THEMA: Namibia 2020 - Nach Hause Dank Rückholprogramm
16 Nov 2020 18:09 #598896
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helen schrieb:
...aber meine Familie war sehr froh, dass das alles geklappt hatte und ich dann doch noch wie geplant nach Hause kam. Ich bin sehr gespannt wie es bei euch weiter ging.

Wir selbst waren zwar auch ganz schön angespannt, aber tatsächlich hatte ich oft das Gefühl, dass unsere Lieben zu Hause noch aufgeregter waren als wir selbst... Jetzt geht es dann auch gleich weiter mit dem Bericht
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16 Nov 2020 18:15 #598897
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speed66 schrieb:
...Es Ist zwar Urlaub, hat aber eigentlich nicht wirklich was mit Erholung zu tun... richtiges Pech...

Da hast du leider recht :( Aber wir hatten bislang mit unseren Urlauben so viel Glück, dass man so einen "Griff ins Klo" auch mal wegstecken muss.

Vielen Dank für das Lob zur Spannung und das Mitfühlen :)
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16 Nov 2020 18:24 #598899
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Sonntag - 22. März 2020: Lage klären, Lodge genießen (Eagles Nest)
Wir haben nicht so gut geschlafen im schönen Desert Vista Chalet. Es war ziemlich warm und in unseren Köpfen wirbelten natürlich noch die schlechten Neuigkeiten von gestern herum. Ich erfreue mich trotzdem bei einem Kaffee auf unserer Veranda an dem sanften Morgenlicht, den jetzt noch angenehmen Temperaturen und der Ruhe am Morgen, die in diesem Jahr leider oft eine trügerische Ruhe vor dem Sturm ist.


Beim Frühstück hat die Wifi Connection natürlich direkt wieder höchste Priorität. Noch vor dem ersten Bissen fangen wir an, unsere Mailboxen und wichtige Webseiten zu checken. Entspannt ist anders! Noch gibt es keine relevanten News, also fahren wir zurück zum Chalet. Vielleicht ist das Hin- und Her zwischen dem Eagles Nest und dem Desert Horse Inn manchmal etwas umständlich, aber ich genieße die Fahrt eigentlich immer. Ich mag diese Landschaft und das Revier, das in diesem Jahr allerdings sehr trocken ist. Unterwegs sieht man meistens Tiere – aktuell insbesondere Wildpferde.






Was mich auch jedes Mal fasziniert, ist die schroffe Felswand, vor der die verstreuten Chalets so winzig erscheinen, dass man sie bei der Anfahrt regelrecht suchen muss.


Jetzt kosten wir erstmal die Stille der abgelegenen Anlage und die Aussicht von unserem Chalet richtig aus.


Ich fühle mich grade ein wenig gechillt, als mein Mann mich darauf aufmerksam macht, dass er komische Bisse oder Stiche an seinem Oberschenkel entdeckt hat. Es sind mehrere an einer Stelle, die rot und leicht blasig aussehen. Komische Dinger! Aber ich mache mir nicht allzu viele Sorgen, denn in der Regel „verabschieden“ sich Stiche bei ihm sehr schnell, während sie bei mir oft stark anschwellen und sich hartnäckig halten. Wir hoffen also, dass diese Stiche/Bisse sich ebenso plötzlich wieder verabschieden, wie sie aufgetaucht sind.

Mittags fahren wir zurück zum Desert Horse Inn, um News zu checken. Laut Lufthansa Portal haben wir eine leicht geänderte Verbindung am 27. März. Statt mit SAA geht es mit Air Namibia nach Johannesburg und dann mit dem LH Flug weiter. Super!!! Der Flug geht sogar 1,5 Stunden später, was die morgendliche Hektik entschärft und die Wartezeit in Johannesburg verkürzt :cheer: :cheer: :cheer: Wir sind zufrieden! Trotz der guten Nachrichten fehlt uns die Energie für einen Ausflug. So verbringe ich einen entspannten Nachmittag auf einer schattigen Liege am schönen Hufeisen-Pool - in Sichtweite meines Mannes, der die nette Veranda der Bar vorzieht. Irgendwie macht es ja auch Sinn, einfach vor Ort zu bleiben und von den Annehmlichkeiten der Lodge Gebrauch zu machen!


