THEMA: 7 Wochen in der Regenzeit !? (Nam/BOT 2018/2019)
15 Feb 2019 17:17 #548589
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Damit Ihr eine ungefähre Vorstellung habt, was auf Euch zukommt, stelle ich hier mal unseren ursprünglichen Reiseplan rein. Zum aller größten Teil konnten wir den Plan dann auch in die Praxis umsetzen.

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18 Feb 2019 16:34 #548758
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Prolog / Anreise / 1.Tag (Fr. 21.12.2018)
Hannover – Johannesburg – Mountain Sanctuary Park
127km mit dem Auto





Packen am Limit. Erstmals haben wir das Gepäcklimit bis zum letzten Gramm und zum Teil sogar ein wenig darüber ausgenutzt. Die beiden Dufflebags haben exakt 23kg, beim Handgepäck ist mein Rucksack mit 10kg sogar etwas schwerer als erlaubt. Dazu hat jeder von uns beiden noch eine separate Fototasche. Wir wären sicherlich auch mit weniger Gepäck ausgekommen, hatten uns aber fest vorgenommen, im Urlaub keine Zeit mit Wäsche waschen zu vergeuden. Da wir die meiste Zeit nur T-Shirt und kurze Hose tragen werden, sollte sich das ausgehen.

Da wir nicht weit vom Flughafen entfernt wohnen, fährt Kathrin am Mittwoch zum Vorabend-CheckIn, gibt bereits das Gepäck auf und nimmt unsere Bordkarten in empfang. Dadurch ist es uns möglich, den Abreisetag noch als regulären Arbeitstag zu nutzen und direkt aus dem Büro zum Flughafen zu fahren. So leidenschaftlich gern, wie wir Reisen, ist jeder Urlaubstag kostbar und da sind solche Optimierungen für uns von großer Bedeutung.

Der Zubringerflug aus Hannover ist pünktlich, aber in Frankfurt gibt es Probleme, da die Maschine überbucht ist. Das betrifft uns nicht persönlich, da wir unsere Bordkarten ja bereits haben, aber der Abflug verzögert sich um eine Stunde, da es seine Zeit braucht, bis es genügend Freiwillige gibt, die bereit sind gegen ein Entgelt erst am nächsten Tag zu fliegen.

Auf dem Flug habe ich dann Probleme mit der Frau auf dem Sitz vor mir (und sie aus Ihrer Sicht sicherlich mit mir). Sie jammert und beschwert sich jedes Mal, wenn ich mit meinen Knien an Ihre Rückenlehne komme, dass ich Ihr Schmerzen bereiten würde. Aber was soll ich bitte sehr machen? Bei 1,96m Körpergröße lässt es sich nicht vermeiden, dass ich mit dem Knie hin und wieder an die Rückenlehne komme. Das man damit jemanden Schmerzen bereitet, kann ich aber beim besten Willen nicht nachvollziehen, es sei denn, es besteht eine erhebliche medizinische Indikation. Dann darf man aber nicht Economy fliegen, denn da gehört es dazu, mal einen Knuff vom Hintermann zu bekommen. Jedenfalls schlafe ich auch nicht besonders gut.

Mit etwas Verspätung landen wir in Johannesburg. Die Immigration geht zügig, das Gepäck kommt auch schnell und unser Abholer von Bushlore ist auch schon da. Kathrin kauft noch schnell eine lokale SIM-Card und zieht Bargeld und dann machen wir uns auf den Weg zum Autovermieter.

Bei der Fahrzeugübernahme haben Kathrin und ich die Aufgaben diesmal klar aufgeteilt. Kathrin kümmert sich um den Papierkram, die Unterkunftsbuchungen und das Satphone. Ich kümmere mich derweil um den Wagen. Trotzdem dauert es wieder 2h, bis wir vom Hof rollen.

Wir hatten uns diesmal wieder für einen LandCruiser Bushcamper entschieden, da er für unsere Reise einige sehr hilfreiche Features zu bieten hatte.

