THEMA: Die Märchen-Tour
07 Mär 2015 22:57 #376474
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19. Januar :

Wir verlassen die Sarasungu Lodge-- oder heisst sie doch Sarusungu Lodge, denn so steht´s hier angeschrieben-- und fahren zurück nach Rundu, um zu tanken.






Dann fahren wir vor die Tore der Stadt an die Sewage Ponds, wo ich vor zwei Jahren war und eine mannigfaltige Vogelwelt angetroffen hatte. Mittlerweile sind die Ponds eingezäunt, und die wilden Müllkippen sind noch grösser geworden. Schade.

Über eine Querverbindung fahren wir zurück auf die B 8, um von nun an zweihundert Kilometer geradewegs nach Osten zu steuern. Steuern ist nicht ganz richtig, eigentlich könnte man das Lenkrad festketten, denn auf die gesamte Länge hat´s keine zehn Kurven.

Einmal muss ich bremsen und wenden, denn ein Flap-neck Chameleon tapst auf der Pad rum. Hier müssen wir helfen, Bastian trägt den kleinen Drachen über die Strasse, dafür muss er nun bikkie modeln. Und er macht seine Sache gut, er zeigt uns sogar, wie man eine Heuschrecke fängt. Und obwohl man genau ahnen konnte, was passieren wird, war ich doch zu langsam, um die Zunge im Einsatz zu knipsen.








auf dem Hochstand


auf der Pirsch



Waidmannsheil



Waidmannsdank


Noch einmal halten wir, weil über der B 8 ein Weissstorch kreist--ist mein Erster in Afrika.

In Divundu halten wir bei der Tanke, um im Shop ein paar Sachen zu kaufen, aber der Laden ist praktisch leergefegt. Es gibt kein Fleisch, keine Milch, Joghurt sowieso nicht. Nur einen Beutel Eis für die Coolbox können wir erstehen.

Dann nehmen wir die C 48 an Bagani vorbei Richtung Botswana. Wir steuern das Ngepi Camp an, denn ich will mir mal die Campsites hier ansehen. Aber das Camp ist wohl mehr für Overlander ausgelegt. Jedenfalls sagen mir die Stellplätze nicht zu, ziemlich klein inmitten dichter Vegetation. Vom Fluss sieht man nicht viel.

Wir drehen um und fahren zur Mahangu Safari Lodge, hier kenne ich mich aus, hier ist alles fest in deutscher Hand.



Nachdem wir unsere Zelte aufgestellt haben, erkunden wir ein bisschen das Gelände. Dabei muss die Kamera mit, denn es hat viele verschiedenste Vögel hier. Doch zuerst erwische ich einen Charaxes jasius saturnus--wenn das nicht ein toller Name für einen tollen Falter ist.


Foxy Emperor, der offensichtlich schon mal "Kontakt" mit einem Insektenfänger hatte.



ein Flussuferläufer sucht hier im trockenen Laub nach Insekten, nicht gerade typisch.



ein Blue-eared Glossy Starling



der Heuglin´s Robin-Weissbrauenrötel ist eine wahre Augenweide.



Marula-Früchte

Vor dem Abendessen schlendern Basti und ich noch etwas über die vor der Lodge befindlichen Floodplains. Hier grasen Herden von Nguni-Rindern, teilweise mit mächtigen Hörnern.






prächtiger Harley-Lenker

Ein Gewitter ist im Anmarsch, und schleunigst sprinten wir zurück ins Camp. Gerade noch rechtzeitig, um das Überdach übers Zelt zu ziehen, dann fängt es zu pladdern an. Wir suchen die Bar auf und bestellen uns eine Runde Gin-Tonic, die wir genüsslich unter der Lapa über dem Fluss süffeln.
Dann kochen wir noch eine Thermoskanne voll Tee, denn morgen wollen wir in aller Frühe aufstehen, damit wir pünktlich um 6.00 Uhr am Gate des Mahango Parks sind. Es dauert ewig, bis das Wasser kocht, denn mit dem Regen hat ein ziemlicher Wind eingesetzt, der uns fast den Kocher auspustet.

