THEMA: Im Südwesten Namibias, März 2009
01 Feb 2010 17:35 #128108
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  • Ingrids Welt am 01 Feb 2010 17:35
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Schöner Bericht, vielen Dank!

Dabei schaue ich hier aus dem Fenster und freue mich auf den März 2010 - dann sind wir nämlich genau dort im Süden, u.a. auch in Koiimasis und Klein Aus Vista.
Mit 4x4 ... :woohoo:

Bin gespannt auf die Fortsetzung...

Gruß
Ingrid
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01 Feb 2010 22:16 #128157
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  • katja999 am 01 Feb 2010 22:16
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Und wir folgen im April!
Haben gerade die Campsite in Klein-Aus Vista und Koiimasis gebucht! :)
Danke für den Bericht und die schönen Fotos, die Fernweh aufkommen lassen!
Katja
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03 Feb 2010 23:18 #128383
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  • lilytrotter am 03 Feb 2010 23:18
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Vielen Dank, Euch Beiden. Und viel Spaß im grünen Namibia.

Also weiter.


Ja, und auch die folgenden 3 Tage sind als eigener Thread „Lüderitz im März 09“ schon im Forum vorhanden. Das meiste davon jedenfalls.
- Das kommt davon, wenn man mal eben einen Teil Tagebuch schreibt und nicht glaubt, dass man jemals vielleicht doch ein Ganzes daraus machen will. Das hatte ich nämlich gar nicht vor, denn diese Reise war von ziemlich frustrierenden Begleiterscheinungen durchzogen. Es gibt eben solche und andere Reisen. -
Nun müssen die, die es schon kennen, mal kurz für 3 Tage den Schnellgang einlegen. Allerdings sind jetzt Fotos dabei, die zuvor noch nicht im Lüderitz-Bericht waren.


Freitag
Gemütliches Frühstück. In der Rezeption nach dem Sendlingsdrif-Pont (Ponton-Fähre über den Oranje) und der C13 Fish River Brücke gefragt. Man telefoniert extra für uns. „Pont: Washed away. Still out of order. Fish River Bridge: O.K., repaired.” - Ja, man hatte es uns schon angekündigt, aber wir sind ja zäh in unserem „Glauben“, dass es vielleicht doch nur ein Gerücht sei. - Na, dann. Ade, Richtersveld. Wir werden trotzdem in 2 Tagen auf dem Rückweg von Lüderitz noch einmal fragen. Bye, bye.
Fahrt nach Lüderitz.
Viele sagen, dass man hier nur einen Tag zu bleiben braucht, weil es eh nix zu sehen gibt. Das glaub ich nicht. Viele machen nur einen Tagesausflug von Klein Aus hierher oder zur Kolmannskuppe. Das ist mir völlig unverständlich. Und viele fürchten die windige Campsite auf Shark Island. Bitte? Wir alle kommen aus dem kalten Norden, machen hier einen auf 4x4-Explorer, aber zittern vor einer windigen Campsite an der See. Nun ja, bei Sturm ist es überall unangenehm und der Atlantik kann manchmal rau sein, aber es ist doch auch gerade der Kontrast von Wüstensand und trockener Hitze - zu Meer und salziger Brise, der eine spannende Abwechslung bietet, das verpasst man sonst. - Und wir haben März.

Bei Garub haben wir das Glück eine große Herde der „Wildpferde“ zu sehen, Nachfahren der hier freigelassenen deutschen Schutztruppenpferde. Ganz dicht stehen sie und grasen so vor sich hin. Unser Auto scheint sie sehr zu interessieren, sie lecken genüsslich Stoßstange und Kotflügel ab. Wahrscheinlich schmecken die Reste des Tsauchab-Schlamms salzig.


Außerdem am Wegesrand ein Chamäleon entdeckt, das ausgiebig untersucht wird.



Weiter, immer parallel zur alten Bahnstrecke. Hie und da Reste alter Bahnhäuschen, streckenweise liegen neue Betonschwellen zum Wiederaufbau der Strecke bereit, streckenweise ist sie schon fertig. Vielleicht wird es ja irgendwann mal eine historische Zugfahrt zwischen Keetmannshoop und Lüderitz geben? Wäre der Stadt, die ein etwas stiefmütterliches Dasein in der touristischen Wahrnehmung führt, nur zu wünschen.

