THEMA: Im Dachzelt durch Namibia und Botswana
21 Okt 2019 14:08 #570847
  • Phil0811
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  • Phil0811 am 21 Okt 2019 14:08
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27.09 - Anreise

Eigentlich müsste ich mit dem Reisebericht schon einige Tage früher starten. Die Insolvenz der Condor Mutter Thomas Cook hatte mich jedenfalls gefühlt schon eine gute Woche vorher gedanklich in Vollzeit mit diesem Urlaub verbunden. Wir sind zwar mit Air Namibia nach Windhoek geflogen - gebucht hatten wir allerdings über Condor. Und so waren wir dann doch heilfroh, als ein paar Tage vor Abflug der Überbrückungskredit gewährt wurde.

Also ging es los - zunächst mit der Ubahn und dem Bus zum Flughafen Tegel, von dort mit einer knappen Stunde Verspätung mit der Lufthansa nach Frankfurt. Ich hatte allerdings wohlweislich mit genügend Puffer gebucht, sodass hier noch keine Unruhe aufkam. Knapp 2 Stunden vor Abflug nach Windhoek in Frankfurt angekommen, wartete Toni, die mit der Bahn (Und ebenfalls einer Stunde Verspätung) angereist war bereits auf mich. Der Rest verlief angenehm unspektakulär, wir ergatterten sogar Plätze am Notausgang und trotz meiner tiefen Abneigung gegen das Fliegen konnte ich 5-6 Stunden mehr oder weniger erholsam schlafen.

Was Air Namibia angeht, war ich übrigens sehr positiv überrascht. Natürlich, Langstrecke mit der Lufthansa ist nochmal was anderes. Aber wer beispielsweise mal mit Alitalia oder ähnlichen Airlines unterwegs war, der fliegt mit Air Namibia wirklich entspannt und gut. Die Crew war sehr freundlich, das Essen durchaus okay und das die Entertainment Systeme etwa zur Hälfte nichtfunktionieren ist ja bekannt - da lässt sich in Zeiten von Netflix und Amazon Prime super vorsorgen.
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22 Okt 2019 08:38 #570901
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  • GabyB am 22 Okt 2019 08:38
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Hallo, na da fahre ich mal gerne mit - wir planen gerade für 2020 ähnliches, freue mich auf Deine Eindrücke

Liebe Grüße
Gaby
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22 Okt 2019 11:08 #570908
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  • Phil0811 am 21 Okt 2019 14:08
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28.09 Autoübernahme und Anreise zum Erindi Camp Elephant

Wir landen pünklich gegen 6Uhr in der grade aufgehenden Sonne WIndhuks. Was für ein Anblick gleich zu beginn. Der Flug war ruhig, steckt uns aber natürlich trotzdem in den Knochen. Die frische und auch noch ziemlich kühle Luft tut gut und die ungewohnte Umgebung haucht uns neue Energie ein. Allerdings fühle ich mich nicht direkt angekommen - anders als beispielsweise letztes Jahr in Indien. Verlässt man in Mumbai das Flugzeug schlägt einem sofort eine andere Luft, ein anderer Geruch entgegen, man ist sozusagen direkt Reizüberflutet. Hier ist zwar der Sonnenaufgang phänomenal, aber irgendwie schlägt es noch nicht direkt ein.



Die Immigration geht relativ schnell, wir sind glücklicherweise ein paar Minuten vor der Condormaschine gelandet. Draußen erwartet uns bereits der Fahrer von Value, jetzt noch kurz zum ATM und in den MTC Shop und los gehts. Denkste. Im MTC Shop lässt sich eine größere Gruppe eher mittelmäßig selbständiger Reisende nicht nur Simkarte verkaufen, sie müssen auch noch jeweils eingebaut, aktiviert und in entsprechende Tarife umgebaut werden. Telefonieren könnten die Herrschaften dann glücklicherweise wieder selbst. Nach einer guten Stunde haben wir aber auch diesen Teil erledigt und können starten. Gemeinsam mit 5 weiteren Gästen gehts zum Kleinbus, das Gepäck wird im Anhänger verstaut und die Fahrt beginnt. Für den Anhänger ist es allerdings wohl für geraume Zeit die letzte Fahrt. Schon nach 10 Minuten signalisiert ein Auto hinter und mit Lichthupe, dass etwas nicht in Ordnung ist. Eine paar Schrauben haben sich gelöst, einige weitere bereits völlig verabschiedet. Der Hänger liegt ganz offensichtlich nur noch aus reiner Gutmütigkeit auf der Achse. Nach kurzer Begutachtung wird er am Straßenrand sich selbst überlassen. Im Bus ist es nun sehr kuschlig, jeder hat sein Gepäck auf dem Schoß, es ist heiß. ich fühle mich nun schon angekommener. Während der restlichen Fahrt genießen wir - so wir unseren Kopf den über das Gepäck bis zum Fenster drehen können - die Landschaft und freuen uns über einige Giraffen. Unsere ersten Tiere in Afrika.

