Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201305. März 2015 · #61
Hallo zusammen,
weiter geht die Reise durch Sambia.
@Topper008 Wenn man solch eine Erfahrung machen muss bleibt leider meistens ein "Beigeschmack" übrig. Belege die entsprechendes Untermauert hätten, haben wir auch nie gesehen ...
Viele Grüße
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Aurelius Augustinus
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Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201305. März 2015 · #62
11.08.2014 Ngnoye Falls/Sioma Falls – Mongu Nach einer gut durchschlafenen Nacht hören wir morgens, dass jemand Äste zerbricht. Ein guter „Geist“, unser Caretaker macht für uns schon am Feuer das Wasser heiß. Das ist ein Service. So können wir noch etwas Wäsche waschen, bevor wir uns auf den Weg zum Strand machen.
Wir laufen durch weißen Sand, der herrlich quietscht. Den Ausblick auf den Sambesi mit seinen Stromschnellen genießen wir, sitzen auf den warmen Felsen und lassen uns von der Sonne bescheinen. Es ist einfach nur schön.
Wir denken, dass wir heute nur eine kurze Fahrt haben und machen uns später auf den Weg. In Sioma werden wir von einem Polizisten angehalten. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, wird er freundlicher und redseliger. Dann zeigt er uns den Weg zur Fähre. An der Fähre stehen schon einige Autos vor uns. Sogleich werden wir von Kindern umringt, die Süßes haben wollen. Wir unterhalten uns mit ihnen und versuchen ein paar Kinderlieder mit ihnen zu singen. Auf jeden Fall haben wir viel Spaß miteinander. Als die Fähre von der anderen Seite bei uns festmacht, kommen auch einige Leute vom Militär und der Polizei herunter und eine junge Polizistin schenkt uns einen Kugelschreiber („ein Souvenir von Sambia“). Es sieht sehr eng auf der Fähre aus, wir werden bestimmt nicht mehr mit unserem Landrover einen Platz finden. Aber wir sind in Afrika. Es wird passend gemacht. Zentimetergenaues Einweisen macht es möglich.
Während der Überfahrt muss der Außenboarder immer wieder mit Sambesiwasser gekühlt werden
Nun geht es auf guter Straße nach Mongu. Überall sehen wir kleine Dörfer und Ansiedlungen. Es ist hier schwierig, ein Plätzchen für sich alleine zu finden.
In Mongu wollen wir in einem Gästehaus der Neuapostolischen Kirche übernachten. Aber wir irren 1,5 Stunden aufgrund einer Straßenbaustelle in Mongu umher, fragen nach dem Weg, werden wieder zurückgeschickt und wieder woanders hingeschickt. Es ist zum Verrückt werden, keiner kann uns den Weg zeigen. Wir fahren ständig im Kreis.
Irgendwo müssen wir ja übernachten und steuern somit am Abend das „Hollywood Motel“ an. Beim Checken der Kreditkartenabrechnungen bemerken wir, dass die Kaution für das Fahrzeug abgebucht und nicht geblockt wurde. Wir setzen uns mit Hr. S., dem Vermittler in Verbindung, der sich darum kümmern will. In der Nacht kommen wir wegen lauter Barmusik und unruhiger Gäste kaum zum Schlafen. Wie gut, dass es morgen weitergeht...
12.08.2014 Mongu – Lusaka Wir sind froh, die Unterkunft zu verlassen. Nun soll es in den nördlichen Teil des Kafue Nationalparkes und später in den südlichen Teil gehen.
Nach der Wildhüterkontrolle wollen wir zum Mayukuyuku Camp fahren, als plötzlich die Motorlampe wieder aufleuchtet, verbunden mit der fehlenden Gasannahme und das wiederholt sich dann die kommenden Kilometer. So trauen wir uns nicht, in den Kafue NP zu fahren, denn wir könnten eventuell im Nationalpark liegenbleiben. So beschließen wir nach Lusaka zur nächsten Werkstatt zu fahren. Auf der ganzen Fahrt machen wir kaum Pause, weil wir befürchten, dass das Auto nicht mehr anspringt. Schließlich sind wir dann 10 Stunden unterwegs. Wir nehmen zwischendurch Kontakt mit Hr. S. auf, der den Vermieter Mr. R. informieren will. In Lusaka erwartet uns afrikanisches Verkehrschaos und Stau. Wenn wir nicht drängeln, drängeln sich andere Fahrzeuge, Eselskarren… in die Lücke vor uns hinein. Eigentlich ist unsere Kraft und Konzentration am Ende, aber irgendwie müssen wir durch diesen „Nahkampf“ durch, um zum Eureka Camp zu gelangen. Am späten Nachmittag kommen wir endlich an. Zebras weiden auf den Grasflächen im Camp und hinter dem Zaun sehen wir Giraffen. Das ist schon ungewöhnlich in einer Großstadt. Wir telefonieren noch mit Hr. S. und sollen morgen dann in die Landrover-Werkstatt fahren.