Kurz vorm Airport Lüderitz steht ein Pick Up, quer zur Fahrbahn am Straßenrand und eine Gruppe Schwarzer drumrum. Einer gestikuliert hilfesuchend. Hm. Unfall? Nee. So viele Leute… Fahren mit reduzierter Geschwindigkeit vorbei und versuchen die Situation zu erfassen: Pick Up. Steht mit dem Heck zu einer Minidüne. Gehäuft beladen mit Sand. Aber wie! Total überladen, achsbruchverdächtig. Die kriegen das Teil nicht mehr raus. - Wir bremsen, setzen zurück. Gehen hin. Sie hätten gern, dass wir sie mit der Winde rausziehen. Aber dafür müssten wir auf die andere Straßenseite, das ist hier in der Kurve viel zu gefährlich. Ich denke sie laden besser wieder was ab. Nee!! Falsch gedacht. - Die Jungs buddeln noch ’n bisschen, dann schieben alle noch mal mit vereinten Kräften (der Motor jault markerweichend), tatsächlich das Teil aus der Kuhle auf die Straße. Die Räder machen ’ne Grätsche, die Reifen sind fast platt. Meine Güte, so überladen! - Und was kommt nun? Zweie setzen sich zum Fahrer in den Fond, die anderen beiden hinten drauf. Wir zeigen auf die fast platten Reifen, man beugt sich hinunter, befindet es für ausreichend und fährt. Wir folgen. Seehr langsam geht’s Richtung Flughafen. Zur Baustelle. Abbiegen. Großes Abschiedswinken. Afrika. Irgendwie auch ’n bisschen gaga: Wieso fahren sie nicht zweimal?? Typisch Afrika.

Im Abendlicht durch die Straßen von Lüderitz, eine hübsche leicht überschaubare, lebendige Kleinstadt, Jahrhundertwende-Architektur, ein wenig Bäderarchitektur, überwiegend sehr gepflegt, die Abendsonne knallt auf die Häuserfronten, ein Licht! Ich fotografiere begeistert.
Wir haben Lüderitz von vor 20 Jahren lange nicht so hübsch in Erinnerung, damals war es eine etwas triste Stadt, schien uns etwas erstarrt. Das ist jetzt ganz anders. Viele Häuser sind bunt angemalt, sehr farbig, eigenwillig bunt, sie geben dem Straßenbild einen ganz neuen, eigenen Charakter. Gut so! Es ist ein eigenes Flair entstanden, eben ein bisschen mehr afrikanisch. Angenehm.





Gehen an die Waterfront, zu Ritzi’s: Prawns mit gelbem Reis, schmackhaft, leider etwas trocken. Dazu gibt es die nette Atmosphäre und die gute Aussicht auf die Lüderitzbucht und den kleinen Hafen im Abendlicht. Langsam füllt sich das Restaurant bis auf den letzten Platz, mit gemischtem Publikum. Gute Idee der Stadtplaner, die Waterfront zu bauen.
Nach Sonnenuntergang zum Campingplatz auf Shark Island. Wir erinnern nix mehr, von damals, ich bildete mir glatt ein, es hätte einen kleinen Strand gegeben, haha! Alles purer dunkler Fels mit glatten Sandplätzen und flachen Schutzmauern. Ungewöhnlicher Ort, Klasse. Bei Sturm ist hier richtig was los, das erinnern wir noch gut von damals, es war verdammt windig, unser Zelt hat ziemlich gezappelt.
Jetzt allerdings haben wir geniales Wetter, es weht eine leichte warme Brise. Wir zelebrieren unseren Sundowner heute nach sunset und genießen den Ausblick zu beiden Seiten: Nach Westen, auf den Atlantik im Dämmerlicht; nach Osten, auf den Hafen, die Lichter der Stadt und ihre Spiegelungen auf dem Wasser.

Samstag
Shark Island, eine seichte Brise: Breakfast at the Seaside, mit Weitblick! Boah! Das ist First Class: Cappuccino, Toast, Butter, Feigenmarmelade, Frischkäse mit Smoked Salmon. Abertausende von Kormoranen, Bank Cormorant und Cape Cormorant ziehen über das Wasser in Richtung Diaz Point, die auslaufende ‚Sedina’ tuckert an Shark Island vorbei, hat ihr braunes Segel gehisst, sieht gut aus in der Morgensonne.
Ausgestattet mit Ferngläsern und Kamera sitzen wir am Mäuerchen und genießen. Die Möwen tippeln erwartungsvoll hin und her, der sanfte Wind kühlt angenehm.