- 2.Kühlschrank, den wir als Freezer nutzen werden.
- 270° Markise - schützt vor Sonne und Regen
- Außendusche fürs Wildcampen bzw. Campsites ohne Ausstattung
- Winch für mögliche Schlammschlachten
- Innenraum für Starkregen

Dazu natürlich die 40 Jahre alte, bewährte LKW-Technik des LandCruisers. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck. Er hat noch nicht ganz 18.000km auf der Uhr, ist also gerade einmal eingefahren. Die Besohlung besteht aus 6 fabrikneuen hochwertigen Geländereifen. Die Ausrüstung ist wie gewohnt umfangreich und hochwertig.

Im Vorfeld hatte ich ein wenig Sorgen, wie es mit dem Platzangebot in der Fahrerkabine aussieht, da es sich beim LandCruiser Buschcamper um einen SingleCab handelt. Die Bedenken waren unbegründet. Selbst bei meiner Größe ist die Beinfreiheit vollkommen ausreichend. Zwischen den Sitzen gibt es genug Platz um dort das Fernglas, die beiden Fotoapparate und noch diversen Kleinkram zu lagern. Überschüssige Klamotten passen noch gut hinter die Sitze und dann gibt es ja noch das große in die Rückwand eingelassene Ablagefach auf Kopfhöhe. Da passt jede Menge rein. Im Laufe der Zeit wird das Fach allerdings auch zum schwarzen Loch, in dem alles verschwindet und sich nur sehr mühselig wiederfinden lässt.

Nachdem wir endlich unterwegs sind, gilt es erst einmal ein wenig Strecke zu machen. Den Großeinkauf haben wir erst kurz vor unserem heutigen Tagesziel geplant. Wenn man von Johannesburg in nördliche Richtung aufbrechen will, muss man immer durch das Nadelöhr Pretoria. Da gibt es bis heute keine Umgehungsstraße und man muss einmal durch die Stadt. Da stehen wir dann auch gleich einmal im Stau. Auf der N4 kommen wir dann zügig voran und verlassen diese in Mooinooi, wo ich mir den Superspar für unseren Großeinkauf ausgesucht habe.

Der Einkauf wird dann auch wirklich groß, denn wir stehen mit 3 vollen Einkaufswagen an der Kasse. Das Kassieren dauert dann natürlich und wir haben reichlich Zeit und viel Spaß mit den netten Verkäuferinnen an der Kasse. Die sind sehr interessiert einige deutsche Floskeln zu lernen. Besonders viele Spaß bereitet Ihnen das Wort „Tschüß“, da Sie Umlaute überhaupt nicht kennen. Aus dem Liqour Shop kommt dann noch ein weiterer Einkaufswagen mit Getränken hinzu. Das Ganze verstauen wir nur provisorisch, denn von hier aus ist es nicht mehr weit zu unserem Tagesziel.

Der Zeltplatz im Park liegt am Hang in den Magaliesbergen. Scheint ein beliebtes Ausflugsgebiet für die Feiertage zu sein, denn er ist bis zum letzten Platz belegt. Die Plätze liegen auch recht dicht beieinander, trotzdem ist es ruhig. Gutes und sehr sauberes Waschhaus.



Auf dem Platz ist dann erst einmal die Einrichtung des Wagens zu bewerkstelligen. Rund 2 Stunden sind wir beschäftigt unsere Einkäufe und einen großen Teil unseres persönlichen Gepäcks zu verstauen. Glücklicherweise ist der Stauraum im Aufbau riesig und man bekommt alles gut unter.



Danach wandert dann noch schnell eine Boerewoorst auf den Grill und der Salat dazu ist ebenfalls rasch zubereitet. Kaum mit dem Essen fertig, zieht es uns ins Oberdeck, denn inzwischen sind wir doch ganz schön platt.

Gute Nacht.
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20 Feb 2019 14:05 #548919
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2.Tag (Sa. 22.12.2018)
Mountain Sanctuary Park – Kuruman
476km





Verschlafen! Aber das war bei dem wenigen Schlaf in den vorherigen Nächten wohl auch nicht zu erwarten. In Afrika wollen wir eigentlich immer mit Beginn der Dämmerung aufstehen, aber heute werden wir erst wach, als die Sonne schon fast aufgegangen ist. Das muss noch besser werden. Wir haben beide aber auch sehr gut geschlafen. Das Bett ist breiter als beim Vorgänger-Modell. Eine echte Verbesserung.

