THEMA: Namibia 2002 Anfängerfehler oder oh nur eine Nacht
05 Apr 2020 23:22 #585480
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01.08.2002 Frankfurt Windhoek
(Original Kommentare aus dem Reisetagebuch sind in blauer Schrift)
Am 02.08.2002 ist es soweit. Wir landen nach einem sehr angenehmen Nachtflug mit der 747 Kombi Welwitschia und überraschend großer Beinfreiheit in Windhoek.





Die Passkontrolle dauert auch schon in 2002 recht lange. Unser bei Avis bestellter Polo mit Klima ist nicht verfügbar und so bekommen wir nach Nerven aufreibender Diskussion einen ohne. Morgen soll dann der richtige geliefert werden. Also ab nach Windhoek.
Was wir schon aus dem Flieger sahen, wirkt jetzt noch intensiver. Die Landschaft ist supertrocken und man fragt sich, wie Mensch und Tier hier überleben können. Auf den ca. 45 KM nach Windhoek sehen wir trotzdem etliche Paviane, bunte Vögel und Kerstin hatte aus dem Flugzeug heraus schon erste Antilopen gesichtet. Nach einiger Fahrt auf leeren Straßen kommen wir nach Windhoek, das einen trostlosen, kleinstädtischen Eindruck auf uns macht.

Vom Hotel Heinitzburg sind wir aber sofort restlos begeistert. Da unser Zimmer noch nicht fertig ist, setzen wir uns auf die Terrasse und versuchen zu kapieren, dass wir in Afrika sind. Auf dem Hotelgelände sehen wir schon einige bunte Vögel und sogar zwei Kolibris (!!!) und viele kleine Echsen.





Nach Bezug des hübschen Zimmers machen wir einen Spaziergang zur Independence Avenue, vorbei am Reiterstandbild und der Christuskirche und etlichen Holzschnitzern. Seltsames Gefühl, zwischen all den Farbigen herumzulaufen.







Nach Einkauf einiger Safariklamotten geht’s nach einem kleinen Lunch an den Pool. Mit meinem alten Nokia Knochen schrieb ich begeisterte SMS nach Deutschand.







Das ist unser erstes afrikanisches Tierfoto ever B)


Wir beobachten eine Murmeltier ähnliche Tierart, viele Vögel und einen Marder.
Im Restaurant der Heinitzburg essen wir in sagenhaftem Ambiente mit Blick auf die glitzernden Lichter Windhoeks ein klasse Viergangmenü. Dazu gibt es eine Flasche 1981er (!!!) Zonnebloem Cabernet Sauvignon aus einer Weinversteigerung.
Letzte Änderung: 05 Apr 2020 23:36 von casimodo.
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06 Apr 2020 23:05 #585593
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03.08.2002 WIndhoek / Anib Lodge

Original Reisetagebuch Zitate sind blau hinterlegt

Der Wecker klingelt früh.



Trotz frischen 10 Grad Frühstücken wir auf der Außenterrasse.



Schweren Herzens und neugierig auf das vor uns liegende brechen wir dann zeitig in Richtung Mariental auf. Mit Blick auf die trostlose Stadt Windhoek verfliegt der Abschiedsschmerz jedoch bald. Außerhalb erblicken wir gleich Massen von Pavianen. Der Straßenzustand ist unerwartet gut. Wir bekommen die ersten Eindrücke von der Weite Namibias.





Rehoboth war schnell erreicht, verdient aber kaum die Bezeichnung „Ort“. Auffallend waren die hohen Sicherheitsvorkehrungen im BP-Supermarkt. Die nächsten 150KM war die Strecke wenig abwechslungsreich. In Kalkfeld tanken wir. Unser Polo verbraucht fast nichts und der Sprit ist mit DM 0,80 (ja DM hat Kerstin 2002 kurz nach der Euro Einführung geschrieben) super billig. Ansonsten ist Kalkfeld noch trostloser als Rehoboth.
Am Hardap Damm sind wir von dem riesigen Stausee überrascht. Wir beobachten mit Vergnügen eine ganze Klippschliefer Sippe. Total knuffig !








