THEMA: Auf der Suche nach „piet-my-vrou"-Sambia Nov 2019
02 Feb 2020 10:53 #579106
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  • chrissie am 02 Feb 2020 10:53
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Prolog:
Sambia oder genauer gesagt der South Luangwa Nationalpark reizte mich schon seit längerem. 2018 wollten wir ihn dann im Rahmen einer Rundreise ab Johannesburg besuchen, haben dann aber schnell gemerkt, dass der SLNP selbst bei 3,5 Wochen Zeit von Johannesburg aus zu weit entfernt liegt, wenn man nicht nur „on the road“ sein will.
Da wir letztes Jahr „nur“ drei Wochen zur Verfügung hatten, war klar, dass wir von Kasane (Botswana) aus starten werden, auch wenn dies mit höheren Kosten für den Flug und den Camper verbunden war. Den Hilux Bushcamper hatten wir uns schon im Oktober 2018 dank des Verkaufstalents von Herrn Lehmann/ Kwenda - deutsche Vertretung von Bushlore („sichern Sie sich die Preise von 2018 für 2019, ab 11.11. Nebensaison, können Buchung verschieben, falls notwendig“) reservieren lassen, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal unsere Urlaubsplanung bei unseren Arbeitgebern stand.
Entgegen meiner üblichen Praxis habe ich mir bis August aus diversen Gründen keine großen Gedanken zur näheren Route gemacht, nur der SLNP war gesetzt.
Dass wir zu Beginn der Regenzeit unterwegs sein würden, machte die Planung nicht leichter. Ein mögliches Ziel, dass Chimfunshi Wildlife Orphanage schied jedoch aus, nachdem ich bei den letzten News vom Hupe Verlag gelesen hatte, dass diese keine Schimpansen-Walks mehr anbieten. Einerseits war ich traurig, denn ich hatte die Biografie „Ein Garten voller Schimpansen“ von Sheila Siddle, der Gründerin des Waisenhauses gelesen und hätte es nun gern selbst gesehen, andererseits gut, denn es liegt fast an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und somit „weit ab vom Schuss“, zumindest wenn man nur drei Wochen Zeit hat.

Bei Freshy, die im September Sambia bereist hatte, informierte ich mich ausführlich – vielen Dank noch mal, auch an deine bessere Hälfte. Darüber hinaus baten wir im Vorfeld ihrer Reise, uns einen kleinen Bestand an Kwachas mitzubringen sowie die SIM-Karte von Otjikoko.

Da wir seit unseren Grenzerfahrungen in Beitbridge 2018 an einem „Grenztrauma“ leiden, zogen wir für unsere Routenplanung den Umweg über Namibia in Betracht, da dieser Grenzübergang übersichtlicher als der Grenzübertritt von Kazungula per Fähre nach Sambia sein sollte. Freshy empfand den Grenzübertritt von Namibia aus nicht unbedingt angenehm, aber wir blieben bei unserem Entschluss, da dies den Vorteil hatte, halbwegs eine Rundreise zu machen.

Unsere Route sah im Groben so aus:

Kasane – Katima Mulilo – Whispering Falls – Mongu – Kafue NP - Lusaka – SLNP- Lusaka – Livingstone - Kasane

Gruss Chrissie
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02 Feb 2020 11:06 #579108
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Hallo Chrissie,
da ist er ja, dein Reisebericht. Ich bin gespannt, wie es euch ergangen ist.

Viele Grüße
freshy
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02 Feb 2020 11:43 #579115
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Hallo Chrissie

Ich bin sehr gespannt auf euren Reisebericht. Sambia ist uns noch völlig unbekannt...

Und "piet-my-vrou" haben wir dieses Jahr im November zum ersten Mal gehört (in Bonnievale, Western Cape), aber leider nicht zu Gesicht bekommen :huh:

Gruss
Stefanie
Letzte Änderung: 02 Feb 2020 11:51 von @Zugvogel.
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02 Feb 2020 11:48 #579117
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Oh wie schön, Chrissie, daß Du uns berichtest! Ich freue mich auf mehr!
Viele Grüße aus dem Dauergrau im Habichtswald
Friederike
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03 Feb 2020 18:29 #579260
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Schön, dass es ein paar Interessenten gibt.