Mein Besuch der Dusche wird noch mit drei Reed-frogs gekrönt, denen es wohl hier im Trockenen mehr zusagt als draussen im Regen.



Endlich kriege ich mal die so herrlich melodisch klickenden "Xylophon-Frösche" zu sehen.

Der nächste Tag sieht uns wie gesagt im Mahango Park, vorausgesetzt es hört auf zu regnen.

Schaun mer mal.

Matthias
Letzte Änderung: 11 Mär 2015 23:23 von fotomatte.
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11 Mär 2015 22:48 #376927
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20. Januar :

Irgendwann in der Nacht hat es aufgehört zu regnen, und als wir kurz nach fünf Uhr aufstehen, sind die meisten Wolken abgezogen. Es verspricht wiederum ein schöner Tag zu werden.
Nach einer Katzenwäsche und einem heissen Tee aus der Thermoskanne starten wir den Condor und fahren bis zum Gate, das aber noch geschlossen ist. Punkt sechs Uhr wird aufgeschlossen, und wir fahren gleich durch bis kurz vor den Grenzposten Mohembo, um dann nach links Richtung Okavango River abzubiegen. Nun fahren wir "mit dem Licht", was natürlich zum Beobachten angenehmer ist.


Plan vom Mahango Park. Ich habe die C 48 und die Loop-Road sowie die Pad zum Wasserloch gelb unterlegt.

Noch vor Sonnenaufgang finden wir das erste Wild.


ein Kronen-Duiker





als wir bei Kwetchi an den Okavango kommen, ist die Sonne aufgegangen.



ein Schmarotzermilan putzt sich in der Morgensonne.



Grey-headed Kingfisher im vollen Gegenlicht



immer wieder schön: Little Bee-eater



Coppery-tailed Coucal

Wir fahren weiter bis zu den beiden riesigen Baobabs, aber es ist nur noch der Dicke, etwas kleinere an seinem Platz. Der Höhere liegt am Boden, die Äste sind von den Elefanten schon weitgehend abgeäst worden.












ein wahrer Gigant von Baum






Woodland Kingfisher



Blue-cheaked Bee-eater



Smoky Orange Tip



Fawn-coloured Lark



Blacksmith Plover

Natürlich gibt es nicht nur Flattermänner zu sehen, so früh am Morgen sind auch jede Menge Vierbeiner unterwegs.



Red Lechwe Bock



wir geraten in ein Rudel Impalas, sicher sind es mehr als hundert Tiere. Dabei ist ein ganzer Kindergarten voller Kitze.
Sie stehen nur drei, vier Meter neben dem Auto und lassen sich nicht stören. Wir geniessen die friedliche Atmosphäre inmitten dieser grazilen Antilopen.



Vervet Monkey

Fortsetzung folgt

Grüssle, fotomatte
Letzte Änderung: 11 Mär 2015 23:13 von fotomatte.
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12 Mär 2015 22:51 #377064
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weiterhin 20.Januar vormittags :

noch ein paar Vierbeiner aus dem Mahango Park :



Grosser Kudu



Riedbock



Steppenzebra



Streifengnu

jetzt müsst ihr noch ein paar mehr Vögel ertragen, fangen wir mit einem Übergangsbild an.



junger Gaukler



dito im Flug



erstmals gelingt mir ein Bild vom Long-tailed Starling



den kennt nun Jeder: Crimson-breasted Shrike



sein europäischer Verwandter ist der Neuntöter, hier ein Männchen



Carmine Bee-eater



weil sie so schön sind, gibt es noch einen solchen Vogel.



auch ein ganz bunter Vertreter, den natürlich auch alle Besucher des südlichen Afrikas kennen: die Gabelracke. Zu dieser Jahreszeit allerdings ohne die typischen langen Schwanzfedern. Diese tragen sie nur zur Brutzeit.