Da wir uns trotzdem beim Frühstück nicht hetzen wollen, brechen wir erst um 8:30Uhr zu unserer kleinen Wanderung durch den Park auf. Wir machen eine Rundtour, welche uns zunächst zu einer kleinen Quelle und dann zu den Westpools führt. Bis zur Quelle führt ein deutlicher Pfad, aber die weitere Strecke zu den Westpools ist weglos und in dem Felsenlabyrinth ist ein guter Orientierungssinn gefragt. Glücklicherweise weht eine frische Brise, so dass die Temperaturen trotz unseres verspäteten Aufbruchs sehr angenehm für eine Wanderung sind.









An den Westpools gibt es klasse Badestellen und wir ärgern uns, dass wir keine Badesachen dabei haben. Da schon einige Familien hier sind, können wir auch nicht einfach so ins Wasser springen.

Nach 2 Stunden sind wir zurück auf der Campsite. Das war ein schöner Urlaubsbeginn, aber jetzt liegen erst einmal viele Asphaltkilometer vor uns. Es gilt Strecke zu machen, damit wir morgen bis in den KTP kommen. Für solche öden Strecken habe ich diesmal extra eine Playlist auf dem Handy und ein AUX-Kabel mitgenommen, so dass für gute Musik gesorgt ist. Einer der ersten Songs ist 36° von 2Raumwohnung, was bei den inzwischen herrschenden Temperaturen perfekt passt.

Sowie wir die Magaliesberge verlassen, geht es nur noch durch langweiliges plattes Agrarland mit dem Charme der Magdeburger Börde. Die wenigen Ortschaften kündigen sich schon von weiten durch große Getreidesilos an, denn dass sind hier die einzigen auffälligen Landmarken. Je weiter wir nach Westen kommen, umso trockener wird die Landschaft und die Äcker werden immer häufige durch Weiden ersetzt.

Es weht die ganze Zeit ein starker Westwind. Da unser Wagen sehr schwach motorisiert ist und die Windschnittigkeit eines Scheunentores hat, kommen wir kaum über 100km/h. Der Himmel zeigt sich die meiste Zeit locker bewölkt. Zwischendurch fallen einige wenige Regentropfen.

Um 17:30Uhr kommen wir in der Red Sands Country Lodge an. Wir hatten nicht reserviert. Trotzdem ist es kein Problem, einen Platz zu bekommen. Der Name der Lodge ist Programm, denn der starke Wind wirbelt reichlich roten Sand auf. Die Campsite ist nicht sehr gemütlich, aber dafür sehr gut ausgestattet. Wir haben für uns ein eigenes verschließbares Waschhaus, welches keinen Vergleich mit einem Badezimmer in einer Mittelklasse Lodge zu scheuen braucht.



Auf der Campsite stelle ich fest, dass ich es irgendwie geschafft habe, einen meiner Crocs zu verlieren. Muss bei einem der Zwischenstopps aus der Autotür gefallen sein. Glücklicherweise habe ich auf dieser Reise erstmals ein zweites Paar Crocs dabei, denn ansonsten hätte die Lebensqualität auf dieser Reise schon gelitten. Die Crocs waren nämlich während der Reise das einzige Schuhwerk welches ich getragen habe. Wenn möglich war ich sogar barfuß unterwegs.

Abends wurde nicht gegrillt oder gekocht, sondern das Restaurant der Lodge besucht. Es gab deftige ländliche Hausmannskost, was wir sehr zu schätzen wussten.

Durch die Campingplatzbeleuchtung und den Vollmond war es sehr hell, was mich nicht so gut schlafen lies.

Morgen wird es dann im KTP die ersten Tiere geben.
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25 Feb 2019 17:43 #549354
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3.Tag (So. 23.12.2018)
Kuruman – Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie)
479km





Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf, denn auch heute gibt es ordentlich Kilometer abzuspulen und wir wollen zum Ende des Tages auch noch Zeit für eine kleinen Gamedrive im Nationalpark haben.