Aber es ist wie immer bei diesen Kurz-Reisen, alles immer nur kurz … Wir haben noch was vor, heute, also Bewegung!
Ab ins Landesinnere, vorbei am Fish Shop! Der liegt am Hafen, an der Straße zur Campsite (Insel Street), gleich am Anfang, links. Die gleiche Tür wie das „portugiesische Konsulat“(? oder so), was eigentlich gar keins ist, sagt man mir hinterher. – Und wir fahren dran vorbei und erkennen den Laden als solchen nicht; hätten anhalten, hineingehen und fragen sollen. Also, Crayfish und Fisch, ade. Hinterher wird uns von zwei Seiten diese Adresse bestätigt.
Der längst überfällige Ölwechsel ist dran, die Jungs in der Werkstatt arbeiten gut, aber wie immer ist es besser ein Auge drauf zu haben. Denn jeder kann mal Fehler machen… In der Zwischenzeit bei ‚Lüderitz Safari & Tours’ für morgen früh die ‚Sedina-Tour’ gebucht. Hier im Laden liegt ein antiquarischer Henno Martin aus … (Wem der wohl mittlerweile gehört?? Vielleicht einem hier aus dem Forum??) Ein Haus weiter zum Postamt, Briefmarken holen.
Kolmannskuppe: Die Führung haben wir verpasst, Ölwechsel plus abschmieren hat eben doch etwas länger gedauert. Aber egal, wir können ja auch so besichtigen. Ist uns ja auch nichts Neues. Morbide deutsche Kolonialgeschichte umweht uns. Sehr interessant. Auch hier sehr positive Entwicklung: Ein kleines Museum ist eingerichtet, das Haus des Krämers ist mit Inneneinrichtung bestückt, sehr anschaulich, ein Haus ist renoviert, es gibt einen Shop und ein Cafe, in dem man leckeren ‚home made’ Kuchen und Kaffee sowie Erfrischungsgetränke serviert bekommt. Das alles macht den Aufenthalt hier vielseitiger und sehr viel netter als früher, da war es in der Hitze nur anstrengend ohne Erholung. Die alte Kegelbahn, auf der wir damals kegeln durften, darf natürlich nicht mehr benutzt werden. Nun, es kommt mittlerweile auch ein Vielfaches an Besuchern hierher und alles wäre schnell verbraucht. Die meisten Häuser sind im gleichen zerfallenen Zustand, wie damals und das ist auch gut so. Wenn sie alles renovieren würden, hätte der Ort nicht mehr die Anziehungskraft. Denn das ist es ja, was man sehen will: Wie sich die Wüste die Stadt erobert, die Rahmen ohne Fensterglas, die Häuser ohne Türen, die Sandhaufen in den Häusern …







Wehe, sie räumen hier alles auf ... Sa um 13 Uhr ist Feierabend, ich fahre hinaus, parke vorm Tor, wir dürfen aber trotzdem noch die verfallenen Häuser oben am Hang erkunden.

Neben dem Eingang zur Kolmannskuppe liegt der Eingang ins Diamantengebiet von NAMDEB. Auffällig, die große blaue Halle – zum Röntgen der Fahrzeuge? An der Straße stehen die Warnschilder, das Gebiet neben der Straße nicht zu betreten: Diamantengebiet.


Wir fahren zurück Richtung Lüderitz, folgen vor der Stadt links einem Schild zum Dias Point und landen auf dem Weg dorthin im Bereich der Sturmvogelbucht an einer „Lagune“ in der Wüste. Für andere hätte dieser Platz hat den Charme einer Kiesgrube, nicht aber für uns. Auf einer winzigen Landzunge liegt unser Nachmittagsplatz: Baden im lauwarmen Wasser, es ist leider etwas sehr flach, aber man kann gerade eben schwimmen, ohne sich die Knie zu schrabseln. Eine seichte Brise kühlt. Essen im Schatten unseres Autos, dieser ist schon etwas breiter: Ja, der Tag neigt sich.
Weiter zum Diaz Point. In der Bucht links davor schwimmt was! - Delfine! Mindestens 10, nein, bestimmt 20 kleine Delfine! Begeistert schnappen wir unsere Ferngläser, so können wir sie gut beobachten, sie schwimmen in mehreren Gruppen und spielen. Wir stehen am Straßenrand und verfolgen ihr Spiel, am Strand stehen 8 Greater Flamingos, sehr grau, kein rosa. Irgendwie beglückend, dem Spiel von Delfinen zuzuschauen.
Auch am Diaz Point gibt es eine Campsite in der Bucht, mit Strand - und ein kleines Restaurant. Aus Zeitgründen und mangels erneuten Hungers lassen wir einen Besuch ausfallen; unseren Campnachbarn hat es dort sehr gut gefallen.
Vom Diaz Point aus beobachten wir die Robbenkolonie auf der gegenüber liegenden Insel, echte Seebären …, die Sonne sinkt merklich, wir wollen noch in die Große Bucht.