Elefantendung ist ein äusserst beliebter Stoff bei Mistkäfern, und deshalb sitzen hier gerne die Racken an, um sich einen dieser dicken Käfer zu greifen.



einer Farbexplosion gleich kommt es, wenn die Vögel ihre Schwingen öffnen.

Nun bleiben wir beim Elefantendung, denn der ist auch für andere Tiere interessant. Zum Beispiel saugen gerne Schmetterlinge daran, um Salze aufzunehmen.


dieser Bushveld Emperor saugt aber auf einem Mistkäfer, der tot auf dem Dung liegt.



nochmals ein Foxy Emperor, nun aber ein Exemplar im Bestzustand. Und sogar mit leicht geöffneten Flügeln.



ein Blue Pansy-Weibchen. Diese sind sogar "schöner" als die Männchen--denen fehlen die rotgerandeten Augenflecken.



bleibt noch ein Dickkopffalter, ein Sandman der Gattung Spialia, der auf feuchtem Sand beim Wasserloch Thingwerengwere saugt.

ein Reptil bleibt noch zu erwähnen--eine Leopardenschildkröte




Normalerweise beenden wir unsere Gamedrives so gegen elf Uhr, denn es wird dann zu heiss, und die Tiere verstecken sich im Schatten unter Bäumen. Aber heute ziehen immer wieder Wolkenfelder durch, und so ist es "nur" gut warm, deshalb ist es schon bald zwei Uhr mittags, als wir aus dem Park und zurück zur Mahangu Lodge fahren, um endlich etwas zu Essen.
Danach wollen Bastian und ich gleich wieder in den Park, während Hilde es vorzieht, am Pool zu relaxen.

Den Abenddrive gibt´s demnächst in diesem Theater,
bis dahin

Matthias
Letzte Änderung: 12 Mär 2015 23:26 von fotomatte.
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18 Mär 2015 22:31 #378043
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20. Januar Nachmittag :

Gegen drei Uhr mittags fahren also Bastian und ich wieder in den Mahango Park ein , während Hilde es sich am und im Pool bequem macht.
Wir nehmen gleich linksabbiegend die Loop-Road, wo neben den üblichen Vierbeinern auch einige noch nicht gesehene Vögel zu beobachten sind.

Als erstes entdecke ich einen ganzen Trupp Pratincoles, also Brachschwalben, wobei ich meinte, es handele sich um Rotflügelbrachschwalben. Nach Durchsicht der Fotos bin ich mir nicht mehr sicher bezüglich dieser Spezies, zumal ich nur wieder so verflixte Jungvögel abgelichtet habe.





bei dem gibt es kein Vertun, es ist ein African Hoopoe.



Rotschnabelfrankolin



Wattled Cranes-Klunkerkraniche
Beim Anpirschen an die Kraniche bemerken wir ein Nilpferd unterhalb von uns, welches schon vor der Zeit an Land gekommen ist, um seinen Hunger nach frischem Gras zu stillen.






es wird von Madenhackern begleitet, die ihm rechts und links am Hals hängen und nach Parasiten Ausschau halten.







Wattled Plover-Senegalkiebitz

Als Nächstes finden wir ein paar Giraffen. Zuerst sehen wir einige Tiere weiter entfernt. Auch dass davor noch Antilopen im Gras liegen, habe ich erst jetzt gesehen.





Dann bemerken wir aber, dass unmittelbar neben uns eine weitere Giraffe ihren Hunger an einem Weissdorn stillt.









Kurz bevor wir zu den Baobabs kommen, pirschen wir uns noch an einen Fish Eagle ran, der dekorativ auf einem waagerechten Ast aufgeblockt hat.





