das einzige, was ein wenig kompliziert ist, ist die Tatsache, dass man wiederholt falsche Behauptungen über die Bedingungen für die Erteilung eines Touristenvisums liest und dadurch immer wieder Verunsicherung geschürt wird, was denn nun für einen selbst gilt.
Immer wieder werden Erfahrungen aus anderen Visum-Bereichen, die anderen Bedingungen unterliegen, mit denen des Individualtouristen gleichgesetzt oder Gehörtes und Angelesenes aus dem südlichen Afrika auf Deutsche Bundesbürger übertragen und als allgemeingültig dargestellt.
Seit vielen Jahren ist das so. Leider.
Warum? Da mache sich jeder sein eigenes Bild.
Aktuell beziehe ich mich auf ungereimte Aussagen zur Visum-Erteilung aus diesem Thread www.namibia-forum.ch...tschen.html?start=18
und den Wunsch des Thread-Erstellers, die Visum-Frage in einem Extra-Thread zu behandeln.



Zur großen VISA-FRAGE, hier also noch einmal eine klärende Zusammenfassung:

Man beantragt sein Touristen-Visum für Angola sinnvoller Weise persönlich beim Generalkonsulat der Republik Angola in Frankfurt, denn die Bearbeitung geht dort schneller und sie nehmen 150 Euro/per Visa und nicht 200 Euro, wie die Angolanische Botschaft in Berlin.

globenomaden schrieb:
Touristenvisum

Vorzulegende Unterlagen:

1- An das Generalkonsulat der Republik Angola in Frankfurt am Main gerichteter Schreiben, zwecks Beantragung des Visums. Nachstehende Angaben zum Begünstigten sollten enthalten sein:

Vollständiger Name;
Staatsangehörigkeit;
Eltern (Name und Staatsangehörigkeit);
Geburtsdatum;
Nummer ,Gültigkeit und Ausstellungsort des Passes;
Grund und Dauer der Reise

2- Antragsformular, ordnungsgemäß ausgefüllt und vom Antragsteller oder Begünstigten unterzeichnet;

3- Zwei aktuelle biometrische Fotos mit weißem Hintergrund;

4- Internationaler Impfpass;

5- Reisepass im Original mit mind. 6 Monaten Gültigkeit und Kopien der Seiten, aus denen die Reisebewegungen

ersichtlich sind;

6- Fotokopie des Hin- und Rückflugtickets in die Republik Angola.

7- Nachweis über den Besitz ausreichender finanzieller Mittel in Höhe von USD 200,00 pro Aufenthaltstag in die Republik Angola und die Verfügung einer Unterkunft in Angola.

1- Dieses Visum wird zu Freizeit-, Kultur- Tourismus- oder zu familiären Zwecken gewährt;

2- Dieses Visum muss innerhalb von 60 Tage nach Ausstellungsdatum benutzt werden und gilt für 60 Tage Aufenthalt in der Republik Angola. Es darf zwei Mal verlängert werden;

Dem ist nichts hinzuzufügen.
> link www.namibia-forum.ch...tschen.html?start=18


Liest man sich das genau durch, wird man feststellen, welche Bedingung fehlt...
Genau, - die eines Einladungsschreibens!
Das braucht man nämlich nicht, als persönlich beantragender Deutscher Bundesbürger.

Und das deckt sich mit dem, was schon 2014 auf der HP des Generalkonsulates stand und nach dem wir uns in der Beantragung Anfang 2015 gerichtet haben. Es ist wörtlich auch aktuell derselbe Text.
Quelle: HP des Generalkonsulates www.generalkonsulat-.../Touristenvisum.html

Schon 2014 schrieb der Fomi capekiter, der auch schon zuvor des Öfteren in Angola war, dass für persönlich beantragende deutsche Individualtouristen noch nie ein „Letter of Invitation“ für ein Visa gefordert wurde!
link: www.namibia-forum.ch...er-etc.html?start=36