Der Sundowner und das pastellige Abendlicht werden dann wieder auf der Veranda des Chalets genossen, bevor wir zum Dinner zurück zum Restaurant fahren.




Heute wird der Salat aus Sicherheitsgründen nicht mehr als Buffet angeboten, sondern steht bereits großzügig portioniert auf dem Tisch.
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20 Nov 2020 17:13 #599282
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Montag - 23. März 2020 – Schrott gefiel uns schon mal besser (Garas Quivertree)
In der letzten Nacht haben wir besser geschlafen. Schließlich scheint unser Flug nun tatsächlich in trockenen Tüchern zu sein und wir sind zusätzlich über 3 Portale für Rückholflüge registriert. Mehr können wir nicht tun! Beim Frühstück treffen wir auch den sehr netten Lodge Eigentümer Piet Swiegers, den wir bislang etwas vermisst haben. Gestern sahen wir ihn nur kurz und ungewohnt angespannt durch die Rezeption huschen – eventuell schon im Corona-Krisenmanagement-Modus!? Wir finden, es macht schon einen Unterschied in dieser familiengeführten Gondwana Lodge, dass Piet immer den persönlichen Kontakt zu seinen Gästen sucht. Da jetzt kaum noch Gäste da sind, können wir sowohl das Gespräch als auch das Frühstück ausdehnen und etwas verspätet auschecken.

Vor der Abfahrt nutzen wir nochmal das Wifi in der Lobby zum Info Update. Inzwischen haben wir überlegt, dass es Sinn macht, für die neue Flugverbindung kostenpflichtig Sitzplätze zu reservieren (35€ / pP). Natürlich möchten wir unbedingt zusammen sitzen und das nicht grade an der Toilette. Hauptsächlich wollen wir allerdings durch die Reservierung bestätigen, dass wir unsererseits die geänderte Flugverbindung annehmen. Wir geben alle notwendigen Daten ein und erhalten kurz darauf eine Bestätigungsmail. Das fühlt sich sehr gut an!!! :cheer:

Es ist schon wieder Mittag, als wir nach Keetmanshoop aufbrechen. Eigentlich hatten wir vor, noch eine Nacht an einen „Secret Place“ in dieser Gegend zu campen. Da wir dort keinen MTC Empfang hätten, verzichten wir lieber auf diese Station und die Auszeit vom Netz. Aufgrund der sich ständig überstürzenden Informationen haben wir das Gefühl, wir sollten besser immer up to date und erreichbar sein. Außerdem wollen wir uns lieber etappenweise in Richtung Windhoek begeben, damit wir den Airport bei Bedarf schnell erreichen können.

In Keetmanshoop wird noch ein kleiner Einkauf erledigt. Früher fand ich die Stimmung und das Angebot in der Stadt immer unbefriedigend. Inzwischen ist es deutlich besser geworden und es gibt sogar einen sehr schönen und ausgezeichnet sortierten Tops Bottle Store. Außerdem entdecken wir eine riesige, supermoderne Apotheke, wie ich sie aus Deutschland (zumindest aus unserer kleinen Großstadt) nicht kenne. Hier decken wir uns schnell mit einem kleinen Nachschub an Magen- / Darmmedikamenten ein, die mein Mann leider noch immer braucht.