Gewitterstimmung über dem Okavango. Aber heute bleibt es trocken, der Regen zieht südlich vorbei.



dann finden wir einen Herrenclub Kudus, es sind mindestens sieben Spiralhornträger versammelt.



die Tsessebes stehen leider in sehr hohem Gras.



Grautoko-Weibchen, das gerade eine Libelle gefangen hat.

Auf dem Rückweg--das Gate wird leider schon um 18.00 Uhr geschlossen--kommen wir wieder bei den Kranichen vorbei, die nun deutlich näher am Weg nach Nahrung suchen und das haltende Auto nicht aushalten.





einen sonnenbadenden Water Monitor entdecken wir zufällig neben der Strasse, und kurz bevor wir den Park verlassen, bekommen wir noch ein Dessert serviert--Büffel an Schweinen.



Etwas abseits steht ein übellauniger Dagga-Boy und mustert uns eindringlich.




Dann verlassen wir den Park, aber wir werden nochmals wiederkommen. Einen Tag haben wir noch "in Reserve", und wenn alles glatt läuft, dann wollen wir die Reserve hier aufbrauchen, darüber sind wir uns schnell einig. Denn so klein dieser Park ist, so viel hat er zu bieten.
Dieser Plan sollte sich noch mehrfach bezahlt machen.

Im Camp hat Hilde schon das Abendessen vorbereitet, und anschliessend gehen wir zum Sonnenuntergang auf den Aussichtsturm, wo wir am gegenüberliegenden Ufer eine Buschbock-Geiss mit einem Kitz an einer Salzlecke beobachten können.
Danach folgt der so geliebte Gin-Tonic auf dem schönen Deck über dem Fluss, dazu grunzen die Hippos, es klicken die Frösche, und ein paar Fledermäuse huschen übers Wasser.

Morgen wollen wir weiter Richtung Osten an den Kwando fahren,

bis dahin.

Matthias
Anhang:
Letzte Änderung: 18 Mär 2015 23:10 von fotomatte.
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21 Mär 2015 21:31 #378413
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21. Januar. Wenn einmal der Wurm drin ist, geht er nimmer naus.

Der Morgen startet stark bewölkt, und so starten wir ganz gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück mit Milliepap und Broten.
Ein kleiner Rundgang ergibt eine Raupe, die ich noch nicht gesehen habe,





sowie diese abgefahrene, auf-Blatt-machende Gottesanbeterin.

Direkt am Zelt finden sich Fussabdrücke unseres nächtlichen Besuchers, den ich zwar ein paar Mal habe schmatzen hören, aber dass er soo nahe war, hätte ich dann doch nicht gedacht.




Dann brechen wir die Zelte ab, zahlen unsere Rechnung und verabschieden uns vom Mahangu Camp mit der geäusserten Vermutung, dass wir ja schon bald wieder auf der Matte stehen werden.

In Divundu tanken wir voll und gehen im Shop einkaufen. Hier hat sich-oh Wunder- was getan, die Regale sind komplett aufgefüllt. Wir fahren über die Bagani Bridge, und biegen sogleich, direkt vor dem Knast, rechts ab auf eine unscheinbare Buschpiste zur N//Goabaca Campsite. Der Regen von vorletzter Nacht hat den Sand teilweise sehr tief werden lassen, und nachdem ich das Auto festgefahren habe, lassen wir es stehen und gehen die restlichen Meter zu Fuss bis zum "Office".


im feuchten Sand stehen auch die Abdrücke von Hippos. Mehrfach findet sich frischer Hippodung, und auf diesem sitzen einige Schmetterlinge um zu saugen.



Common Dotted Border, dahinter noch ein Veined Swordtail.



Darker Commodore, der auf den schönen Namen Precis antelope hört.



weiters finden wir dieses hübsche Chamäleon, das im Zeitlupentempo durch den Busch klettert.