@Zugvogel
Nach ein paar Tagen in Sambia war der Ruf unser ständiger Begleiter. Zu Gesicht bekommen haben wir ihn nur einmal.

09.11. / 10.11. 2019 Flug TXL-LHR-JNB-Kasane
Bevor wir am späten Vormittag zum Flughafen fahren, sehe ich mir die Wettervorhersage für Kasane und Katima Mulilo an. Leider sind Schauer für Montag und Dienstag vorhergesagt. Hoffentlich wird der Regen nicht unser ständiger Begleiter. :unsure:

Da wir online eingecheckt haben, stellen wir uns bei der Gepäckaufgabe an. Mir schwant Böses, als ich auf dem Monitor die Laufschrift sehe, dass Handtrolleys von den Gruppen 4 und 5 aufgegeben werden müssen. Schade, dass wir erst auf dem Rückflug den „Bronzestatus“ erhalten.
Die Dame beim Check-In bestätigt, dass wir die Trolleys aufgeben müssen. Ich weise sie darauf hin, dass wir unsere Wertsachen wie Fernglas, Camcorder und Fotoapparat darin haben. Bis auf Laptop können wir es wohl aufgeben. Auf meine Frage, was passiert, wenn es wegkommt, heißt es lapidar, dass die Fluggesellschaft versichert sei. Wir könnten es riskieren, mit zwei Trolleys zum Boarding zu gehen, aber sie könne nicht garantieren, ob wir ihn mitbekommen. Ich hinterfrage leider nicht, ob das bedeutet, dass er auch durchgecheckt würde oder ob er ganz zurück bliebe. So geben wir mit ungutem Gefühl den Trolley mit Fernglas, Vogelbuch und Kleinigkeiten wie Sonnenbrillen auf. Hoffentlich erhalten wir den Inhalt des Trolleys in Kasane komplett wieder. :ohmy: Wenn der Trolley nur bis London durchgecheckt werden würde, würde ich mir keine großen Gedanken machen, aber gerade der Flughafen von Johannesburg ist berühmt-berüchtigt für Diebstähle aus Gepäckstücken. Später ärgere ich mich, dass wir nicht wenigstens das Fernglas in einen Stoffbeutel, den wir dabei hatten, gepackt haben.

Mit etwas Verspätung heben wir um 13 h ab. In London haben wir mehr als 4 h Aufenthalt, so dass uns das nicht nervös werden lässt. Christian döst ziemlich schnell, ich versuche es auch, leider mache ich mir zu viele Gedanken wegen des Trolleys.

Auf dem Flug nach Johannesburg sehen wir uns „The Lion King“ an, eine schöne Einstimmung auf den Urlaub. :)

Auch in Johannesburg haben wir mehr als 4 h Aufenthalt, so dass wir der langen Warteschlange bei der Passkontrolle gelassen begegnen. Anschließend wollen wir uns noch mit ein paar Rand versorgen. Bei Travelex gibt es zwei Geldautomaten, da wir keinen anderen finden, wollen wir dort Geld abheben. Erst spät wird angezeigt, dass 150 Rand Gebühren berechnet werden. Geld bekommen wir jedoch keins, der Automat hat offensichtlich kein Geld, denn der Mann nach uns erhält auch kein Geld. Er kenne das schon, sagt er uns, mal gäbe es Geld, mal nicht. Wir vertreiben uns die Zeit und stöbern in den Geschäften und trinken einem Kaffee.


Der Tequila muss ja ein teuflisches Zeug sein? :silly:

Der Weiterflug mit SA Airlink ist angenehm.





Das Äußere der Lunchboxen ist eine Augenweide, und es schmeckt auch gut.