Wir entscheiden uns für die R31 über Van Zylsrus. Diese Strecke ist gegenüber der komplett asphaltierten Alternative über Upington kürzer, hat dafür aber 150km über Gravel. Da wir mit unserem Wagen auf Asphalt nur unwesentlich schneller als auf Gravel sind, lohnt der Umweg nicht. 25km vor Van Zylsrus ist Schluss mit dem Teer und bis Askham geht es auf recht tiefem und leicht verspurten Schotter weiter. Dafür hat es aber kaum Wellblech. Von Askham bis zum Gate bei Twee Revieren fahren wir dann wieder auf festem Geläuf durch das Nossob-Tal.

Kurz nach 13:00Uhr kommen wir am Gate an. Check-In für Nationalpark und Unterkünfte sowie die Immigation befinden sich im gleichen Gebäude. Überraschenderweise muss man erst den Check-In erledigen, bevor sich die Immigration um einen kümmert. Insgesamt haben wir in 15min. alles erledigt. Für die nächsten 3 Tage sind wir „staatenlos“.



Heute ist es fast den ganzen Tag wolkenlos. Nur sehr vereinzelt sind kleine Schönwetterwolken zu sehen. Im Park scheint es noch nicht viel geregnet zu haben, den es zeigt sich nur sehr verhalten frisches Grün.

In Twee Revieren müssen wir noch warten bis um 14:00Uhr die Tankstelle wieder öffnet. Ich nutze die Zeit um Luft aus den Reifen zu lassen und die Windschutzscheibe von den vielen Insekten zu reinigen. Wir wollen beim Gamedrive schließlich einen guten Durchblick haben. Mit vollem Tank starten wir bald darauf zum Gamedrive. Es ist zwar eigentlich noch viel zu früh und zu heiß (um die 40°C), aber wir sind ungeduldig und wollen endlich Tiere sehen. Für heute haben wir uns das untere Nossobtal vorgenommen. Zunächst tut sich nur wenig. Allein den Springböcken scheint die Hitze nix auszumachen.




Am Wasserloch Leeuwdril liegen zahlreiche Strauße, während am Wasserloch Rooiputs absolut tote Hose herrscht.

Am Wasserloch Kij Kij dann das erste Highlight; wie sehen 3 Löwen. Ein Weibchen und zwei Männchen liegen im Schatten unweit des Wasserlochs. Drum herum stehen zahlreiche durstige Pflanzenfresser und schauen sehnsüchtig zum begehrten Nass, zu dem sie sich aber nicht hintrauen.



Da es noch früh ist, beschließen wir noch weiter bis zum Picknickplatz Melkvlei zu fahren. Auf der Strecke gibt es an einer Stelle mehrere Pfützen auf der Piste, anscheinend hat es hier in den letzten Tagen geregnet. Hier finden sich zahlreiche Greifvögel und Geier. Entweder direkt am Wasser oder in den Bäumen in der Nähe.



Raubadler



Von den Grasfressern sieht man mehr Tiere liegen als stehen. Eine Gruppe Gnus liegt im Schatten auf der Piste und bleibt selbst liegen, als wir direkt daneben anhalten.



Dann erreichen wir Melkvlei. Unter einem schattigen Baum machen wir Pause und nutzen die Gelegenheit um uns ein wenig die Beine zu vertreten. Die Nektarinen direkt aus dem Kühlschrank sind bei den Temperaturen herrlich erfrischend. Es gibt viele Vögel, die wohl auf Essensreste der Picknickplatz Besucher hoffen. In erster Linie Siedelweber Mahaliweber. (Danke Uwe)


Um was es sich bei diesem Exemplar handelt weiß ich nicht, sieht aber reichlich mitgenommen aus. Durch Matthias Hilfe ist jetzt auch diese Wissenslücke gestopft. Es handelt sich um einen gerade flügge gewordenen Trauerdrongo.


Nach der Pause geht es dann direkt nach Kiliekrankie. Bei den Löwen von Kij Kij hat sich nichts getan und ansonsten gibt es nichts Nennenswertes zu sehen.