Dann bezahlen wie die Day-Use-Fee von 20 Nam$ pro Person-vor zwei Jahren waren es noch 10 $- und laufen bis zu den Popa Falls.





Am Ufer finden sich zahlreich diese feuerroten Libellen




und auf dem Rückweg entdecken wir wiederum eine nochmals komplett andersartige Gottesanbeterin.




Wir fahren zurück auf die B 8. Nun geht es weitere zweihundert Kilometer geradeaus Richtung Osten. Ein paar Mal sehen wir Elefanten, sie stehen aber ziemlich versteckt im Busch.
Wir kommen an die Brücke über den Kwando, dann folgt der Polizeiposten und neuerdings eine Viehseuchen-Desinfektionsstelle. Dazu werden die Räder mit einer Lösung abgesprüht, und wir dürfen über eine getränkte Matte stiefeln. In Kongola besuchen wir die zwei von den örtlichen Communities betriebenen Souvenirläden, dann fahren wir auf der nagelneu geteerten C 49 Richtung Süden.
Wir passieren den Abdreh zum Mavunje Camp, aber es liegt ein Busch quer über der Zufahrt, das Camp ist geschlossen.
So fahren wir weiter, denn als Alternative habe ich mir das Malyo Wilderness Camp rausgesucht. Es liegt unmittelbar vor dem Mudumu NP.



Cross the bridge ( it is very safe to cross with vehicles ) , so steht es auf den Plakaten von Malyo.

Als wir an die Brücke kommen, steigt Bastian aus, um mir die beste Spur zu zeigen, und ich fahre langsam über die Knüppelbrücke. Das geht auch ganz gut, bis etwa zwei Drittel zurück gelegt sind, und mit einem Mal schieben die hinteren Antriebsräder die Knüppel nach hinten durch, und beide Räder hängen frei.







Der Condor liegt auf den Blattfedern auf. Oha! Ich steige aus und besehe mir die Misere. Dann mache ich erstmal ein paar Fotos, anschliessend bringen wir die Taschen mit den Papieren, Kameras und anderen Wertgegenständen ans rettende Ufer, nur für den Fall, dass das Auto noch weiter einbricht. Denn dass wir nun ein Problem haben, ist klar. Hilde macht sich zu Fuss auf, um ins Malyo Camp zu gehen und Hilfe zu organisieren. Derweil versuche ich mit Bastian, den Condor mithilfe des Jacks so hoch zu bocken, dass die Hinterräder frei kommen, und wir weitere Knüppel einfügen können. Das Problem ist: wir müssen einen Knüppel für den Jack finden, der so stabil ist, dass er nicht durchbiegt und womöglich bricht. Das Prozedere wiederholen wir auf der anderen Seite, und als wir ein paar Knüppel eingefügt haben, und von Hand sich da nichts weiter bewegen lässt, lassen wir das Auto ab, und ich wage einen Versuch. Etwa einen knappen Meter gewinnen wir, dann verrutschen die Stämmchen wieder nach hinten durch, und der Condor liegt noch tiefer.



der hübsche Channel von der Brücke aus gesehen.