Grundsätzliches zu Gesprächseinladungen einer Landesvertretung bei Visum-Antrag:
Schon immer haben sich Landesvertretungen (Botschaft/ Generalkonsulat) das Recht vorbehalten, im Bedarfsfalle den Antragsteller eines Visum zu einem Gespräch einzuladen. Das ist auch bei anderen Botschaften so üblich, wenn sie eine besondere Klärung wünschen.
- Beantragt man sein Visum nicht persönlich, sondern über eine Agentur, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit dafür.
- Hat man in seiner Vita bestimmte Auffälligkeiten, ebenfalls.
- Plant man, in einem Land, das ein hohes Kontrollbedürfnis hat, zur Übernachtung nur wild zu stehen, um Geld zu sparen oder aus welchen Gründen auch immer, ebenfalls.
- Ist man ein gewöhnlicher Durchschnittsbürger der BRD (zu anderen Nationalitäten kann ich nix sagen) und hat einen korrekten und in sich schlüssigen Antrag gestellt und seine Hotels/Campingplätze angegeben, ist es der Normalfall, dass keine Einladung zu einem Gespräch erfolgt. Offene Fragen werden ggf. am Telefon geklärt und die gewünschten Erklärungen/Nachweise gegeben. Denn auch das passiert: Wir hatten etwas vergessen, da haben sie uns ganz einfach und freundlich angerufen und uns gebeten, das nachzureichen. Kein Problem.

Visa beantragen ist keine Hexerei.
Man kann sich die Kosten für eine Agentur getrost sparen.

Allerdings:
Im eigenen Interesse und für einen reibungslos funktionierenden Ablauf zur Erteilung eines Visum können wir nur wiederholt raten, seine genaue* Reiseroute mit seinen geplanten Übernachtungen dem Antrag beizulegen! Hotels und Campingplätze mit Namen! Es sollte eine in sich schlüssige und genau nachvollziehbare Route sein, je verständlicher desto weniger Fragen.
Wir, z.B., haben unsere Route zusätzlich mit den Übernachtungen auf einer hübschen kleinen Angola Karte (nicht T4A) eingezeichnet und das wurde nicht nur akzeptiert sondern gelobt.
Man sollte dabei bedenken, das die zuständigen Mitarbeiter der Auslandvertretung auch nur das verstehen wollen, was man ihnen erzählt, damit sie beurteilen können, was man plant!
Gibt man allerdings bei der Visa-Beantragung an, man plane, keine Hotels/Campingplätze zu nutzen und wolle nur „wild“ im Land übernachten, ruft das berechtigter Weise Sorgen und Mistrauen der Behörden/der Botschaft hervor. Man stört damit außerdem auf empfindliche Weise deren Kontrollbedürfnis. Folglich werden Nachfragen wohl unvermeidlich sein, wahrscheinlich in der Form einer Einladung zu einem Gespräch. Dem sollte man dann Folge leisten, denn eine solche Einladung ist nichts, das man folgenlos absagt...



Weitere Infos unter Angola hier im Forum, u.a.
siehe unter: globenomaden
und Visum: „Einladung“ www.namibia-forum.ch...html?start=12#396324
und Angola Reiseinfo von 2015: www.namibia-forum.ch...eine-reise-wert.html

Gruß lilytrotter


*was nicht bedeutet, dass man sich auf der Reise sklavisch daran halten muss!
Letzte Änderung: 12 Okt 2017 11:10 von lilytrotter.
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12 Okt 2017 11:41 #492339
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Ein Visum für Angola zu bekommen, ist nicht von irgendwelchen „Zufällen“ abhängig, wie es nach Jahren hier noch immer wiederholt wird. Es ist von den Bedingungen abhängig, die die souveränen Staaten stellen und die auf diplomatischem Wege, mehr oder weniger, zwischen den Staaten abgestimmt werden.

Kleine Anmerkung
Das trifft nur zu, sofern man das Visum im europäischen Heimatland vorab beantragt, also für Touristen, die kurz mal Urlaub machen wollen in Angola.
Muss man das Visum während der Reise irgendwo in Afrika organisieren, dann sind da mehr als 50 % "Zufälle" , viel Glück und Verhandlungsgeschick im Spiel.