13.08.2014 Lusaka Nun geht es zur fünften Werkstatt in unserem Urlaub. In der Landrover Werkstatt hört sich eine Dame die Autoprobleme an, schaut sich das Auto an und ist nicht gerade über unser Kommen begeistert. Dann erklärt sie uns, dass der Elektriker außer Haus ist – und das für eine Woche. Hr. S., den wir gleich telefonisch informieren, sagt uns, dass wir morgen in eine andere Werkstatt fahren sollen. Ein Kabel soll ausgetauscht werden ... Also können wir mal wieder unsere Reisepläne ändern. Wir verbringen mehr oder weniger den Tag auf dem Campingplatz und lernen dort ein österreichisches Pärchen kennen, dass seit fünf Jahren in Afrika unterwegs ist. Sie arbeiten eine Weile vor Ort und fahren dann wieder weiter. Es ist eine Lebenseinstellung, die wir uns nur schwerlich vorstellen können. Abends kommen dann ins Camp noch einige Overlander, die in der Bar eine laute Party feiern. Trotz Bitte leiser zu sein, geht die Party weiter. Nun ist das schon die vierte laute Nacht von sechs Nächten, wo wir kaum schlafen können und dann die Sache mit dem Auto. Es zehrt langsam an den Nerven. Afrika ist im Moment nur anstrengend.
14.08.2014 Lusaka – Camp Forrest Inn Jetzt ist Werkstattbesuch-Nr. 6 dran. Wir haben nur den Straßennamen vom Vermittler bekommen und müssen eine Weile im Großstadtverkehr nach der Werkstatt suchen. Fast eine Stunde brauchen wir dorthin. Der Chef weiß durch unseren Vermieter über die Probleme schon Bescheid. Ein Relais muss ausgewechselt werden. Wir staunen nicht schlecht, dass es sogar ein Computerdiagnosegerät in dieser Werkstatt gibt. Und das zeigt an, dass der Luftmassensensor sowie der dritte Injektor defekt sind. Der Luftfilter wird gereinigt. Der dritte Injektor sowie der Luftmassensensor sollen nun aus Südafrika in die Werkstatt geschickt werden – das wird etwa eine Woche dauern. Der Werkstattchef meint, wir können zwei Wochen mit dem Auto fahren, es ist kein Problem. Wir sprechen mit Hr. S. und er empfiehlt uns, zum South Luangwa Nationalpark zu fahren mit einer Empfehlung von Mr. R. für das Flatdog´s Camp. Es ist in Ordnung, dass wir zwei Wochen fahren (dieses wird uns später von Hr. S. vorgehalten, wir hätten mit diesem Auto nur eine Woche fahren dürfen). Leider ist damit aber unsere Flexibilität dahin. So machen wir einen Termin, bei der auch gleich die Inspektion durchgeführt werden soll. Um die Mittagszeit geht es dann endlich los. Im Camp Forrest Inn finden wir eine gute Übernachtungsmöglichkeit.
Viele Grüße
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Giselbert699 Beiträge · seit 201006. März 2015 · #63
Hallo AS, ich bin erst beim lesen des Botswanateils....mensch ich krieg' total Heimweh. Diese Tour, na ja nur etwas anders von der Route her, haben wir letztes Jahr sechs Wochen durch Botswana gemacht. Dein Bericht samt Fotos sind Klasse. Mit dem Kwai River das "Problem" hatten wir auch und hatten Glück, dass ein erfahrener Guide aus Namibia, der schon sehr häufig durch diesen Fluß gefahren ist, zufällig auch den Fluß durchfahren mußte. Mit seinen Tips hat es gut geklappt, zu der Zeit hatten wir noch keine Erfahrung mit Wasserdurchfahrten. Mit großem Interesse werde ich deinen Bericht weiterlesen.