Zum Abfahren der kleinen Abstecher reicht die Zeit nicht, obwohl wir gerne die Reste der alten Walfangstation wiederfinden würden, die wir erinnern. In der nächsten Bucht grölen uns ein paar Jugendliche zu, die feiern hier am Wochenende. Ja und mehr noch: Die fangen Crayfish. Viele namibische Jungs sind begeisterte Crayfish-Sucher. Wäre ich hier wohl auch! Als wir halten kommt einer angelaufen. Außer Atem grüßt uns der junge Mann höflich und stellt sich vor: - Ich bin Bure, aus der Gegend Witpütz, wir sind/mein Vater ist Karakul-Farmer. Sie sind mit Freunden hier zum Crayfish fangen, er liiiebt Crayfish, sie übernachten hier, morgen früh, bei Ebbe, fangen sie weiter. Aufgeregt stellt er uns dann viele Fragen: - Es kommen so viele Touristen hierher: Was ist es, was Ihr an Namibia liebt, warum kommt Ihr hierher? Er hat Charme, der junge Bure mit seinem Brausekopf, er ist ein sehr netter Gesprächspartner. Die Sonne ist schon untergegangen, wir wollten doch noch … wir verabschieden uns herzlich. Im Nachhinein bedaure ich sehr, dass wir nicht unsere Namen und Adressen ausgetauscht haben!! Wir hätten auch einfach noch hier bleiben können, weiter schwätzen … die Große Bucht … man ist manchmal so festgelegt im Kopf…






In der Dunkelheit erreichen wir die Campsite Shark Island. Gemütlich Essen, Abwasch, runterladen, wegräumen, duschen, es wird 11 Uhr, wir sind wieder mal die Letzten...


Sonntag
In der Morgensonne motoren wir bei Windstille aus der kleinen Lüderitzbucht, vorbei an der Spitze von Shark Island, in Richtung Diaz Point. Auf dem Weg wieder viele Kormorane, das allmorgendliche Procedere, die Kormorane fliegen zu ihren Fressstellen. Der Skipper, schwarze Haare, langer Zopf, coole Sonnenbrille, sehr selbstbewusst, ein Mann mit Storys und buntem Vorleben, war Diamantentaucher und weist sich als begeisterter Waffensammler und Waffennarr aus, etwas kurios. Sehr freundlich und sehr informiert beantwortet er alle Fragen und erzählt über Tiere, Klima, Geschichte und Gegenwart.
Wir passieren die Sturmvogelbucht. Hier sind die Reste der alten Walfangstation mit dem Fernglas zu erkennen: Die dunklen „Knöpfe“ am Ufer sind die alten Kessel zum Tran-Kochen. Muss das hier gestunken haben damals …
Wir passieren die Bucht vor Diaz Point, am Strand der Campsite liegt ein kleiner Kutter, oben im Sand, hübsch hellblau schmückt er auf seine Weise die Gegend. Dann erreichen wir den Felsen mit den Seebären. Auf die Entfernung sehen wir natürlich nicht die kleinen abstehenden Ohren, die ich so liebe, schade, genau das macht sie so komisch. Weiter zu den Pinguinen auf Halifax Island. Es sind tatsächlich ziemlich viele Jackass Penguins. Der afrikaanse Name: ‚Pikkewyn’ trifft klangmäßig die komischen Kleinen genau. Sie wackeln am Ufer entlang, watscheln in Grüppchen in unsere Richtung, hüpfen ins Wasser und spielen, man könnte meinen, sie seien vergnügt.





Dann motoren wir in die Bucht zu den Delfinen, die sind hier ständig, - Echt? In dieser flachen kleinen Bucht? – Angeblich: Ja! Der Gaffelschoner düst im Kreis, meint, dadurch würden die Delfine zum spielen angeregt, was nicht wirklich klappt und dann dreht er auch schon bei und zurück geht’s. Schade, warum wird hier nicht der Motor ausgemacht, sodass man friedlich vor sich hindümpeln kann. Einfach so, die Stille und die Delfine genießen! Das wäre für uns das absolute Highlight der Tour. Wir motoren ohne gehisstes Segel, denn das bisschen Wind, das da ist, kommt auch noch aus der falschen Richtung.
Mit auf dem Schoner, zwei Männer, Russen. Wir erfahren: Es sind der Kapitän und 1. Offz. des gerade im Hafen liegenden Libanesischen Frachters, Container. Wo er denn jetzt hinfahre, was er transportiere? Er lädt gerade Zink - nach Cape Town, dort Container - nach Durban, dort dann leere Container - wieder nach Lüderitz. Er sei erstaunt, es wäre „a lot of traffic here“. Die Mannschaft? – Russisch, kirgisisch, ukrainisch. Arbeitssprache an Bord: Englisch. Eigner: Deutsch. Hamburg, Domstraße. Aha!

Zum Frühstück in den Diaz Coffee Shop, Nachtigallstr./Bismarkstr. Sehr nett, überblicken die ganze Bismarkstraße im sonntäglichen Vormittagsschlaf. Eine sehr beruhigende Kleinstadt-Atmosphäre. Gutes Frühstück, nette Bedienung, sehr guter Kuchen, Africa-Native-Mix-Design, angenehmer Laden. Öffnungszeiten: Mo-Fr 7-17, Sa 8-13, So 9-12.