Es ist jetzt kurz vor 17.00 Uhr, in zweieinhalb Stunden wird´s dunkel.
Hilde kommt zurück, im Camp war nur eine Person, er hat aber versprochen, ein paar Arbeiter zu organisieren.
Derweil versuchen wir wiederum, den Condor hoch zu bocken. Das Stämmchen ist aber wohl zu dünn als Widerlager, es biegt durch, dadurch kommt der Jack schräg, rutscht ab und verkeilt sich unterm Bodenblech. Blöd ist auch, dass dabei die Kurbel abgerutscht ist und sich plingplong zweimal aufschlagend in die Fluten des Channels verabschiedet. Das Wasser ist klar, und wir können ihn in rund anderthalb Meter Tiefe liegen sehen. Gibt´s hier Krokos?
Als wir gerade resümieren, was uns nun noch an Möglichkeiten verbleibt, vernehmen wir aus dem Nichts Motorengeräusch. Zwei Typen vom nebenan befindlichen ( vier Kilometer entfernten ) Camp Kwando kommen mit einem Toyota LC angefahren. Sie halten nicht einmal, sondern fahren gleich weiter und etwa fünfzig Meter entfernt durch eine Furt. Das Wasser spült über die Motorhaube, aber der LC hat ja einen Schnorchel.
Dann kommen sie bis ans Ende der Brücke, steigen aus und fangen an zu machen. Keine Fragen, kein Lamentieren.
Zuerst wird die Seilwinde abgespult, das Seil ist aber nicht lang genug. Macht nichts, es wird mit einem Bergegurt verlängert. Dann werden noch die Knüppel mittels Zurrgurten fixiert, sowohl nach vorne wie auch nach hinten, damit sie nicht weiter verrutschen können, und dann versuchen wir langsam mit der Winde den Condor ans rettende Ufer zu ziehen. Geht aber nicht, die Winde ist zu schwach. Nun wollen wir versuchen, mit dem rückwärts fahrenden LC das Auto frei zu schleppen. Es gelingt beim zweiten Versuch. Riesige Erleichterung. Ich kontrolliere den Unterboden, die Federn, die Räder, halt alles, was man so erkennen kann. Ich kann nichts fehlerhaftes entdecken, scheint so, als hätte der Condor den Ausflug unbeschadet überstanden. Die Sonne ist untergegangen, es wird schnell dunkel.
Wir laden unsere Taschen ein und folgen dann dem LC bis zur Furt. Hier wollen wir den Condor anhängen, denn wir haben Bedenken, durch das rund 80 Zentimeter tiefe Wasser durchzufahren. Als das Auto in der richtigen Position steht und angehängt ist, lässt sich der LC nicht mehr starten. Er hat zwar zwei Batterien, aber jetzt in der Low Season ist er schon länger nicht mehr gefahren worden, und entsprechend leer sind die Batterien.
Mit dem Cellphone wird ein weiteres Fahrzeug vom Camp Kwando herbeordert, das Überbrückungskabel an Bord hat.
Es ist stockdunkle Nacht, und die Riedfrösche klicken am Ufer des Channels. Sie lassen sich wunderbar von der Kopflampe angestrahlt, beobachten.
Ferner hat es zahlreiche Glühwürmchen, die mit einer intelligenten Intervallschaltung blinkend herumfliegen.
Das Auto kommt, und mittels Ladekabel versuchen wir vom Condor Starthilfe zu geben. Das muss scheitern, denn die kleine Batterie ist einfach zu poplig für die grossen Powerpacks des LC.
Das andere Auto, ein Isuzu-Bakkie, wird auf unsere Seite gefahren. Ich räume den Platz neben dem LC, dafür probieren wir den Starthilfevorgang nochmals mit dem Isuzu. Aber auch diese Prozedur führt nicht zum Erfolg, der LC lässt sich nicht starten.
Na gut, dann hängen wir den Condor an den Isuzu, fahren durchs Wasser, und holen den gestrandeten LC am nächsten Morgen.
Der Isuzu fährt los und ich versuche, das Seil schön auf Spannung zu halten, dabei aber möglichst selber zu fahren und nicht nur geschleppt zu werden. Mitten in der Furt bremst der Isuzu abrupt, im letzten Moment kann ich auch bremsen, ohne aufzufahren. Was ist denn nun los?
Aha, der Isuzu ist abgesoffen, der hat keinen Schnorchel. Wir lösen das Seil, und ich fahre den Condor ohne Probleme rückwärts wieder aus dem Wasser. Wurde auch Zeit, denn unten am Türschweller fing es schon an, rein zu drücken.
Nun sind also drei Autos gestrandet. Eines im Wasser, und zwei am falschen Ufer.
Ein neuerlicher Anruf, ein weiteres Fahrzeug wird benötigt.
Irgendwann kommt das Gamedrive-Auto der Lodge, und wir tragen unsere wichtigen Sachen durch die Furt--scheinbar gibt´s hier doch keine Krokos-- ans andere Ufer.
Alle Mann fahren wir nun endlich, es geht schon auf 22.00 Uhr zu, in Richtung Camp Kwando, wo wir ohne grosses Palaver die Chalets 1 und 2 bekommen.
Morgen um 8.00 Uhr werden wir uns dann um die Auto-Rettung kümmern.
Wir duschen noch, und gehen dann ohne Abendessen, und was schlimmer ist, ohne Sundowner in die Betten. Was für uns als Camper ganz ungewohnt ist, aber die sehr gemütlichen Betten erweisen sich als gerade richtig nach solch einem Tag. It is very safe to cross with vehicles. Ahja.