Danke und Grüße Giselbert
Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201307. März 2015 · #64
Hallo Giselbert,
der Khwai River ist schon eine "kleine" Herausforderung für uns gewesen 😮 , war auch unsere erste Flussquerung … es ist immer besser mit mehreren Fahrzeugen ein Fluss zu durchqueren, falls möglich. Schön das Dir der RB gefällt. 😄
Viele Grüße
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Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201307. März 2015 · #65
15.08.2014 Camp Forrest Inn – Mutinnondo Wilderness Beim Frühstück werden wir plötzlich sehr munter und bewegungsfreudig. Wir haben es gar nicht bemerkt, dass wir auf einer Ameisenstraße stehen und werden von ihnen ziemlich gepiesackt. Immer wieder entdecken wir Ameisen unter den Hosenbeinen und hoffen, dass wir keine davon ins Auto mitnehmen 😮 .
Auf der gut ausgebauten Great North Route passieren wir einige Polizei – und Militärkontrollen. Wie so oft kommen wir an einigen verunglückten LKW´s vorbei. Das Leben an und auf der Straße ist ein ständiger Begleiter.
Eine lange Stichstraße bringt uns zu einem wunderschönen Fleckchen Erde, dem Mutinnondo Wilderness. Ein englisches Paar hat sich Mitte der Neunziger hier niedergelassen und alles aufgebaut. Wir entscheiden uns für einen abseits, dafür aber mit grandiosem Blick auf eine Berg- und Hügelkette, gelegenem Campingplatz. Die Sanitäranlagen sind in sehr gutem Zustand. Wir können im Verlauf der Zeit entscheiden, wie lange wir bleiben wollen. Die Ruhe ist einfach wohltuend. Wir bekommen eine Karte, wo verschiedene Wanderwege eingezeichnet sind. Am Nachmittag machen wir noch eine Wanderung zu einem kleinen Wasserfall. Wir lernen ein paar Leute aus Deutschland kennen und wie so oft im Urlaub, sind wir im Nu in der besten Unterhaltung.
16.08.2014 Mutinnondo Wilderness Wir verabreden uns mit den anderen Deutschen, um auf den hier höchsten Berg, den Mt. Mayense zu steigen. Ein Pfad führt neben einem Berg mit großen Granitabbrüchen entlang. Dann beginnt der Aufstieg zum 1.684 m hohen Berg. Zum Teil ist es sehr steil und konditionsfordernd, besonders weil diese in den letzten Wochen von uns kaum abverlangt wurde. Der Wind weht mir fast die Mütze vom Kopf. Endlich ist es geschafft. Als Lohn gibt es eine atemberaubende Fernsicht und natürlich auch Gipfel-Kekse zur Belohnung.
Zurück im Camp stärken wir uns beim Mittagessen. Eine Telefonzelle gibt es auch hier… und zwar auf dem Gipfel des nächstgelegenen Berges kann man auf gut telefonieren. Ab und an tut es gut, unsere Lieben zu Hause zu hören. Die drei Deutschen haben bei ihrem Mietauto ein Getriebeproblem und bekommen nach zwei Tagen Wartezeit heute ihren Ersatzwagen. Leider ist jedoch der Tank fast leer und sie würden es nicht mal bis zur nächsten Tankstelle nach Mpika schaffen (der Fahrer dachte, in diesem Camp gibt es eine Tankstelle). Österreicher helfen ihnen mit einem 20 l Kanister aus. Der Ersatzwagenfahrer muss nun in den nächsten Ort fahren, um den Kanister wieder aufzufüllen. Was soll man dazu sagen... 17.08.2014 Mutinnondo Wilderness Heute wollen wir reiten gehen. Weil wir nicht viel Erfahrung haben, werden die Pferde von zwei Angestellten am Zügel geführt. Es ist ein komisches Gefühl, fast wie in kolonialen Zeiten. Eine Unterhaltung will auch nicht recht aufkommen, sie unterhalten sich wohl lieber untereinander. Wir hatten eine andere Vorstellung von dem Ganzen, aber was soll es. Über das Trinkgeld freuen sie sich ehrlich. Wir legen einen großen Waschtag ein, wie Jacken, Hosen…. Auch wenn bald wieder alles staubig und schmutzig sein wird, ist es mal dran. Der Wind trocknet es schnell. Und dann einfach mal faulenzen. Abends backen wir noch Brot und Pizza in unserem Potje. Sobald wir Holz verbrauchen, kommt gleich ein Angestellter vorbei und bringt Nachschub. Wir verabschieden uns von den Deutschen und verabreden uns für übermorgen im South Luangwa Nationalpark. Weil es hier so schön ist, wollen wir noch einen weiteren Tag bleiben.