Hier in Lüderitz könnte ich mindestens ’ne Woche bleiben, es ist total nett hier und ich habe noch lange nicht alles gesehen und fotografiert.
Nächstes Mal: - noch mehr Häuser fotografieren, - Sonntags in die Kirche gehen und horchen, wie das hier in Lüderitz so klingt, besonders der Chor! (es wird doch wohl einen geben!?) – ins Museum gehen, - Crayfish essen, bis zum Eiweißschock, - zum Agate Beach, - bei Tageslicht auf der Campsite ankommen und nett am Feuerchen grillen, - mich vielleicht auch vom Wind durchpusten lassen …
Und übrigens: Es gibt doch einen „Strand“ auf der Shark Island Campsite, eine klitzekleine Sandbucht ...
Nach kurzem Einkauf bei Spar, Abfahrt Richtung Aus. Wieder warnen die Schilder vor dem Verlassen der Straße. Wirklich schade, Wüste pur, genau das, was wir so lieben.
Aber hier ist alles (Ex-)Diamantengebiet und/oder Konzessionsgebiet und man darf nur in geführten Gruppen in die Sandmeere und dann muss man dafür natürlich auch kräftig zahlen, für das Gruppenerlebnis in der Einsamkeit, - die dann keine mehr ist.


Wieder ins Landesinnere. Garub: Dieses Mal sind keine Pferde in der Senke zu sehen. Dafür entdecken wir bei einer Pinkel-Pause einen hübschen Käfer.


In Klein Aus Vista noch einmal in der Rezeption nach dem Sendlingsdrif-Pont und der C13 Fish River Brücke gefragt. Gleiche Info: Pont still out of order. Fish River Bridge O.K., repaired.“ - Na, dann ist es nun endgültig: Die beiden Richtersveld-Buchungen können wir in den Wind schießen. Wir wissen es ja eigentlich schon längst und haben auch schon einen Teil der „Richtersveld-Zeit“ mit der uns eigenen Langsamkeit gut „rumgekriegt“. Nun haben wir noch 2 Nächte unverplante Zeit.
Fahren dafür nun einen kleinen Bogen durchs Aukam-Tal, Abzweig D446 nach SW. Ein hübsches Tal, klasse Straße! Schlafplatz irgendwann im Aukam-Tal.
Welch ein Schlafplatz! Ein Sundowner mit Ausblick! In der Ferne rufen Pawiane. Eine Fledermaus umfliegt uns in der Dämmerung. Abendessen. Grandioser Sternenhimmel. Der Blick in unsere Milchstraße rückt mal wieder zurecht, was wir kleinen Menschlein sind. Ach, wir werden dann immer ganz philosophisch oder albern. (Sprach der eine Planet zum anderen: - Wie geht’s? - Nicht so gut. Hab Homo Sapiens. – Das geht vorüber.)
Der Mond geht erst spät auf. Er leuchtet mit seinem klaren kalten Licht die Landschaft aus. Ein schöner Abend, die Nacht ist ziemlich warm.
Letzte Änderung: 22 Apr 2016 10:33 von lilytrotter.
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03 Feb 2010 23:31 #128384
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  • lilytrotter am 03 Feb 2010 23:18
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Montag
Gemütlicher Morgen mit ausgiebigem Frühstück, Fernglas, Foto, Video und lesen. Beim Frühstück düst und brummt ein liebestrunkener Käfer um uns herum. Sein Flug ist nicht gerade elegant. Er umkreist uns in mehr oder weniger großen Schlangenlinien, um dann - auf seiner Angebeteten zu landen.



Fahren gegen Mittag weiter - die D446 nach Osten, bis wir auf die Strecke D459 stoßen und >S abbiegen. Vor Haaswater kommen uns noch 2 Sedans entgegen und das sollte dann auch für die nächsten 24 Stunden alles gewesen sein (hinterher lese ich, hier über die Farm geht es zu den ‚Singing Rocks’. Schade, zu spät. Diese Strecke hatten wir nicht vorbereitet). Langsam wird die Strecke sehr speziell, die Auswaschungen immer größer. Oft queren wir den Fluss, bzw. Zufluss-Täler. Bis zum Abend bestimmt 50 Dips, davon mindestens 20 starke Ausspülungen, manchmal ist die Straße einfach weggespült. Direkt vor Huns hat der Fluss, ein Nebenfluss des Konkiep, an der Straße eine ca. 1.30 m hohe Stufe in das Süd-Ufer gerissen, die aber an der Piste schon etwas abgerundet ist. Langsam schnüffelt der Cruiser die Stufe hoch, allerdings nimmt selbst er auf der hinteren Stoßstange ein wenig Sand aus dem Flussbett mit und dabei liegt er mit dem OME-Fahrwerk noch 7cm höher als normal.



