THEMA: Trinkwassernotstand naht - was bedeutet das!
07 Mai 2019 09:47 #555667
  • lilytrotter
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  • lilytrotter am 07 Mai 2019 09:47
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el-commandante schrieb:
Der Farmer vom Sachsenheim (Etosha) hat mir gesagt, in der Regenzeit sind nur 100mm Regen gefallen und er muss seinen rinderbestand verkleinern

Jeder kluge Farmer reduziert seit Monaten seine Bestände, so wie es die Verbände und das Ministerium schon vor 2 Monaten empfohlen hat.
In der Region Khorixas/Anabeb haben wir große Viehherden und Kleinviehherden wie nie zuvor gesehen... man kann niemanden zwingen...
Auf der Kleinen Serengeti und der Beesvlakte ist nur noch Bull-Dust, enorme staubgefülte Windhosen ziehen permanent über die Flächen, ein Elend, den Rindern stehen die Rippen raus...
Nördlich vom Waterberg trafen wir auf einen Treck von 90 Rindern, er war seit Wochen unterwegs, aus der Kamanjab-Region weit nach Osten, weil ihm dort Weidemöglichkeit zugesagt war... Den Kälbern ging es schlecht, die Schwächsten hatte er schon auf dem Hänger...


LucatheTraveler schrieb:
Gab es den wirklich so wenig Regen?
Ist das Okawango Delta auch zu trocken?

Es wäre ein kleines Wunder, wenn es dort nicht auch viel zu trocken wäre, zumindest vom Waterlevel des Okavango her (zu den aktuellen Niederschlagsmengen in Ngamiland weiß ich nichts).
Das Delta wird ja von weit her gespeist - und eben diese Region ist insgesamt von der Dürre betroffen.

So war bis Mitte März in Ruacana das Wehr (Kunene) noch nicht ein Mal geöffnet worden, weil der Stausee noch lange nicht voll war.
Der Okavango bei Rundu hatte Ende März mind. 2 Meter unter üblichem Pegel.
Der Zambezi bei Katima Mulilo mind. 2 Meter unter normal. Die Victoria Fälle sehen aus, wie Ende Oktober...
Der Kwando am Horseshoe mind. 1 Meter unter dem Level, den man sonst im Juli vorfindet...

Regen fehlt nicht nur in Namibia, er fehlt bis hin zum Hochland von Bié, in Angola, wo alle 3 Flüsse (außer dem Zambezi) entspringen. Sie haben auch im Süden Angolas eine ernste Dürreperiode (und offensichtlich auch im Westen Sambias).
Das bisschen Regen, das kommt, reicht nicht, um den Flüssen genug Wasser zuzuführen, - und wenn, dann füllen sie erst einmal die Stauseen in Angola bevor das Wasser die Flussläufe der Nachbarländer versorgt...
Sieht ganz schlecht aus...
:(
Letzte Änderung: 07 Mai 2019 10:05 von lilytrotter.
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07 Mai 2019 11:13 #555676
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  • Sasa am 07 Mai 2019 11:13
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Danke, Lillytrotter für den ausführlichen Beitrag. Da war mal ein Jahr etwas mehr Regen und schon geht das Bangen wieder los.
Ja, der Kampf ums Wasser, wird die größte Krise der Zukunft werden. Darüber werden zukünftig Kriege ausbrechen und Nestlé und Konsorten reiben sich die Hände.

Viele Grüße
Sasa
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016:
www.namibia-forum.ch...a-erstlingstour.html
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08 Mai 2019 07:58 #555721
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Premierministerin präzisiert Dürrehilfe – Notstand verlängert -

www.az.com.na/nachri...verlngert2019-05-07/

LG
Logi
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08 Mai 2019 09:56 #555732
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  • Yoda911 am 08 Mai 2019 09:56
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Ich möchte noch mal auf den ursprünglichen Titel des Threads zurückkommen "Trinkwassernotstand naht - was bedeutet das?". Hier mal meine Vermutungen bzw. Fragen, vielleicht können da mal die besser Informierten etwas beitragen?