Für die heutige Übernachtung haben wir die Garas Campsite eingeplant. Wir waren vor vielen, vielen Jahren einmal hier und fanden den Platz mit seiner einfachen Ausstattung, der ungewöhnlichen „Schrott-Kunst“ und den schönen Köcherbäumen sehr charmant und originell. Jetzt sind wir ziemlich enttäuscht. Der Platz überzeugt uns nicht mehr und scheint uns für das Gebotene mit 150N$ pro Person auch zu teuer. Ich hatte gehofft, dass sie „Schrott-Kunst“ sich weiter entwickelt hat, aber es ist eigentlich nur der bereits bekannte Kram, der inzwischen teilweise müffelt :unsure: :ohmy: :unsure:








Zumindest die Dickpens scheinen sich auf den Kunstwerken sehr wohl zu fühlen und dürfen von mir aus auch gerne dort bleiben, was sie leider nicht immer tun….


Obwohl wir nicht so richtig überzeugt sind, bleiben schließlich doch hier. Da außer uns niemand da ist, campen wir auf dem Picknick Platz, der direkt am Sanitärblock ist und die besten Bäume hat. Immerhin ist die (neue?) Open Air Dusche herrlich.






Die Dickpens schauen allerdings auch gerne mal nach, was es auf unserem Platz so zu holen gibt… Solange sie nicht an unseren Zehen knabbern oder gar unseren Wagen entern, sind sie natürlich durchaus dankbare Fotomotive.




Schließlich reißt der Himmel reißt doch noch auf und beschert uns sehr schöne Wolkenformationen und Lichtspiele beim Sundowner.






Nachdem die Sonne untergegangen ist, sehen die Silhouetten der die Köcherbäume einfach traumhaft aus.






Das schöne Ausblick, unsere Pasta mit Knoblauch und ein guter Rotwein sorgen schließlich doch noch für „ausgeglichene Stimmung“ zum Tagesabschluss :) :) :)
Letzte Änderung: 20 Nov 2020 17:17 von Markandi. Begründung: Foto doppelt eingefügt
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22 Nov 2020 17:09 #599395
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Dienstag - 24. März 2020 – Tolle Landschaft und neue Hiobsbotschaften (Bagatelle)
Heute fahren wir weiter in Richtung Mariental. Die Fahrt ist ziemlich nervig, weil wir immer wieder den Reifen aufpumpen müssen. Das Ventil sitzt nicht optimal und kippt immer wieder zur Seite, so dass Luft entweicht. Das Problem hatten wir unterwegs schon einige Male, aber es hat sich nach einmaligen Aufpumpen des Reifens immer zurechtgeruckelt. Während der gestrigen Fahrt mussten wir allerdings schon häufiger den Kompressor anwerfen und heute halten wir alle paar Kilometer an.


Na toll :angry: Statt den Nachmittag auf einem schönen Platz zu genießen, können wir jetzt wahrscheinlich auch noch in Mariental noch in die Werkstatt fahren… Immerhin hat unser Reifenmonitor uns davor bewahrt, den Reifen kaputt zu fahren. Kurz vor Mariental hat das Ventil dann doch wieder seinen richtigen Platz gefunden und wir können uns erfreulicher Weise den „Ausflug“ in die Werkstatt sparen.

Eigentlich wollten wir heute gerne bei der Kalahari Anib Lodge campen, weil wir dort sehr lange nicht mehr waren und die Lodge relativ nah bei der Hauptstraße liegt. Nach diversen vergeblichen Telefon- und Mailversuchen haben wir aber am Morgen erfahren, dass die Campsite ausgebucht ist. Gut zu wissen, dass noch ein paar Leute außer uns unterwegs sind. Die Straßen hier im Süden sind so leer wie vor 20 Jahren. Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind die einzigen Bekloppten, die noch nicht „die Flucht ergriffen haben“. Als gute Campingalternative gibt es zum Glück ja auch noch Bagatelle - nur etwas weiter ab vom Schuss.
Auf Bagatelle ist wie immer wunderschön. Wir sind die einzigen Gäste auf der Campsite und die Kalahari Dünen sind traumhaft grün bewachsen.




Dieses Mal haben wir einen kleinen Plan bekommen, auf dem wir einen Sundowner Point entdecken, den wir noch nicht kennen und deshalb gleich in Augenschein nehmen. Herrlich! Diesen Platz mit dem großen Webervogelnest werden wir auf jeden Fall zum Sonnenuntergang ansteuern!