Die Akazie direkt dahinter ist unser Pausenbaum. Und wir sind nicht allein, die Reste eines alten PickUps leisten uns Gesellschaft. Spannende Gegend hier, nach dem Regen und keine Menschenseele, obwohl hier überall Farmland ist. Kein Verkehr. Klasse. Und wenn wir den Blick in die Weite schweifen lassen, sehen wir an drei Stellen kräftige Regenwolken und graue Regenfahnen, die bis zur Erde reichen. Hier bei uns scheint die Sonne. Schöön hier.
Bei der Weiterfahrt in Richtung Witpütz ebenfalls ausgewaschene Dips und Flussquerungen, man muss sehr aufmerksam fahren und es ist sehr zeitaufwändig. Den ganzen Tag über erschallt der Warnruf: „Achtung!“, weil man zwischendurch immer wieder auf intaktem Gravel die Geschwindigkeit gesteigert hat, aber auch immer wieder kleine Rinnen übersieht und es klüger ist, dass sich die Mitreisenden entsprechend verhalten, wie zum Beispiel: Kopf von der Scheibe weg, keine Trinkflasche am Mund, nicht nach vorne beugen, Laptop festhalten, sich selber festhalten, u.s.w.
Ca. 20 km vor Witpütz öffnet sich das Tal, die Berge werden flacher, eine kleine Gruppe Zebras flieht im Abendlicht. Hier finden wir einen schönen Schlafplatz. Weit entfernt, oben in den Felsen warnen Paviane.
Letzte Änderung: 22 Apr 2016 10:11 von lilytrotter.
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04 Feb 2010 10:25 #128401
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  • Topobär am 04 Feb 2010 10:25
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lilytrotter schrieb:
(Sprach der eine Planet zum anderen: - Wie geht’s? - Nicht so gut. Hab Homo Sapiens. – Das geht vorüber.)

Auch ein Götz Widmann Fan? Wenn nicht, es gibt von Ihm ein Lied mit fast exakt diesem Text.
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05 Feb 2010 18:33 #128564
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Äähm …Topobär,
wir müssen uns als unwissend outen, kannten den Sänger bisher nicht einmal per Namen. Das ist nun anders! Der macht ja gute Texte.
Für uns war es bisher nur ein ganz feiner Witz.
LG lilytrotter


Weiter geht's:



Dienstag
Morgens rufen wieder die Paviane. Wir stehen an einem dieser sauber ausgewaschenen, jungfräulichen Flussbetten, die uns auf dieser Reise als so eindrucksvolle Erfahrung begleiten. Es ist einfach zu schön. Eine kleine Wanderung das Flusstal rauf, tausende Kaulquappen zappeln in den Kolks. Wir entdecken, dass hier an den entfernten Felswänden ein Dreifach-Echo entsteht und rufen Echo-Wörter. Einige bunte Bodenschrecken sitzen um uns herum.





Nach einem gemütlichen Frühstück geht’s mittags weiter. Seit gestern Mittag haben wir keine Leute gesehen und kein Fahrzeug, echt dünn besiedelt, diese Gegend.
Das mit dem "fehlenden" Verkehr klärt sich, als wir bei Witpütz auf die C13 stoßen. Zwei große Schilder blockieren unsere Straße. Als wir sie umfahren, lesen wir auf der Vorderseite: Road closed. Serious washaways. – Aha!
Also, nie auf nicht vorhandene Schilder verlassen … im Norden standen keine – vielleicht, weil wir über eine intakte Nebenstrecke gekommen sind und die Einheimischen sowieso Bescheid wissen. Keine Ahnung.
Und nebenbei haben wir verloren gegangenes Wissen aufgefrischt: - Auf der Karte eingezeichnete ‚Orte’ sind oft keine, sonder nur eine Farm, auch eine nicht mehr bewirtschaftete Farm. In der Versorgung für mehrere Tage autark zu sein ist immer von Vorteil.
C13, nach Süden. Feiner Asphalt! Und Verkehr! Schwerlaster mit Zink, – fürs nächste Containerschiff in Lüderitz.
Sehen Strauße und 2 Sekretäre. Natürlich 2, sie sind immer paarweise unterwegs.
Haalt!! Da blüht was!
Ein ganzes Gebiet mit rosa- weißen Lilien, nein, Amaryllis: Ammocharis coranica. „… carries a round inflorenscence of dark pink, tubular blossoms… contains certain alkaloids. Grows in open, sandy woodland over the whole lowerveld. … has a tumbleweed fruiting head which break off and cartwheels away in the wind.” Genauso isses. Hmm. Tumbleweeds. - Wir erinnern ‚Fat Freddies Cat’: „Tumbleweeds are dangerous…?“ bezweifelte der ignorante Kiffer und jagte mit seiner Klapperkiste rollende Tumbleweeds auf dem Highway. Irgendwann klemmte eine der trockenen Kugeln unter seinem heißen Auspuff und die Kiste ging in Flammen auf. - Tumbleweeds are dangerous!




Ein kurzes Stück später, wieder Halt: Blühende Kakteen, Adenium namaquanum. Wahnsinn, diese morbiden altrosa Blüten ‚auf dem Kopf’!