Und genau diesen Baum suchten wir 2018 und fanden ihn auch wieder.





Gegen 14:00 Uhr erreichen wir die Kalahari Anib Lodge am Rande der Kalahari Wüste.



Bereits auf dem Weg dorthin passieren wir die erste rote Sanddünen. Nach dem Eingangstor sind die ersten 3 KM Sandpiste zu überwinden, ist aber kein Problem. Von der Lodge und den Zimmern sind wir begeistert ! Als spätes Mittagsmahl gibt es Salat und total leckeren geräucherten Springbock.
Um 15:15 Uhr soll es zu unserem ersten Game Drive losgehen, aber der Landy streikt und das Ersatzauto muss erst umgebaut werden. Nach einer Stunde kommt Ernst etwas abgehetzt mit dem Ersatz Landy und die rasante Fahrt beginnt.




Über sandige Wege geht es immer am Farmzaun entlang in die Kalahari hinein. Überall sind Webervögelnester und Termitenhügel.





Vereinzelt hüpft ein Springbock herum. Die Fahrt wird nun gemütlicher und wir sehen noch Kudus, Stausse und einige große Vögel (Anmerkung : vermutlich Kori Bustards). Die Landschaft ist in der Abendstimmung atemberaubend schön. Die ausgedorrten Gräser glänzen vor den roten Dünen, Webervogelnester bedecken Bäume, ansonsten ist die Landschaft weitläufig und von den langgezogenen roten Kalaharidünen geprägt.





Auf einer besonders hohen Düne treffen wir den zweiten Landrover und wir nehmen einen Campari O als Sundowner.





Die Sonne versinkt als glutroter Feuerball am Horizont, ein unvergesslicher Augenblick.









Genau hier wurde ich von der Afrikakranheit befallen. Ich kann mich noch so gut erinnern. Wir waren total begeistert !



Beim guten Abendeseen unterhalten wir uns mit unseren bayrischen Mitfahrern. Später setzt sich die Gastsgeberin Victoria zu uns und wir erfahren viele interessantes über Namibia und seine Probleme.
Letzte Änderung: 06 Apr 2020 23:37 von casimodo.
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08 Apr 2020 21:43 #585775
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04.08.2020 Kalahari Anib Lodge / Keetmanshoop
Original Reisebricht Zitate in blau

Aufstehen um 07:10, Waschen und ab geht es zum morgendlichen Gamedrive mit Ernst, den er uns als Ersatz für den verkürzten Drive am Vorabend versprochen hatte.





Wir sehen bei ganz anderer, aber ebenso schöner Stimmung wie am Vortag eine große Gnuherde, die bei unserer Ankunft panisch flüchtet. Die Sonne wirft fächerartige Strahlen durch die wenigen Wolken und die Gnuherde wirbelt beim Wegrennen eine kleine Staubwolke auf.





Nach ca. 40 Minuten sind wir wieder durchgefroren (5 Grad !!!) und essen mit Wonne das köstliche Frühstück. Leider haben wir hier nur eine Nacht gebucht und der Abschied fällt uns schwer. Diesen Satz habe ich glaube ich fast jeden Tag in das Reisetagebuch geschrieben ;)



Kerstin füllt etwas Kalaharisand ab. Es füllt heute immer noch ein Dekoglas mit Namibia Utensilien.



Wir entschließen uns, einen Umweg nach Keetmanshoop in Kauf zu nehmen und fahren über Stampriet durch das Auob Tal. Hier lernen wir die ersten Schotterpisten kennen. Die tolle Tafelberglandschaft entschädigt uns aber für die schlechte Straße.





Wir sehen viele lustige Erdmännchen (in Echt Hörnchen).



Die 70 KM Schotterstrecke geht zuerst wellig durch die Kalaharidünen, danach wird es aber völlig trostlos.





Die restlichen 170 KM nach Keetmanshoop sind trostlos. 2 Sekretäre sind die Highlights.