Aber ich bin selbst schuld, ich hätte mir die Brücke zuvor ansehen sollen, dann hätte ich schon merken können, dass die Knüppel nicht richtig ( eigentlich gar nicht ) fixiert sind.
Nun, jetzt jedenfalls ist das Teil so desolat und weist derart grosse Löcher auf ( wegen unserer Stammeinflechtungen, die mussten wir ja weiter hinten ausbauen ),dieses Schicksal sollte weiteren Aspiranten versagt bleiben. Denn dass wir nicht das erste gestrandete Auto auf dieser Brücke waren, haben uns die Jungs vom Camp Kwando erzählt.

Vom Camp Malyo übrigens hat sich niemand blicken lassen.

bis demnächst,
Matthias
Letzte Änderung: 21 Mär 2015 23:48 von fotomatte.
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29 Mär 2015 22:33 #379473
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22. Januar :

Nach einer guten und wohl verdienten Nachtruhe stehe ich gegen 6.30 Uhr auf und nutze die Zeit, bis die Jungs vereinbarungsgemäss kommen wollen, um mir etwas das Gelände des Camps anzusehen.
Alles sehr ordentlich und aufgeräumt, die Chalets in einem akzeptablen Abstand zueinander, sodass ein bisschen Privatsphäre garantiert ist. Etwa fünfzehn Chalets liegen direkt an der Riverfront eines Kwandoarmes, ein recht grosser Camping befindet sich weiter hinten unter grossen Schattenbäumen mit Rasen.






Baumhörnchen spielen "Fangen" auf den Geländern und Dächern



Jacanas stolzieren auf den Seerosen umher, leider ist die Sonne noch nicht hoch genug.



aber dieses Chin-spot Batis-Männchen, von dem mir nur dieses eine Bild gelingt, hat schon ein paar Sonnenstrahlen getankt.



schöne, üppig blühende Frangipani-Bäume ( vielen Dank, Mädels ) gibt es hier in der Anlage. (Leider habe ich keine Ahnung bezüglich der Art.)

Dann ist es auch schon acht Uhr, und pünktlich erscheint einer der beiden "Macher", um sich den Schlüssel des Condors zu holen. Basti und ich wollen aber gerne mit, um ein paar Bilder zu schiessen.
Mit dem Gamedrive-Wagen fahren wir wieder zurück an den Tatort. Während der Fahrt erfahren wir, dass die Jungs gestern Abend noch bis 0.30 Uhr geschuftet haben, um den Isuzu wieder aus dem Wasser zu bergen und aufs Lodgegelände zu schleppen. Dort steht er jetzt mit offener Motorhaube, und sie haben in aller Frühe begonnen, den Motor zu zerlegen, um das Wasser zu entfernen.
Wir erreichen den Channel, und da stehen die beiden Gestrandeten im schönsten Sonnenlicht--nur auf der falschen Seite.






Hilfe ist im Anmarsch



in der Ferne steht die Knüppelbrücke ohne Unrechtsbewusstsein



die neue Batterie ist im Anmarsch.