18.08.2014 Mutinnondo Wilderness Morgens in der Frühe starten wir unsere Wanderung.
Zuerst geht es an zwei Wasserfällen vorbei. Einige Steine sind mit Flechten bedeckt, die blütenähnlich wirken. Dann führt der Weg zu einem natürlichen Pool und später an Bergen und Felsen vorbei. Es ist alles gut ausgeschildert und der Weg ist gut zu finden. Tiere sehen wir keine, aber vielleicht haben sie uns gesehen. Vier Stunden sind wir unterwegs und danach ziemlich müde.
Wir fragen an der Rezeption nach, ob wir ein paar Eier haben können. Nun wollen wir das erste Mal Kuchen backen. Eine Fertigbackmischung ist hier einfach praktisch und bald schon duftet es nach Kuchen. Was für ein Luxus. Er ist zwar ein bisschen schwarz von unten, aber es ist der beste Kuchen, den wir jemals gegessen haben.
Danach backen wir noch ein Brot und kochen das Abendessen, ein Reis-Gemüse-Topf. Unser Potje ist im Dauereinsatz.
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erdferkel414 Beiträge · seit 200907. März 2015 · #66
Schöne Landschaft mit den runden Granitfelsen... da werden Erinnerungen an meine Kindheit in Nigeria wach. Dort sah es z.B. so aus: 😈
tiggi1'558 Beiträge · seit 201107. März 2015 · #67
Hallo Gunter , bei dem Kommentar von Topper008 (Tobi) musste ich ja schmunzeln! 🤪 😣 Gibt es auch Mieter, die ohne irgendwelche Probleme klar kamen? Ist das Benehmen des Vermieters so noch fair (NEIN!), eigentlich ist das schon sehr grenzwertig. An Zufälle, wie die Sache mit der Kaution glaube ich nun nicht mehr. 🤢 Von euren 12 Wochen Urlaub könnt ihr bald 2 Wochen Werkstatturlaub abziehen! 😈 Aber egal (NEIN, nicht egal!) , trotzdem hatten wir und ihr eine schöne Zeit in Afrika. 😘 😉 Toller Bericht, gerade der Muntinondo interessiert uns, da wir dort vielleicht noch einmal hinfahren, wie lange fährt man von Lusaka aus? Bin gespannt auf den Lower Sambesi NP, schreibe schnell weiter...
Hallo Reisender, wunderschönen Bericht mit traumhaften Bildern. Deine Reise wäre bestimmt eine rundum feine Sache gewesen, wenn da die unzähligen Aufenthalte in Werkstätten nicht gewesen wären. Na das Problem mit der Kreditkarte hatten wir auch. Ihr habt ja wenigstens gleich gemerkt, dass die Kaution nicht geblockt, sondern abgebucht wurde. Bei uns fiel der Groschen erst viel später. Eine echte Werbung für den Autoanbieter. Bin gerne mit dabei auf Deiner Reise und bin gespannt, wie es weiter geht.
Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201307. März 2015 · #69
@ erdferkel
erdferkel schrieb:
Schöne Landschaft mit den runden Granitfelsen... da werden Erinnerungen an meine Kindheit in Nigeria wach …
Das war schon sehr beeindruckend und es lohnt sich wirklich. Ich denke, da fahren wir nochmal hin … Die Fotos aus Nigeria sehen auch sehr interessant aus …
@ tiggi
tiggi schrieb:
Hallo Gunter , bei dem Kommentar von Topper008 (Tobi) musste ich ja schmunzeln! 🤪 😣 Gibt es auch Mieter, die ohne irgendwelche Probleme klar kamen? Ist das Benehmen des Vermieters so noch fair (NEIN!), eigentlich ist das schon sehr grenzwertig. An Zufälle, wie die Sache mit der Kaution glaube ich nun nicht mehr. 🤢 Von euren 12 Wochen Urlaub könnt ihr bald 2 Wochen Werkstatturlaub abziehen! 😈 Aber egal (NEIN, nicht egal!) , trotzdem hatten wir und ihr eine schöne Zeit in Afrika. 😘 😉 Toller Bericht, gerade der Muntinondo interessiert uns, da wir dort vielleicht noch einmal hinfahren, wie lange fährt man von Lusaka aus? Bin gespannt auf den Lower Sambesi NP, schreibe schnell weiter... Liebe Grüße Biggi
Es bleibt spannend in Sachen Landrover ... und ja, wir hatten eine gute Zeit in Afrika. Von Lusaka bis Mutinondo Wilderness sind es ca. 650 km.