Kiliekrankie entpuppt sich als absolute Traumunterkunft. Fünf auf einer Düne gelegene Lehmhütten mit großer Veranda über einem Dünenkessel mit Wasserloch. Der verantwortliche Ranger Willem heißt uns willkommen und zeigt uns unsere Unterkunft. Wir bekommen die Nr.5 ganz am linken Rand. Wir können direkt vor der Hütte parken, was sehr praktisch ist, da wir so alles im Auto lassen können, und jederzeit holen können, was wir benötigen. Die Ausstattung der Hütte lässt keinerlei Wünsche offen. Allerdings ist das Wasser extrem seifig.




Willem macht uns dann noch auf eine Gruppe Löwinnen aufmerksam, die am Horizont unter einem Busch liegen.

Ich hänge erst einmal die Hängematte auf der Veranda auf und genieße den Ausblick. Kurz vor Sonnenuntergang erscheinen 2 Schakalpaare am Wasserloch. Leider geht die Sonne hinter den Hütten unter, so dass man den Sonnenuntergang selbst von der Veranda nicht beobachten kann.




Kaum ist die Sonne untergegangen und es zum fotografieren zu dunkel, erscheinen die Löwinnen am Wasserloch. Sie löschen Ihren Durst und brechen dann in Richtung Auob zur Jagd auf.

Zum Abendessen grille ich zwei T-Bone Steaks und brate dazu Pilze und Zwiebeln. Immer wieder eine Offenbarung, wie gut das Rindfleisch im südlichen Afrika schmeckt.

Als es dunkel ist schalten wir die Beleuchtung am Wasserloch ein. Wir hören die Schakale heulen und sehen auch immer wieder Schakale und Hyänen am Wasserloch.
Letzte Änderung: 28 Feb 2019 10:38 von Topobär.
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01 Mär 2019 15:52 #549748
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4.Tag (Mo. 24.12.2018)
Kgalagadi Transfrontier National Park (Kiliekrankie – Bitterpan)
214km





Wir stehen bereits um 5:00Uhr auf und starten bei Gate-Öffnung um 5:30Uhr. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.



Unser erstes Ziel ist Kij Kij, denn wir hoffen, dass die Löwen noch vor Ort sind. Das ist zu unserem Glück auch der Fall und was wir dann erleben ist ganz großes Kino.

Inzwischen ist noch eine weitere Löwin hinzugekommen und die Tiere sind so früh am Morgen noch sehr aktiv. Es wird sich geputzt, geschmust und gespielt.








Plötzlich halten alle 4 Löwen inne und rennen in Richtung der Dünen. Dort ist ein anscheinend ziemlich verpeilter Leopard unterwegs, der erst im letzten Moment mitbekommt, wo er da hinein geraten ist und sich gerade noch auf einen Baum flüchten kann. Von dort schaut er ziemlich erstaunt aus der Wäsche, wo er da hinein geraten ist.



Allzu lange verweilen die Löwen nicht unter dem Baum, denn es scheint Ihnen klar zu sein, dass Sie die Gelegenheit den Leoparden zu erwischen, knapp verpasst haben. Kaum haben die Löwen das Feld geräumt, verlässt der Leopard den Baum und verkrümelt sich auf schnellstem Weg in die Dünen.



Die Löwen haben inzwischen Ihren Weg zum Wasserloch fortgesetzt und wir folgen Ihnen, um sie beim trinken zu beobachten.




Während die Löwen noch am trinken sind, taucht in Hintergrund eine Braune Hyäne auf. Im Gegensatz zum Leoparden ist die Hyäne sehr aufmerksam und checkt die Situation sofort. Noch ehe die Löwen auf sie aufmerksam werden, tritt sie im gestreckten Galopp den Rückzug an.

Eine Weile bleiben wir noch und machen uns dann auf den Weg nach Norden, zum Rastlager Nossob.

Beim Wasserloch Kransbrak liegt ein Oryx-Kadaver an dem sich mindestens 10 Schakale und eine Tüpfelhyäne bedienen. Vom Jäger keine Spur. Wie es bei Hyänen oft zu beobachten ist, legt sich das Tier nach der Mahlzeit zum Verdauen ins Wasser.



Weiter geht es durch das Nossobtal. Inzwischen ist es wieder sehr heiß geworden und die Tiere ziehen sich in den Schatten der Bäume zurück.




Am Picknickplatz Dikbaardskolk machen wir eine ausgedehnte Pause zum Brunch. Erstmals auf dieser Reise kommt unsere Markise zum Einsatz. Ohne das gute Stück hätten wir hier in der prallen Sonne gar keine Pause machen können.