Nachdem die Jungs eine der pappen Batterien ausgebaut haben, holen sie aus dem Gamedriveauto eine volle Batterie und schliessen sie im LC an. Ohne Zögern startet der Motor, und wir können wie geplant den Condor anhängen und im Konvoi ohne weitere Probleme durch die Furt auf die richtige Seite zurück fahren--alles ganz easy. Manchmal muss man tatsächlich erst eine Nacht über eine Angelegenheit schlafen, und -trara-am nächsten Morgen sieht alles anders aus.



unsere "Helden der Arbeit"

Während die Jungs gewerkelt haben, nutze ich die Zeit, um ein bisschen zu fotografieren.



Barn Swallows-Rauchschwalben sitzen auf einem abgestorbenen Baum direkt neben dem LC und tanken die Morgensonne.



Waterlily



im Gegenlicht




Jetzt könnten wir eigentlich zurückfahren zum Camp Kwando und ein wohlverdientes Frühstück zu uns nehmen. Der LC fährt voraus, ich fahre als Zweiter, warte allerdings, bis der Gamedrive-Wagen folgt. Macht er aber nicht, also steige ich aus und frage, was los sei. Der Fahrer wollte losfahren, hatte aber die Leitern für den Aufbau nicht wieder hochgeklappt, und diese haben sich jetzt wie ein Pflug in den Boden eingegraben, und der Wagen lässt sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen.
Ich frage, ob ein Spaten an Bord sei. Auf die Verneinung eile ich mit dem Lächeln des Triumphes zum Condor, hole den Klappspaten und buddle die Leitern aus. Die erste der Beiden ist abgerissen und hängt nur noch am seidenen ( Metall )Faden, die Zweite hochgeklappt und eingeklinkt, und dann können wir endlich zurück fahren.

Dort angekommen. setzen wir uns in den offenen Dining-Bereich direkt überm Wasser und geniessen ein schönes Frühstück mit Eiern, Speck, Bohnen und Toast.

Dann möchte ich gerne bezahlen, und der Manager--wie ich jetzt bemerke, ist er der Fahrer des Isuzu--meint, wir wollten ja eigentlich Campen, also sollten wir fürs Campen bezahlen.
Ich sage daraufhin, dass wir in Chalets geschlafen hätten, und selbstverständlich bezahlen wir die Chalets.
Fürs Frühstück will er Nichts verlangen, und die Frage nach den Kosten unserer Errettung will er überhören. Das sei schon OK. Ich runde die Rechnung daraufhin grosszügig auf, und frage noch nach dem Isuzu. Es wäre noch nicht sicher, ob sie ihn wieder zum Laufen bringen, wäre sonst halt ein Fall für die Versicherung.

Ich weiss nicht, wie die Geschichte ( mit dem Isuzu ) weiter und ausgegangen ist, ich weiss aber, dass wir den Jungs vom Camp Kwando unermesslich dankbar sind, dass sie so plötzlich aus heiterem Himmel aufgetaucht sind und uns so selbstlos geholfen haben.

Wir packen unsere Sachen und verabschieden uns noch vom Caretaker, der schon darauf wartet, die Chalets sauber zu machen.




Dann verlassen wir das Camp Kwando und fahren auf die C 49 zurück, um via Mudumu NP nach Katima Mulilo zu gelangen.
Anfangs fahre ich noch sehr vorsichtig, um rechtzeitig zu bemerken, sollte mit dem Wagen was nicht in Ordnung sein. Aber alles ist Bestens, er zieht nicht einseitig, die Bremsen funktionieren einwandfrei, keine Unwucht ist zu bemerken-der Condor hat den Ausflug über die Knüppelbrücke ohne jede Macke überstanden.

liebe Grüsse,
fotomatte
Letzte Änderung: 22 Mai 2015 18:56 von fotomatte.
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