Wenn man gutes Sitzfleisch hat und sehr früh in Lusaka aufbricht, kann man es an einem Tag schaffen, oder man legt entspannterweise unterwegs eine Übernachtung ein … zu finden ist Mutinondo Wilderness im Hupe Reiseführer Seite 208
@ Illmi
Illmi schrieb:
Hallo Reisender, wunderschönen Bericht mit traumhaften Bildern. Deine Reise wäre bestimmt eine rundum feine Sache gewesen, wenn da die unzähligen Aufenthalte in Werkstätten nicht gewesen wären. Na das Problem mit der Kreditkarte hatten wir auch. Ihr habt ja wenigstens gleich gemerkt, dass die Kaution nicht geblockt, sondern abgebucht wurde. Bei uns fiel der Groschen erst viel später. Eine echte Werbung für den Autoanbieter. Bin gerne mit dabei auf Deiner Reise und bin gespannt, wie es weiter geht. LG Männe
Die „Sache“ mit der Kreditkarte haben wir erst nach mehr als vier Wochen mitbekommen und da war es schon zu spät, um irgendetwas daran ändern zu können.
Viele Grüße
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Tinochika1'651 Beiträge · seit 201408. März 2015 · #70
Hey,
danke für den schönen Reisebericht und die tollen Fotos. Es macht mir Spaß Deinen Urlaub zu begleiten.
Gruß Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201308. März 2015 · #71
Hallo Tinochika,
danke, danke 😄 Viel Spaß weiterhin beim lesen 🙂
Weiter geht es im RB ...
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Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201308. März 2015 · #72
19.08.2014 Mutinnondo Wilderness – South Luangwa NP: Chifungwe Gate Nach vier Tagen an diesem schönen Ort setzen wir unsere Reise fort. Beim Starten des Autos leuchtet plötzlich die WAT/ALT-Lampe und die rote Alarmleuchte auf und es ertönt ein Alarm. Was ist jetzt schon wieder los? Wir rufen den Vermittler Hr. S. an, der sich wiederum mit dem Vermieter in Verbindung setzt. Die Kühlerflüssigkeit muss nachgefüllt werden, aber es ist nicht nachvollziehbar. Der Füllstand erschien bei der Routinekontrolle am Morgen ausreichend. Wir warten eine Weile, dann können wir endlich ohne Alarm und Lampenleuchten unsere Fahrt in Richtung South Luangwa Nationalpark starten. Den Abzweig zur Escarpment Road Nr. 05 finden wir ohne Probleme. Die Zufahrt ist zum Teil gut befahrbar, ist aber an einigen Stellen recht ausgefahren und steil. So können wir schon für das üben, was uns dann erwartet.
Am Wildhütercamp ist ein kleines Dorf und sofort sind wir von vielen Menschen umringt.
Und dann geht es das Escarpment hinunter, die Piste hat es wirklich in sich… sehr steinig, steil, ausgefahren. Manchmal wissen wir gar nicht, auf welchem Teil der Weg befahrbar ist. Wir wechseln uns wie immer beim Fahren ab. Der andere geht dann meist vorweg, zeigt dem Fahrer den Weg, räumt Steine weg oder füllt tiefe Löcher mit Steinen aus … Es ist so anstrengend. Dazu kommt die Hitze und Fliegen. Wir sind voll von Adrenalin und stehen unter großer Anspannung, dass wir keinen Hunger und Durst spüren. Sieben Stunden sind wir insgesamt unterwegs; für acht km haben wir drei Stunden gebraucht. Aber wir haben es ohne Reifenpanne geschafft. Auf jeden Fall sind wir jetzt geübter im Allradfahren.
Endlich sind wir am Chifunda Gate. Der Campingplatz einige Kilometer vor dem Gate existiert nicht mehr. Am Gate sagt man uns, dass wir nicht mehr in den Nationalpark fahren dürfen, da wir es bis zum Sonnenuntergang nicht mehr bis zum anderen Gate schaffen werden. Um 17:00 Uhr kommen Südafrikaner, die gegen Eier und andere Lebensmittel… durch das Gate gelassen werden. Die Ranger versuchen uns gegenüber sich zu rechtfertigen und zu entschuldigen... Wir können hier auf dem Dorfplatz bleiben. Die Toilette ist ein Erdloch, mit Ziegelsteinen umrahmt in einer kleinen Strohhütte, die Dusche ist in der Nachbar-Strohhütte …. mit Nichts.