Bei Kaspersdraai liegt ein kleines Löwenrudel in den Büschen direkt beim Wasserloch. Wir stellen fest, dass viele Wasserlöcher von Raubtieren besetzt sind, was für deren Beutetiere ein hartes Los ist. Sie stehen vor der Alternative zu verdursten oder einen der Ihren zu Opfern, aber vielleicht ist das auch eine zu menschliche Sichtweise der natürlichen Vorgänge.

In Marie se draai liegt eine Braune Hyäne mitten im Wasserloch und bleibt dort auch liegen, als wir nur wenige Meter daneben unseren Wagen parken. Wir hätten dieses nachtaktive Tier hier niemals in der Mittagszeit erwartet. Nach ein paar Minuten verlässt sie das Wasserloch und verzieht sich in einen Busch direkt neben der Piste. Wären wir erst jetzt hier angekommen, hätten wir sie niemals entdeckt. Mal wieder fragen wir uns, an wie vielen Tieren man wohl vorbei fährt, ohne sie zu entdecken.



Im nassen Zustand ist so eine Braune Hyäne ein ganz schön mageres Tierchen.

In Nossob erhalten wir den Schlüssel für den Hinterausgang aus dem Rastlager, denn hier beginnt die Piste nach Bitterpan. Nur mit gültiger Reservierung darf man diese Piste fahren, weshalb das Gate für die Allgemeinheit verschlossen ist. Der Weg nach Bitterpan ist eine schmale Sandpiste, auf der einem zum Glück niemand entgegen kommen kann, da Einbahnstraße. Der Sand ist außer bei den Dünenauffahrten recht fest und hat zum Teil Wellblech gebildet. Bei den steileren Dünenauffahrten haben sich häufig tiefe Löcher gebildet, die für starke Verschränkungen sorgen und den Wagen ordentlich zum Schaukeln bringen. Ich versuche so sanft wie möglich den LandCruiser über die Strecke zu bringen, was bei einigen besonders langen oder steilen Anstigen dafür sorgt, dass ich ein zweites Mal Anlauf nehmen muss. Letztendlich kommt unser Trekker aber überall gut hoch. Für die 54km von Nossob bis Bitterpan brauchen wir deshalb über 2 Stunden.



Die Tierwelt hält sich im Kgalagadi Transfrontier National Park in erster Linie in den beiden Flussbetten auf, weshalb es auf der Zufahrt nach Bitterpan nur wenig zu sehen gibt. Umso erstaunter sind wir, als Kathrin in der Nähe des Wasserlochs Klein Stofpan Löwen im hohen Grans und unter dichten Büschen entdeckt. Wie Sie das gemacht hat ist mir ein Rätsel. Selbst als ich angehalten habe, brauche ich eine Weile bis ich sie gefunden habe. Wir fragen uns wovon die hier leben, denn die Wasserlöcher auf der Zufahrt nach Bitterpan sind alle außer Betrieb und wir haben auch keinerlei potentielle Beute in der weiteren Umgebung entdecken können.

Unterwegs quittiert dann plötzlich das GPS seinen Dienst. Mit einem Mal ist der Bildschirm schwarz und lässt sich auch nicht wieder zum Leben erwecken. Hitzekollaps durch die Lage hinter der Windschutzscheibe in der prallen Sonne? Ist zum Glück nicht so ein großes Problem, denn ich hatte mir vor der Reise die Karten von Maps.me auf mein Smartphone geladen. Die Karten dieser App sind fast so detailliert, wie T4A. Wir hoffen aber trotzdem, dass sich das Navi über Nacht berappelt und morgen wieder zur Verfügung steht.