Keetmanshoop macht einen sauberen, ausgestorbenen Eindruck. Den Weg zur Pension Gessert finden wir gleich (jaja, ohne Navi ging das auch). Das Zimmer ist ganz neu und wir setzen uns für eine Stunde in den hübschen Innenhof und genießen die Sonne. Für Abwechslung sorgt der pfiffige Graupapagei, der sein Bestes gibt und mein Gepfeife nachmacht

Letzte Änderung: 08 Apr 2020 22:06 von casimodo.
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10 Apr 2020 09:03 #585869
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04.08.2020 Kalahari Anib Lodge / Keetmanshoop Köcherbaumwald (aber welcher?)
Original Reisebericht Zitate in blau

Um 16:30 Uhr raffen wir uns auf und fahren zum Köcherbaumwald, der etwa 20 KM ausserhalb liegt. Wir entschließen uns dazu, nicht den bekannten Köcherbaumwald zu nehmen, sondern wählen die Alternative ca. 20KM außerhalb der Stadt. EIne bessere Wahl hätten wir nicht treffen können. Wir biegen nach links von der Straße auf eine Schotterpiste ab und nach ca. einem Kilomater kommen wir an eine Anhäufung schroffer Felsen, zwischen denen die Köcherbäume wachsen.
Anmerkung: Ich habe keinen blassen Schimmer, wo wir da damels waren. Es war nicht der Giants Playground :dry:

Ein netter Farbiger bekommt 20Nam$ Eintritt von uns und wir stürzen uns ins Gelände. Ich frage, ob wir alleine sind. Die "Anderen" würden noch kommen. Diese Antwort sollte sich als falsch herausstellen. Völlig alleine erkunden wir die einzigartige Landschaftund sehen die Sonne in einem großen, roten Feuerball untergehen.





Wir können unser Glück kaum fassen und laufen wild fotografierend zwischen den Felsen herum, bis es fast dunkel wird.









Auf der Heimfahrt reden wir noch über unser Glück und denken an die Berichte anderer Reisender vom überfüllten Köcherbaumwald.
Es scheinen auch damals schon Gruppen unterwegs gewesen zu sein. 2020 war noch Science Fiction :P

WIr folgen dem Tipp aus dem Iwanowskis Reiseführer und fahren Schnurstracks ins Birds Mansion.
(verkürzt) Für knapp 50 D-Mark (!!!) gibts super Schnitzel, T Bone, 1 Flasche Wein, Eis und Kaffee.
Anhang:
Letzte Änderung: 10 Apr 2020 12:40 von casimodo.
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11 Apr 2020 09:24 #585967
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05.08.2002 Keetmanshoop / Canon Lodge
Original Reisebericht Zitate in blau

Nach einem liebevollen Frühstück und einem Tankstopp



geht es los in Richtung Grünau.
Ich weiß, das ist nicht die Tankstelle :kiss:

Wir entscheiden uns für diesen Umweg, weil wir so mehr Teerstraße fahren können und durch das Karas Gebirge kommen. Die Straße aus Keetmanshoop heraus geht wieder ewig lange geradeaus durch die mit ausgedorrtem Gras und kleinen Büschen bewachsene Steppe.








Vereinzelte Köcherbäume und einige sonderbar geformte Berge bringen etwas Abwechslung- Langsam tauchen am Horizont die Karas Berge auf.



Unterhalb erkennen wir ein Gebiet mit Sanddünen, ähnlich wie in der Kalahari. Die Landschaft wird immer spektakulärer.



In abwechselnden Farben und Formen tauchen nach Kurven immer wieder neue Formationen auf und wir sind begeistert ! Als wir vor einem Doppeltafelberg (???) ein großes Webervogelnest sehen, halten wir an.



Es wirkt ausgestorben, aber plötzlich kommt ein großer Schwarm der kleinen Vögel auf und verteilt sich schimpfend in den umliegenden Büschen. Fast jeder Piepmatz hat einen Stängel Gras zum Ausbau des Hauses im Schnabel. Langsam verlieren sie die Angst vor uns und fliegen flink in ihr Nest.