Gruss Turi
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12 Okt 2017 12:02 #492344
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Hi zusammen,

ich will diesen Thread keinesfalls missbrauchen, sondern nur eine kleine Info dazu liefern. Derzeit werden (so habe ich es von sicherlich 10 Fahrzeugvermietern im Land gehört) die Verleiher in Namibia von Anfragen nach Angola-Überfahrten überhäuft. Fast alles stammt von Deutschen. Es scheint also irgendwie einen Angola-Reise-Boom in Deutschland zu geben (das können vielleicht die vor Ort besser erklären, woran das liegen mag). Es gibt kaum einen Vermieter der eine Überfahrt nach Angola erlaubt, was v.a. daran liegt, das kaum eine namibische Versicherung das abdeckt. Aber was ich eigentlich sagen wollte: Die angolanische Botschaft hier hat angedeutet, dass das Reisen nach Angola für Touristen (v.a. aus der EU) in naher Zukunft (2018, 2019, er weiß das schon) deutlich vereinfacht werden soll. Ob das nun über ein eVisum, Visum an der Grenze oder so gehen soll, weiß ich (und wahrscheinlich auch die staatlichen Stellen) aber nicht.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Reisen 2018–2020: Deutschland (2x), Ghana, Katar, Lesotho, Malediven, Mosambik, Sierra Leone, Südafrika (3x), Swasiland, Tschechien
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es ist doch informativ und erweiternd
– allerdings haben noch nie Namibische Autovermieter ihre Fahrzeuge nach Angola gelassen.
Einheimische namibische Agenturen wenden sich gern an angolanische Partner, z. B. Eco-Tours, denen Zuverlässigkeit bescheinigt wird, die allerdings nicht grad kostengünstig sind. Sie haben in Angola die „Pole-Position“ – auch im Kissama NP.

Man kann ja auch nach Luanda fliegen und sich dort ein Fahrzeug mieten.
Würden wir so machen, wären wir auf ein Mietfahrzeug angewiesen.
Das spart auch die elend lange Anfahrt ab Windhoek bis zur Grenze. Das sind ja auch so bummelig 4 Fahrtage, Hin- und Zurück.
Die meisten Touristenattraktionen im Westen Angolas kann man mit dem PKW ab Luanda recht gut erreichen. Die Angolanische Namib (im äußersten Südwesten) müsste man auslassen (gut erreichbare Namib in allerschönsten Variationen gibt es in Namibia ja genug :)
Aber wie schon oben erwähnt, sind Reisen in Angola für Unerfahrene nicht zu empfehlen.

Gruß lilytrotter
Letzte Änderung: 12 Okt 2017 14:13 von lilytrotter.
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13 Okt 2017 13:08 #492474
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Ergänzend zu meinen obigen Infos wäre noch zu erwähnen:
Weder bei den Grenzübergängen noch bei (mehreren) Polizeikontrollen (zwei Fahrzeuge, unabhängig voneinander) und nicht einmal bei den beiden ernstzunehmenden Korruptionsversuchen von Polizisten wurde nach einem „Letter of Invitation“ gefragt.


@ Turi
Ja, darüber habe ich schon mehrfach gelesen, dass es für die Leute, die auf der Westroute runterkommen z.T. Probleme gibt und sie nicht einmal ein vollwertiges Visum (30 Tage) sondern dann grad mal ein 7tägiges Transit-Visum erhalten, - mit dem man touristisch nicht wirklich etwas abfangen kann... - außer sich beeilen“ oder vielleicht in Luanda einen Antrag auf Verlängerung zu stellen. Sehr ärgerlich.

Aber globenomaden beschrieb grad einen positiven Fall von der Angolanischen Botschaft aus Lusaka!
www.namibia-forum.ch...a-lusaka.html#478209

Gruß lilytrotter
Letzte Änderung: 13 Okt 2017 13:12 von lilytrotter.
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hallo Lilytrotter
Wir haben das versucht ab Bamako in Mali, geklappt hat es dann erst in Pointe Noire.
Der Ambassadeur sowie dessen Sekretärin waren sehr freundlich und hilfsbereit und wir bekamen nach Jahren wieder mal ein Visum und das für 30 Tage.
Bedankt haben wir uns erst nach Erhalt mit einem Taschenmesser, mit der Bitte, dass 2 Paare die ein paar Wochen hinter uns wären das Visum auch erhalten würden.
Hat alles winderbar geklappt.
Hätten wir dort das Visum nicht erhalten, war die letzte Embasy, hätten wir über Lubumbashi nach Zambia müssen. :woohoo:
Gruss Turi
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