Wenn das so weitergeht, kommen wir auch bei bestem Asphalt nicht schnell vorwärts.
Wir passieren den Abzweig zu ‚Skorpion Zinc Mining’: Die Mine, die regelmäßig schwere Zinklaster auf die Straße spuckt, die dann libanesische Containerschiffe, mit russischem Kapitän und deutschem Eigner, beladen...
Ca. 10 km danach linker Hand weit ab ‚Namuskluft Campsite’.

Rosh Pinah, aufstrebende Minenstadt. Wir fahren zum einkaufen hinein, was uns eine engagierte Polizeikontrolle durch einen sehr eifrigen kleinen Polizisten beschert. – Alles fein? - Ja. - Wunderbar. – Ein freundliches: Bye, bye.
Wir dürfen einkaufen gehen. In punkto Spar bin ich den Buren immer dankbar: Ein riesiger, perfekt ausgestatteter Supermarkt. Einer bleibt im Wagen und hat es mit den kleinen Belagerern ziemlich schwer. Sie halten lange durch, bevor sie endlich Leine ziehen. Ausgestattet mit Brot, Knoblauchbutter, Tiefkühl Grilled Fish und Prawns und frischer kalter Milch geht’s ab nach Süden. - Namibia hat gute Frisch-Milch! Lecker! Ein Liter geht immer direkt in unsere Kehlen.

Gleich hinter der Stadt hört der perfekte Asphalt auf. Gravel, 'n bissl corrugated...
Am National Park Gate angekommen, stehen auch hier zwei große Schilder: Road closed. Serious washaways.
– Naja. Augen haben wir ja schon im Kopf und des Lesens sind wir auch mächtig, aber die Leute von Klein Aus Vista haben uns gesagt die Brücke sei „repaired“. - und soo schlimm kann die Strecke nicht sein. Wir fahren ja aufmerksam und wenn’s nicht geht, drehen wir halt wieder um, …und vielleicht sind die Schilder ja nicht mehr aktuell …und … zum Glück liegt da einer am Gate. Wir fragen. – Doch, man könne fahren, … aber über die Brücke? - Das wisse er nicht …

Wir wollen erst mal nach der weggespülten Fähre schauen und fahren in Richtung ‚Pontoon’. Nach einigen Kilometern, ein nagelneues Gate: Toiletten, Info-Häuschen, usw., aber geschlossen, unbesetzt. Grenzgebiet … wir haben keine Lust auf noch eine unnötige und nervige Kontrolle heute, wenn wir weiter fahren, - kostet alles nur Zeit. Und so wichtig ist uns die weggeschwemmte Fähre dann nun auch wieder nicht. Wir wollen lieber zusehen, dass wir zum und über den Fish River kommen. Also zurück. Der Nette am Gate öffnet uns den Schlagbaum.
Oh, je. - Bei der Weiterfahrt sehen wir, warum die Straße gesperrt ist. Gefährliche washouts. Wir sind schwer beeindruckt: Bis zu 2 Meter tiefe Canyons queren die C13. Im Dunkeln oder bei zu schneller und unachtsamen Fahrt, lebensgefährlich!! Es gibt jeweils eine brauchbare Umfahrung.





Der Oranje fließt breit und rauschend, er führt richtig Hochwasser. Von der anderen Uferseite grüßt das Richtersveld.
An einer weiteren stark ausgewaschenen Stelle, kurz vorm Fish River kommt uns ein Fahrzeug entgegen. - Juchuu! Gegenverkehr! Kurz aufkeimende Hoffnung: Ein Entgegenkommender von der anderen Seite, die Brücke ist O.K.
Er fährt dicht neben uns. Kurze, freundliche Begrüßung:
- Where are you coming from?!
- - From Rosh Pinah.
- Didn’t you see my signs?? Zwei goldbekronte Spitzen auf den Schneidezähnen blinken uns freundlich an.
Oh, oh! …„my signs“, … ein schlechtes Zeichen! Ein "Offizieller" in Zivil. Er am Steuer, auf dem Armaturenbrett ein stark benutztes Zeiss Fernglas, Kind daneben, Frau mit Kindern im Fond. Immer schön freundlich und vorsichtig. Lieber sehr überlegt auf unangenehme Fragen antworten.
- - There was somebody at the gate, who opened …
- Where are you heading to?
- - We want to go to Ais-Ais.
- It’s not possible! You cannot pass the bridge! I’ve just been there, I’m the warden of this region."
Au, Backe, peinlich: Schön einsichtig sein.
- - Wie weit es denn noch sei, bis zu Brücke? Und... ob wir denn, wo wir nun schon mal hier sind, bis dorthin fahren dürften, die Brücke und den Fluss ansehen, Fotos machen und dann umkehren?
– Er überlegt: Ja, das dürften wir.
Wir bedanken uns. Freundliche Verabschiedung.