Gegen 16:00Uhr kommen wir im Wilderness Camp Bitterpan an, welches an der gleichnamigen Pfanne liegt. Das Camp ist das mit Abstand am einsamsten gelegene Wilderness Camp im KTP. Wir bekommen die äußere Unterkunft im Westen (links außen vom Parkplatz betrachtet). Die Wohneinheit ist sehr klein und nicht mehr als eine Einhausung der beiden Betten. Jede Unterkunft hat ein eigenes Badezimmer in einer separaten Hütte gegenüber des Schlafbereichs. Das Badezimmer ist wesentlich großzügiger gestaltet, als der Schlafbereich und lässt keinerlei Wünsche offen. Vor dem Schlafbereich befindet sich eine kleine Veranda mit zwei Stühlen und darunter ein umzäunter „Vorgarten“ mit einem Grill. Leider ist die Veranda so ausgerichtet, dass sie am Nachmittag in der prallen Sonne liegt und deshalb nicht nutzbar ist. Der einzige Ort an dem man sich aufhalten kann, bis es gegen Abend kühler wird, ist auf dem Bett.


Bei dem "Turm" handelt es sich leider nicht um einen Aussichtsturm, sondern um die Einhausung des Wassertanks.



Hinsichtlich kochen und essen ist die Einrichtung des Camps wirklich absurd. Es gibt nur eine Gemeinschaftsküche. Dort steht zwar für jede Wohneinheit ein Kühlschrank zur Verfügung, aber die meisten anderen Kücheneinrichtungen, wie z.B. Herd und Spüle sind nur doppelt vorhanden. Wenn es dann 4 unterschiedliche Parteien im Camp sind und alle gleichzeitig nach Sonnenuntergang (heute nicht sehr spektakulär) mit dem Kochen beginnen, wird das ganz schön unübersichtlich. Im Gegensatz zu den Herden befinden sich die Braais bei den Unterkünften, wo es aber wiederum keine Tische gibt. Der einzige Tisch ist sowieso der große Tisch in der Gemeinschaftsküche, wobei sich die Frage stellt, wer bei diesem Wetter drin essen will. Man gut, dass wir einen Campingtisch haben, den ich auf der Veranda aufstellen kann. Gleichzeitig kochen und grillen geht aber nicht, so dass ich erst die Beilage koche und mich dann um die Lammkoteletts auf dem Grill kümmere.



Auch hier gibt es ein Wasserloch, welches nachts beleuchtet ist. Tagsüber war hier gar nichts los. Nach Einbruch der Dunkelheit sehen wir ein einsames Oryx.

Nachdem die ersten Nachbarn zu Bett gegangen sind, zeigt sich auch, dass dieses Camp sehr hellhörig ist. Man hört jeden Schnarcher und Toilettengang der Nachbarn.

Während ich Kiliekrankie jederzeit wieder buchen würde, ist es bei Bitterpan gut, dieses Camp mit seiner einsamen Lage mal erlebt zu haben. Einmal reicht aber auch.
Letzte Änderung: 01 Mär 2019 16:33 von Topobär.
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5.Tag (Di. 25.12.2018)
Kgalagadi Transfrontier National Park (Bitterpan – Twee Revieren)
143km





Auch heute sind wir wieder pünktlich zur Gateöffnung um 5:30Uhr gestartet. Für die Abreise entscheiden wir uns für die Strecke nach Craig Lockhart. Schon bald geht die Sonne auf und die Landschaft ist durch das angenehm weiche Licht am Morgen noch schöner. Die Piste ist deutlich angenehmer zu fahren. Viel weniger Wellblech und ausgefahrene Löcher.





Das Navi hat sich über Nacht erholt und versieht jetzt wieder brav seinen Dienst.

Tiere sind in den Dünen nicht zu entdecken, was sich aber ändert sowie wir das Auobtal erreichen, wo wir gleich von einer Gruppe Oryx begrüßt werden.




Es gibt auch jede Menge Springböcke.



Besonders viel Spaß macht uns ein kleines Springbockkitz, welches seinem Namen alle Ehre macht und Minuten lang um seine Mutter herumspringt. Ein Bild unbändiger Lebensfreude. Zu meiner Enttäuschung muss ich im Nachhinein dann aber feststellen, dass kein einziges meiner vielen Fotos die Situation auch nur annähernd wiedergeben kann. Zwar habe ich jede Menge Bilder, bei denen das Kitz mit allen vieren in der Luft ist, aber das kann man durch den eintönigen braunen Hintergrund und meinen erhöhten Fotostandpunkt nicht erkennen. Es sieht immer aus, als würde das Kitz sich zwar verrenken, aber auf dem Boden stehen.