Abends fahren wir also zum Sundowner die Düne herauf.


Kurz vor dem Platz saust plötzlich ein Lodge Wagen die Düne herauf uns parkt oben. Oh, wie schade!!!! Wir packen trotzdem unsere Stühle aus und tragen sie die letzten Meter die Düne hoch und treffen auf zwei Lodge Angestellte mit zwei deutschen Praktikanten. Ein Angestellter erklärt uns, dass dieser Platz eigentlich für die bezahlten Sundowner Activities mit Gästen ist und fragt ob wir uns da anschließen wollen… Äh nein, wollen wir eigentlich nicht! Wir haben ja unsere eigenen Gin Tonics schon vorbereitet und der Platz ist ohne spezielle Hinweise auf dem Campsite Plan eingezeichnet. Deshalb sind wir davon ausgegangen, dass er für die Camper eingerichtet wurde. Das wäre bei einem Preis von 300 N$ pP ja auch durchaus drin... Mein Mann stellt unsere Stühle auf.


Ich diskutiere noch etwas, bis der nette Mensch irgendwann sagt: “Okay – you can join us with your own drinks!“ Also, alles bestens! :cheer: :cheer: :cheer:

Schließlich kommen die beiden Lodge Gäste mit einem Fahrer die Düne raufgekachelt – fast schon etwas spät für den Sonnenuntergang. Da es auch Deutsche sind, sind wir natürlich schnell in Corona Gesprächen und der Sonnenuntergang – der heute ohnehin nicht so spektakulär ist – wird fast zur Nebensache. Dann entdecken die beiden unsere Stühle und denken, dass diese für sie aufgestellt wurden. Sie sind begeistert und genießen sitzend den Ausklang des Sonnenunterganges.



Wir überlassen ihnen die Stühle gerne und freuen uns, dass wir auf diesem Wege quasi etwas dafür zurückgeben konnten, dass wir am Sundowner Platz bleiben durften. Inzwischen ist die Stimmung so entspannt, dass der Lodge-Mitarbeiter uns sogar noch einen Gin Tonic spendiert. Das finden wir ausgesprochen nett! :)

Als die Sonne versunken ist, quatschen wir noch weiter mit den anderen Gästen, die auch schon eine Corona-Odyssee hinter sich haben. Wir berichten glücklich von unseren Flügen am 27. März. Unsere Begeisterung wird aber schnell gebremst, als dir beiden uns mitteilen, dass in der Nacht vom 26. zum 27. März ein nationaler Lockdown in Südafrika in Kraft treten wird. Damit soll auch der Transit nicht mehr möglich sein! :ohmy: :huh: :ohmy:

Wir wissen zwar noch nicht, ob das wirklich gesicherte Informationen sind, aber mit der Ruhe ist es natürlich schlagartig vorbei :angry: :angry: :angry: Wieder hat uns eine neue Situation überrollt! Knapp daneben ist auch vorbei! Unser Flug wäre ja nur ca. 9 Stunden später gegangen! Wir sind in dieser Nacht wieder sehr aufgewühlt und der Schlaf wird zusätzlich durch viele Mücken gestört. Alles mal wieder nicht so erholsam…
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23 Nov 2020 11:05 #599434
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Markandi schrieb:
........Manchmal haben wir das Gefühl, wir sind die einzigen Bekloppten, die noch nicht „die Flucht ergriffen haben“. ...

Hallo Markandi,

Danke für den lebendigen Reisebericht, bin schon gespannt, wie es weitergeht.

Ich denke, den damaligen Stimmungsmix aus Neugier, Hilflosigkeit und ein wenig Angst vor dem Ungewissen kann nur jemand nachempfinden, der ihn auch miterlebt hat.

Mal sehen, vielleicht hatten wir ja den gleichen Rückflug ;)

Gruß
Peter
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