An der Brücke angekommen, sehen wir das Schlamassel: Beide Brückenzufahrten sind weggespült. Die westliche Auffahrt/Ex-Straße zur Betonbrücke besteht aus einer langen Strecke schöner dicker, rund geschliffener Steine, Fußball-groß. Brücke selbst ist O.K. Pah! „Bridge repaired!“ Die war überhaupt nicht kaputt! Was haben die in Aus uns für einen Stuss erzählt. Man könnte eine brauchbare Rampe bauen, um auf die Brücke zu fahren. Aber wozu? Ab Ende Brückenkopf hat der Fisch River die Straße auf 50 Meter in einen tiefen rauschenden Fluss verwandelt. Imposant. Aus die Maus.
Bei all der Faszination macht sich jetzt endgültig Enttäuschung breit, kein Gamchab Tal. Ach, das ist uns sowieso nicht mehr wichtig, wir hatten in den letzten Tagen mehr als ausreichende Gelände-Fahr-Erlebnisse. Aber die Ai-Ais Buchung ist nun auch noch hin, sie wäre heute Nacht: Das traumhafte Baden in dem warmen Pool, nachts mit Beleuchtung … das nette Tal, die schönen Akazien am Ufer eines rauschenden Fish River …
Wir beraten ohne Tochter, denn die würde gerne nur noch stehen, sie kommt auch schon nicht mehr mit auf die Brücke. Die verkappte Abenteuerlust ihrer Eltern ist ihr zuviel. Beratungs-Ergebnis: Zurückfahren, bis nach dem Gate, in Ruhe Abendessen (Ein gutes Essen vor harter Arbeit…) und dann Start zu einer Nachtfahrt: - 550 km, im großen Bogen, um schließlich wieder (fast) hier unten zu landen, nur auf der anderen Flussseite, in Ai-Ais. Es gibt hier im Süden relativ wenig Großwild, das einem vors Auto springen könnte und abends ist die Rosh Pinah Strecke > N kaum befahren und später ist auf der Strecke Aus - Keemannshop auch nix mehr los. Wir werden fahren, soweit wir kommen und unsere Große kann, bis zum Schlafen, auf ruhiger Asphaltstraße ihr Deutsch Referat weiterschreiben …
Zurück, in schönstem Abendlicht am Oranje entlang in zügiger Fahrt, der Fluss scheint noch stärker zu rauschen und noch höher zu sein, als auf der Hinfahrt.

Nach dem Gate gibt es mit Rosmarin u. Knoblauch marinierten Grillfisch, Kartoffelbrei und Spinat. John kommt vorbeigefahren, er kommt aus der Stadt, diesmal seine Frau im Fond mit Notebook. - Guten Appetit. Ach, ihr habt eine Tochter? What’s your name? – Ob es in Ordnung ist, dass wir hier stehen, es ist ja noch NP Gebiet. - Your are welcome, you can stay here. Er sei ja in der Nähe, sein Haus ist dort, gegenüber von seinem Office. - Vielen Dank, sehr nett, nach dem Essen fahren wir noch nach Aus … Bye, bye.
Es ist schon längst dunkel, als wir nach einem guten, entspannenden Essen los fahren. Ab Posh Pinah vorzüglich markierte Asphaltstraße (Kurven mit Katzenaugen, die Gegenrichtung sogar in rot!), das macht das Fahren leicht. Sehr wenig Verkehr, auch auf der B4. Mäuse sind die einzigen Tiere, die wir auf der nächtlichen Straße sehen. Dann endlich der Abzweig Ai-Ais. Und dann, gleich direkt hinter dem Abzweig Hotel Seeheim: Road closed. Oh, nee, - es soll nicht sein!
Es ist halb eins, die Luft ist raus, wir sind hundemüde und stellen uns hinter das Schild auf den breiten Seitenstreifen zwischen Gravelroad und Zaun. Der aufkommende angenehme Wind vertreibt die Mücken. Ein Drink glättet die Nerven, morgen früh sehen wir weiter. Beim Einschlafen fällt mir ein: Löwenfluss! Immer, wenn sie vom Naute Damm Wasser ablassen müssen, ist diese Strecke gesperrt und man fährt dann direkt über den Damm! Mit neuer Hoffnung schlafen wir ein. Ich möchte doch so gerne nach Ai-Ais und den Fish River Canyon mit Wasser sehen! Außerdem, wer weiß, ob wir mit unserer Tochter hier überhaupt je wieder herkommen und irgendwie wollen wir ihr auch die Großartigkeiten dieser Welt zeigen. Dafür fährt man auch mal gerne 500 km am Tag/in der Nacht mit unserer geliebten lahmen alten Schüssel… Der Wahnsinn hat uns gepackt.
Letzte Änderung: 22 Apr 2016 10:51 von lilytrotter.
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