Kurz vor Kamqua entdecken wir eine Leopardin, die am westlichen Talhang in Richtung Süden zieht. Zwischendurch kommt sie auch mal herunter und überquert mehrfach die Piste. Es ist eine ausgesprochen hübsche und zierliche Katze.





Als vor uns Springböcke auftauchen hoffen wir kurz auf Jagdszenen, aber die Leopardin wird schnell entdeckt und verliert in Folge dessen das Interesse an den Springböcken. Nach einer ganzen Weile verzieht sich die Leopardin dann in den Schatten der Felsüberhänge oben am Hang. Insgesamt haben wir rund eine halbe Stunde mit der Leopardin verbracht und sind dabei über einen Kilometer durchs Tal gezogen. Es waren nie mehr als 5 Autos anwesend und alle haben sich sehr diszipliniert verhalten.

Der Magen knurrt und wir suchen zum Brunch den Picknick Platz Auchterlonie auf. Schöne Lage über dem Tal. Für Unterhaltung sorgt eine Fuchsmanguste.



Natürlich schauen wir uns auch das kleine, im ehemaligen Farmhaus untergebrachte, Museum an. Selbst mit dem Museum kann man aus heutiger Sicht kaum ermessen, wie extrem hart das Farmleben in dieser Region gewesen sein muss.



Auf dem weiteren Weg nach Twee Revieren sehen wir nur noch Vögel und Kleintiere, was für uns aber genauso schön wie die Big5 ist.




Das Auobtal gefällt mir landschaftlich wesentlich besser als das Nossobtal, da man hier tatsächlich auch das Gefühl hat durch ein Tal zu fahren.

Kurz nach Mittag erreichen wir Twee Revieren. Unter den freien Stellplätzen können wir uns unbeschränkt einen aussuchen. Die meisten Stellplätze auf der großen staubigen Fläche bieten keinen Schatten und die wenigen mit Schatten sind natürlich schon längst belegt. Wieder einmal sind wir froh über unsere große Markise. Obwohl die Campsite nicht schön ist, beschließen wir, heute nicht noch einmal auf Gamedrive zu gehen. Wir waren bislang jeden Tag fast durchgehend auf Achse und brauchen jetzt einfach mal ein bisschen Zeit zum lesen und chillen. Zwischendurch suchen wir auch den Swimmingpool auf, der recht nett gelegen ist.

Als langjähriger Camper denkt man ja schon alles auf diesem Gebiet gesehen zu haben, wird dann aber doch immer mal wieder überrascht. So wie heute von unseren Zeltnachbarn, welche eine transportable Klimaanlage für Ihr Zelt dabei haben. Ich bin mir unsicher, ob ich neidisch bin oder es lächerlich finde, denn immerhin haben die Temperaturen hier im Park jeden Tag die 40°C überschritten.

Nach Sonnenuntergang gehen einige Campmitarbeiter über die Campsite und singen Weihnachtslieder. Auch viele Zelte sind weihnachtlich geschmückt und vor einem steht sogar ein Plastikweihnachtsbaum. Das alles ist hier in der Wüste schon ein sehr surreales Erlebnis.

Als Kompensation für den ruhigen Nachmittag in Camp gönnen wir uns heute einen Night-Gamedrive, welcher um 21:30Uhr startet. Schon nach 10m stoppt der Wagen zu ersten Mal und der Guide zeigt uns eine Eule auf einem Baum direkt am Wegesrand. Das geht ja schon mal gut los. Und so bleibt es auch für den Rest der Fahrt. Durch die hohen Tagestemperaturen im KTP scheint es hier besonders viele nachtaktive Tiere zu geben. Springhasen, Scrub Hares, Schakale, Kapfüchse, Löffelhunde, Genets und African Wildcats tauchen im Spotlight der Scheinwerfer auf. Leider sind alle zu weit entfernt oder zu wuselig, als dass ich auch nur ein einziges Foto hinbekomme, aber angeblich sind ja die wichtigsten Bilder die Bilder im Kopf. Nur leider habt Ihr nichts von den Bildern in meinem Kopf.
Letzte Änderung: 07 Mär 2019 09:24 von Topobär.
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