Bei Value angekommen geht alles reibungslos, freundlich und schnell. Wir übernehmen unseren Toyata Hillux mit Dachzelt, Baujahr 2016 mit 137.000KM auf dem Tacho. Uns wird jede Frage beantwortet und wir fühlen uns gut eingewiesen.

Außerdem - und das ist ja mindestens genauso wichtig - war bereits die Klein Windhoek Fleischerei und der Embassy Liquor Store da und wir müssen uns in den kommenden Tage keine Sorgen um Speis und Trank machen.





Wir kommen pünktlich los und sind schon bald beim Superspar um uns mit allem was man dann doch auch außer Fleisch und Wein noch so benötigt einzudecken.

Und dann geht es los. Das Fahren ist ungewohnt, ich gebe mich regelmäßig durch intensives Scheibenwischen beim Abbiegen als Festlandeuropäer zu erkennen, aber insgesamt verläuft alles gut. Bis zum Erindi Camp ist es nicht allzu weit und wir haben es nicht eilig.

Auf dem Weg sehen wir Warzenschweine, Giraffen, Springböcke und Erdhörnchen.









Am frühen Nachmittag sind wir im Erindi Camp Elephant und beziehen die ruhig gelegene Campsite 16. Wir sind wirklich sehr zufrieden. Im Vorfeld hatten wir über diese Station mehrfach nachgedacht uns dann aber dafür entschieden. Grade bei der ersten Afrikareise würden wir das Camp zum "ankommen" empfehlen. Die Infrastruktur ist wirklich bemerkenswerk. Eigener Kühlschrank, eigenes Bad, alles sehr sauber. Wir konnten uns dort toll sortieren, das Auto für die kommenden Tage bestücken, haben das Fleisch, welches die Klein Windhoek Fleischerei versäumt hatte einzufrieren dort tiefgekühlt und sind einfach entspannt in den Urlaub gestartet. Der Preis dafür ist natürlich, dass die Campsites wenig privat sind, man mehrere Nachbarn in Sicht- und besonders auch Hörweite hat. Aber dennoch, wir waren haben hier sehr gern unsere ersten beiden Nächte verbracht.



Wir melden uns noch für den Game Drive am kommenden morgen um 06.30 Uhr in der Früh an und lassen den Tag entspannt ausklingen. Es gibt Zebra und den wirklich leckeren Pinotage von Saxenburg. Danach sitzen wir noch ein wenig am Wasserloch und beobachten die Hippos zu denen sich auch kurz ein Nashorn gesellt. Dann gehts erschöpft, aber sehr zufrieden ins überraschend bequeme Dachzelt.
Letzte Änderung: 22 Okt 2019 11:20 von Phil0811.
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23 Okt 2019 11:11 #571052
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29.09 Erindi Camp Elephant Teil I

Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr - auch wenn ich im Urlaub nicht grade dazu neige bis mittags zu schlafen, das ist nun doch ein wenig früh. Die Nacht war kalt, die Temperatur ist auf deutlich unter 10 Grad gefallen und ich war froh, dass die Decken von unserer Autovermietung kuschlig warm waren. Ich fühle mich zwar nicht richtig ausgeschlafen, aber das liegt mehr an der Uhrzeit als an der Qualität des Schlafs. Und ein Blick aus dem Zelt hinaus in die beginnende Morgendämmerung entschädigt auch über die Maßen hinaus. Ist das schön!

Ich schlüpfe schnell aus dem Zelt und braue einen Kaffee mithilfe der mitgebrachten Bialetti (Die im gesamten Urlaub wirklich Gold wert war) und genieße den Moment. Um mich herum ist es still, langsam erwacht die Natur und mit ihr eine bemerkenswerte Geräuschkulisse.

Überhaupt, die Natur und ihre Geräusche. Für mich - der seit über 10 Jahren in einer Millionenstadt wohnt - war das eine der Erfahrungen des Urlaubs. Dem Rhythmus der Natur zu lauschen, wie sich sozusagen in der Sekunde des letzten Sonnenstrahls die Geräusche verändern. Wie die Nacht klingt, wie laut die Natur ist, wenn keine Stadt im Weg ist. Und wie sich pünktlich mit dem ersten Morgengrauen die ersten Akteure der Tagschicht melden. Hier sozusagen als Zaungast eine Weile teil haben zu dürfen, war ganz toll.