Viel mehr Maschinen landen in Kasane wohl nicht

Nach der Landung laufen wir zur Flughafenhalle. Schon bevor wir durch die Passkontrolle durch sind, sehen wir, dass unsere drei Gepäckstücke auf dem Laufband sind. Sofort wird der Trolley inspiziert: das Fernglas ist auch dabei, puh, was bin ich erleichtert. :)

Sowohl die erste als auch die letzte Nacht haben wir eine feste Unterkunft, denn es macht sich immer besser, in einem Zimmer das Gepäck entsprechend zu sortieren als im Freien, wo man Paviane und Meerkatzen im Auge behalten muss.

Wir hatten Kasane Self Catering im Vorfeld gebeten, uns einen Taxitransfer zum Hotel zu organisieren. Ein Taxifahrer steht schon mit unserem Namensschild da. Da wir keinen Geldautomaten sehen, bitten wir den Fahrer, an einem ATM zu halten, was er auch macht.

Kurz nach 14 h erreichen wir Kasane Self Catering. Kathy empfängt uns und zeigt uns unser Zimmer „ Ouma se plekkie“. Auf den ersten Blick ist das Zimmer ok, bei näherem Hinschauen sehe ich, dass der Mikrowelle eine Reinigung gut täte, aber alles andere ist ok. Neben den üblichen Portionspackungen von Tee und Kaffee gibt es noch ein Glas mit Rusk, einen Teller mit vier selbstgemachten (?) Keksen sowie eine Karaffe Sherry.


Von innen habe ich leider keine vernünftigen Aufnahmen :pinch:

Wir machen uns frisch, dann gehen wir zum nahe gelegenen Spar Supermarkt, um ein paar Getränke sowie eine Kleinigkeit zum Abendessen zu kaufen. Schon am Flughafen sah der Himmel sehr bewölkt aus, jetzt kommt in der Ferne eine dunkle Wand und Donnergrollen hinzu, und es tröpfelt leicht.

Nachdem wir auf der Terrasse gegessen haben, gehen wir zur hauseigenen Plattform am Chobe, von der uns Kathy erzählt hat. Wir bleiben nicht lange, da wir befürchten, dass es stärker zu regnen anfängt.





Von unserer Terrasse aus können wir neben einem Buschbock noch ein paar Webervögel, Weißbrauenrötel und Paradies Flycatcher beobachten, vor allem letztere lassen sich kaum fotografieren, da sie immer dicht im Blätterwerk drin sitzen. Der Verkehrslärm ist zu hören, aber die Zikaden bemühen sich redlich, diesen zu übertönen.







Wir legen uns ein Stündchen hin, dann sortieren wir das Gepäck. Obwohl ich sehr müde bin, kann ich noch nicht schlafen und blättere noch in einigen Broschüren und Zeitschriften, die im Zimmer ausliegen. Morgen übernehmen wir dann unser „rolling home“.
Übernachtung: Kasane Self Catering
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05 Feb 2020 17:39 #579375
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11.11.2019 Kasane – Katima Mulilo (Namibia)
Wir werden früh wach. Da wir bis zur Übernahme des Autos um 8:30 h noch viel Zeit haben, gehen wir zur Plattform am Chobe. Sogar ich Frostbeule finde es mit kurzer Hose und Top angenehm :lol: . Leider ist am Fluss nicht viel los. Man hört viele Vögel zwitschern, sieht sie aber bis auf vereinzelte Weißbrauenrötel, Webervogel, Frankoline und Kormoran nicht. Christian entdeckt einen Mausvogel, aber kurz nachdem ich ihn auch gesehen habe, fliegt er weiter :( . Dafür nerven uns einige Fliegen.
Von unserer Terrasse schreibe ich den Daheimgebliebenen, dass wir gut angekommen sind, dann warten wir auf den Fahrer von Bushlore.
Es sind ca. 20-25 Minuten Fahrt zu Bushlore in Kazungula, auf der wir ein paar Impalas und Warzenschweine sehen. Dort werden wir von Amos empfangen. Mit einer Angestellten gehen wir den Papierkram durch, dann lassen wir uns von Amos alles erklären und kontrollieren das Auto und die Campingausstattung. Da beim letzten Mal eine Schraube beim Tisch gefehlt hat, bauen wir auch den Campingtisch auf. Leider werden wir nicht stutzig, dass der Haken bei den Schienen für den Tisch statt mit einem Sicherungsstift mit Kabelbinder versehen ist, aber bei den vielen Details, auf die man bei einer Übernahme achten sollte, geht es unter. Christian lässt den linken Hinterreifen wechseln, da er an der Seite eine Schnittstelle hat und das Profil nicht ausreichend ist. Ich glaube, Amos und seine Crew machen drei Kreuze, als wir nach mehr als 2,5 h endlich vom Hof fahren :whistle: .