Im Bachlauf im roten Sand finden wir einen Stachelschweinstachel und rote Kristalle. Wir sind geflasht. In Grünau geht es dann auf eine Schotterpad, die durch rundgeschliffene Felsformationen immer an einer Bahnstrecke entlang führt.
Unsere Hoffnungen werden prompt erfüllt, denn plötzlich taucht ein Zug auf. Winkend lässt sich der Lokführer gerne fotografieren.




Ca. 18 KM hinter klein Karas (trostloses Kaff mit verfallenen Geisterhäusern) biegen wir auf die Pad in Richtung Fish River Canon ab.



Entgegen kommende Autos sehen wir schon von weitem an der Staubfahne. Hier heißt es ausreichend Abstand halten ! (Aha!) :blush:



Nachdem wir das Canon Roadhouse passiert haben, erreichen wir bald die Abzweigung zur Canon Lodge.



Im Hintergrund sieht man bereits trutzige Felsformationen - dort muss die Lodge liegen ! Die Pad wird katastrophal schlecht, doch der Anblick der Canon Lodge entschädigt für die Ruckelpiste. Eingebettet in Felsblöcke liegt eine Vielzahl kleiner holzgedeckter Steinhäuschen Das Haupthaus ist ein altes Farmhaus aus der deutschen Kolonialzeit. Vor dem Haus leuchtet eine große orangerote Fläche mit Blumen.



Einfach ein Gedicht! Wir bekommen unser Häuschen gezeigt - total super, urig, knuffig!

Letzte Änderung: 12 Apr 2020 10:27 von casimodo.
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12 Apr 2020 09:46 #586060
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05.08.2002 Keetmanshoop / Canon Lodge - Fish River Canon
Original Reisetagebuch Zitate sind in blau hinterlegt

Nach einem kurzen Rundgang brechen wir zum Fish-River Canon auf.





Die Pad wird immer schlechter. Armer, kleiner Polo ! Zu allem Überfluss müssen wir fast die ganze Tour hinter einem Rotel-Tours-Bus hinterherfahren, der ziemlich viel Staub aufwirbelt. (nicht auf dem Photo)



Am Hauptaussichtspunkt erwartet uns dann eine spektakuläre Aussicht.





Das Licht ist gerade noch ok, so dass wir bis zum Grund, an dem smaragdgrün der Fish-RIver schimert, sehen können. Hier laufen die Dia-Filme nur so durch.




Wir beschließen eine kleine 3KM Wanderung bis zu nächsten Aussichtspunkt zum machen.



Der Pfad führt direkt an der Abbruchkante entlang und es erschließen sich immer neue Aussblicke auf den Fish River. Durch das Spiel von Licht und Schatten ergeben sich immer neue Farbtöne.





Nach ca. 1 Stunde sind wir dann wieder am Parkplatz - um viele Eindrücke reicher. Unser Versuch in die andere Richtung zu fahren, scheitert an der schlechten Pad und so fahren wir zur Lodge zurück. Wir treffen gerade richtig zum Sonnenuntergang ein und suchen uns ein nettes Plätzchen mit Aussicht auf einem der Felsen.







Hier erleben wir einzigartige Ausblicke, da am leicht bewölkten Himmel die Farben noch intensiver herauskommen. Nach einer kleinen Kletterpartie haben wir wieder Boden unter den Füßen.



Auf der Terrasse unseres Häuschens verbringen wir noch eine Stunde, dann geht es zum Essen. Dort essen wir direkt am Kaminfeuer in bester Südwester Atmosphäre (ojeojeeee) leckeres Buffet. Das nette Ambiente mit Kerzenlicht + Petroleum Lampen trägt zum gemütlichen Abend bei. Linsensuppe, Salate, Lamm und Schweinebraten schmecken köstlich. Die ausufernde Beschreibung des Desserts lasse ich mal weg. Wir schreiben noch Postkarten (!!!) und freuen uns über die im Wärmeflasche im Bett. Es ist richtig kalt im Chalet.
Anhang:
Letzte Änderung: 12 Apr 2020 10:00 von casimodo.
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