Nun aber zurück in die Realität, es ist 06.15Uhr und ich habe außer Kaffee trinken und beeindruckt sein noch nicht besonders viel hinbekommen. Also ein kleiner Endspurt und los gehts zum Treffpunkt, wo Rudy, unser Guide bereits auf uns wartet. Wir fahren in einem Wagen mit drei 3er Reihen und sind insgesamt 6 Personen.

Bei schönstem Sonnenaufgang fahren wir los.





Wir treffen zunächst auf Strauße, Giraffen und Oryxe.







Außerdem scheuchen wir noch rein zu niedliches DikDik (?) auf, welches uns erschrocken anschaut.



Rudy verständigt sich über Funk mit seinen Kollegen, fährt auferegt mal in diese Abzweigung, mal in jene Sackgasse. In aller Regel um dann irgendwann zu bremsen und den Rückwärtsgang einzulegen. Aber die Suche lohnt sich. Nach guten 1,5 Stunden sehen wir die ersten Löwen unserer Reise. Zwei prächtige Männchen.







Nach kurzer Zeit stehen die beiden auf, gehen ein paar Meter und legen sich dann erneut ab. Für sie endet offenbar eine anstrengende Nacht. Die Augen sind schwer und wir lassen sie allein, damit sie schlafen können.





Nachdem wir ein wenig Abstand zwischen uns und die Katzen gebracht haben, gibt es eine kleine Pause zum Beine vertreten. Dabei genießen wir die Landschaft und entdecken eine afrikanische Wildkatze, die sich allerdings als äußerst Fotoscheu erweist und sich erst versteckt und dann verschwindet.





Den Rest der Fahrt genießen wir einfach und legen den Fotoapparat mal zur Seite. Da wir - es wird einigen vermutlich schon aufgefallen sein - auch nicht grade über ein Profiequipment verfügen (Die Bilder des Urlaubs entstehen alle mit einer Lumix TZ81), mögen wir es auch hin und wieder einfach nur zu schauen.

Gegen 10Uhr erreichen wir unser Camp und freuen uns aufs Frühstück. Danach entspannen wir und beobachten die DikDiks, die offenbar ebenso auf unserer Campsite leben.



Am frühen Nachmittag machen wir uns dann erstmals auf und erkunden das Gelände als Selbstfahrer. Aber dazu später mehr.

Übrigens bitte keine Scheu, falls ich hier ein Tier falsch bestimme. Ich bin da einfach blutiger Anfänger und freue mich über jede Korrektur.
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28 Okt 2019 09:40 #571445
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29.09 Erindi Camp Elephant Teil II

Nachdem wir uns eine Weile in den mitgebrachten Hängematten erholt haben - übrigens absoluter Packtipp, grade bei den langen Autofahrten eine schöne bequeme Abwechslung - starten wir auf unseren ersten Self Drive. Wir melden uns dazu an der Rezeption an und erhalten eine Karte auf der die möglichen Routen markiert sind.

Wir haben uns neben den bereits erwähnten Gründen auch deshalb für Erindi entschieden, weil wir hier auch das Selbstfahren im Park unter relativ guten Bedingungen "lernen" konnten. Man hat im Zweifel immer jemanden erreichbar und fühlt sich gut aufgehoben. Klar, im Nachhinein völliger Quatsch. Im Etosha und weiten Teilen der Sambesi Region ist das alles überhaupt nicht anders. Aber, und darum gehts am Ende ja - zu dem Zeitpunkt hat es uns in unserer Planung einfach gut getan. Ich würde hier vermutlich nicht nocheinmal vorbeifahren im nächsten Urlaub, aber als Ersttäter hat es uns ein gutes Gefühl gegeben.

Unterwegs sehen wir dann eine Menge Warzenschweine, die üblichen Antilopen, Elefanten, Hippos und als unser Highlight eine ganze Menge Nashörner. Es sind insgesamt sicher 8-9 stattliche Exemplare und zwischendurch müssen wir sogar umdrehen, weil wir plötzlich fast umzingelt sind. Kurz bevor wir zurück im Camp sind, entdecken wir noch einen Vogelstrauß der seine Eier bewacht.





















Der Urlaub hat begonnen und wir sind von unserem ersten Tag ganz begeistert. Zum Abendessen gibt es Springbockfilet und Potje mit Kartoffeln, Bohnen und gemischten Gemüse. Später am Wasserloch noch einen Cederberg Shiraz, der mehr als empfehlenswert ist.
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