Die Aufnahme entstand Tage später, bei der Übernahme des Fahrzeugs hatten wir dafür keine Zeit


Der Wagen hat 47.350 km auf dem Tacho

Da der Tank so gut wie leer und der Reifendruck noch auf dem Niveau für Sandpisten ist, fahren wir zur Tankstelle. Auf dem gleichen Gelände sind Choppies und ein ATM, wo ich Wasser für die Fahrt kaufe und noch Geld abhebe, denn – auch wenn wir daran noch nicht im Entferntesten denken wollen, benötigen wir für die letzten Tage und für die Fährfahrt wieder Pulas.
Am Gate für den Transit durch den Chobe Nationalpark müssen wir aussteigen, um uns zu registrieren. Unser Glück, denn mir fällt auf, dass der Tisch schon zur Hälfte aus den Führungsschienen herausragt :pinch: . Das hätte nicht nur für einen Radfahrer oder Fußgänger böse enden können. Christian fixiert ihn mit dem Sicherungsstift des Wasserhahns.
Bei der Fahrt auf der Transitstrecke durch den Chobe Nationalpark sehen wir keine Tiere. Der Grenzübertritt nach Namibia dauert eine halbe Stunde. Es wäre noch schneller gegangen, wenn wir auf den Mitarbeiter von der Immigration nicht hätten ein Weilchen warten müssen, obwohl er von seiner Kollegin mehrfach gerufen wird. Er steht hinter dem Gebäude und will offensichtlich sein Schwätzchen nicht vorzeitig beenden. Bis auf 308 NAD road tax müssen wir keine Gebühren etc zahlen.

Uns fällt auf, dass es vergleichsweise sauber am Straßenrand ist. In Katima besorgen wir uns Namibia-Dollar und machen einen Großeinkauf bei Pick n Pay. Eigentlich wollen wir hier auch Alkohol kaufen, aber ein Junge, der unseren Einkaufswagen zurück geschoben und dafür von uns etwas Kleingeld erhalten hat, fordert vehement zehn Namibia Dollar. Da ich Bedenken habe, ob er nicht aus Frust unser Auto beschädigt oder ähnliches, bestehe ich darauf, dass wir weiterfahren. Wir parken bei Shoprite, Christian besorgt dort Alkohol.
Dann fahren wir zum Campen zur Namwi Island Lodge. Ein Mitarbeiter, vielleicht ist es auch der Eigentümer, zeigt uns auf dem Campingplatz die beliebtesten Plätze. Wir wählen einen Stellplatz am Fluss.
Bis auf das Foto vom Sonnenuntergang entstanden alle Bilder am nächsten Morgen, aber da es morgen mehr Fotos gibt, habe ich mich entschieden, sie heute reinzusetzen.








Blüte vom Leberwurstbaum



Wir räumen im Auto auf und verstauen die Einkäufe. Dann regnet es zu stark, und wir setzen uns ins Auto, essen Pizza und trinken Hunters. Als der Regen nachlässt, gehen wir zum Duschen. Es sind noch angenehme 27 °C.
Bei Froschkonzert und sporadischem Hundegebell schlafen wir ein.
Übernachtung: Namwi Island Campsite, 400 NAD
Tageskilometer: 149
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