- Klar ist mir, dass das gesamte Land (Ausnahme Flusszonen im Nordosten) in diesem Jahr voraussichtlich besonders trocken ("nichtgrün") aussehen werden.
- Ich gehe auch davon aus , dass die von uns Touris aufgesuchten Lodges und Campsites "auf dem Land" von den Rationierungen kaum betroffen sein werden, da die auf Brunnen / Grundwasser zugreifen, richtig?
- Etwas anders könnte das evtl. bei Unterkünften in Windhoek, Swakopmund, Lüderitz sein. Greift da eine Rationierung, ist die Verfügbarkeit von Wasser eingeschränkt?
- Auf Tierfarmen wird es voraussichtlich deutlich weniger Rinder, Ziegen etc. geben (müssen), das merken Touristen kaum, wenn sie nicht ausdrücklich auf einer solchen Farm zu Gast sind und sich mit dem Inhaber unterhalten?! Ich weiß z.B. von der Namtib Desert Lodge, dass die ihre Nutztiere weitgehend aufgegeben haben und nur noch kleinere Gruppen Antilopen auf ihrem Gebiet haben, weil die besonders genügsam sind.
- Die einheimischen Kleinfarmer insbesondere im dichter besiedelten Norden sind massiv betroffen, das kriegen die meisten Touris aber wiederum kaum mit.
- Wie steht es um Tiere im Etosha und im KTP? Sind die auch alle 'grundwasserversorgt' und halten sich darum nur verstärkt an den Wasserlöchern auf? Oder beeinträchtigt der Wassermangel indirekt durch den Grasmangel auch die Herdengrößen? Kommen z.B. Jungtiere erfahrungsgemäß schlechter über die Runden, so dass man diese weniger zu sehen bekommt?Beeinträchtigt das die Raubkatzen?
- Wie steht es mit den Wildtieren in den Nicht-Parkgebieten? Wird man voraussichtlich 'unterwegs' auch weniger Antilopen / Strausse / Giraffen / Wüstenelefanten / Garub-Pferde sehen können?

Christoph
Letzte Änderung: 08 Mai 2019 10:02 von Yoda911.
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- Etwas anders könnte das evtl. bei Unterkünften in Windhoek, Swakopmund, Lüderitz sein. Greift da eine Rationierung, ist die Verfügbarkeit von Wasser eingeschränkt?
So ist es. In Windhoek gilt ab 1.7. die zweithöchste Wassernotstandsstufe. Diese wird vermutlich für bis zu zwei Jahre aktiv bleiben... oder noch länger wenn es nicht mehr irgendwann mal regnet. Ebenso sind weitere Orte wie z.B. Okahandja und Gobabis betroffen, da diese das meiste Wasser aus Stauseen beziehen. ANders sieht es z.B. bei Swakopmund und WVB aus.
- Auf Tierfarmen wird es voraussichtlich deutlich weniger Rinder, Ziegen etc. geben (müssen)
Die NLU/NAU hat die kommerziellen Farmer zur Reduzierung um mindestens 50 Prozent aufgerufen.
- Die einheimischen Kleinfarmer insbesondere im dichter besiedelten Norden sind massiv betroffen, das kriegen die meisten Touris aber wiederum kaum mit.
bisher 70.000 verendete Nutztiere in kommunalem Land.
In beiden vorgenannten Fällen hilft der Staat mit Notfallprogrammen so gut es geht.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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Hallo Christoph,

ich bin eben über diesen Artikel gestolpert. Er könnte einige Deiner Fragen beantworten, zumindest bzgl. der Entwicklung auf lange Sicht.

Lieben Gruß
Katja
Do no harm, but take no shit.
1996: Maasai Mara * 2012: Etosha * 2015: Kruger * 2018: KTP * 2019: Namibia Rundreise * 2020: Mabuasehube
Reisebericht KTP 2018 - Biltong for Breakfast
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