Die Dorfgemeinschaft und besonders die Kinder sind neugierig. Wir werden genau beobachtet, als wir unser Dachzelt auf dem Auto aufbauen. Vor uns steht der auf „Stelzen“-gebaute Hühnerstall. Später, in der Nacht werden wir noch von den bewaffneten Rangern mitgenommen, als Elefanten sich am Dorfrand an den Bäumen gütlich tun. In der Ferne sehen wir Buschbrände. Es ist ein aufregender Tag heute. Spät schlafen wir erst ein.
20.08.2014 South Luangwa NP; Chifungwe Gate – Flatdog´s Camp Die Hähne krähen uns kurz nach 5:00 Uhr aus dem Schlaf. Im Dorf ist es zwar noch ruhig, aber wir sehen einige Frauen, die vor den Hütten fegen. Nach unserem Frühstück sind die Kinder da. Wir haben Luftballons mitgebracht und so ist die Freude groß. In der Zwischenzeit versuche ich am Gate den Eintritt für den Nationalpark und den „Campingplatz“ zu bezahlen. Eine halbe Stunde brauchen zwei Männer mit drei Taschenrechnern, um den Preis auszurechnen ...
Im Nationalpark sind die Pisten recht gut. Die Furt bei einer Flußdurchfahrt ist mit Sandsäcken ausgelegt.
Zum Teil sind es tiefsandige Furten.
Wir sehen Krokodile, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Zebras und viele Antilopen. Dann geht es zum Wildlife Camp mit schönem Ausblick auf den Luangwa.
Aber es tauchen immer mehr Overlander auf und es wird immer lauter, so dass wir spontan zum Flatdog´s Camp wechseln. Es ist zwar um einiges teurer, aber auf jeden Fall ist es ruhig. Wir schlafen in Safarizelten mit sehr viel Platz, was wir gar nicht mehr gewöhnt sind und einer schönen Terasse mit Ausblick auf den Fluß. Zum Restaurant werden wir von Angestellten begleitet. In der Nacht sind die Elefanten, die nur wenige Meter vom Zelt entfernt sind, vom Bett durch das Fenster sehr gut zu sehen und zu hören, die Flußpferde grunzen. Es geht uns unter die Haut, so schön ist es.
21.08.2014 South Luangwa NP, Flatdog´s Camp Morgens beim Kaffeetrinken auf der Terrasse beobachten wir die Elefanten, wie sie zuerst die steile Böschung zum Fluß herunterkommen und dann den Fluß durchqueren.
Wir genießen im South Luangwa Nationalpark die schöne parkähnliche Landschaft, sehen viele Tiere…
Kann uns einer sagen was das für einer ist???
Ganz nah am Wegesrand liegt ein Flußpferd in einer Schlammsuhle, erschreckt sich bei unserem Heranfahren mit dem Auto und wiederum fährt uns auch der Schreck in die Glieder.
Ansonsten ist es ein ruhiger Tag, aber die Hitze schafft uns ganz schön (die Klimaanlage ist ja leider nicht nutzbar). In der Nacht haben wir wieder Elefantenbesuch...
22.08.2014 South Luangwa NP, Flatdog´s Camp – North Luangwa NP, Chifunda Bushcamp Heute ist mein Geburtstag. Statt Blumen gibt es Luftballons und Girlanden, natürlich darf die Geburtstagskerze nicht fehlen. Heute geht es weiter Richtung North Luangwa Nationalpark. Sehr hilfreich ist das Navigationsgerät, wir brauchen es fast bis zum Ende der Wegstrecke. Unterwegs gibt es wieder zahlreiche kleine Dörfer und Ansiedlungen. Wenn die Menschen unser Auto sehen oder hören, kommen sie angelaufen und winken uns freundlich zu, viele Kinder möchten Süßigkeiten oder Geld.
Durch den Nsefu Sektor kommen wir als Transitfahrer kostenlos.
Bei der Einfahrt in den Luambe Nationalpark ist der Eintritt auch kostenlos und unkompliziert. Jedoch bei der Ausreise werden wir zur Kasse gebeten. Der Mann ist sichtlich genervt, wahrscheinlich weil wir ihm Arbeit bereiten. Das Bezahlen des Eintrittes wird für uns zur Geduldsprobe. Er will kein Wechselgeld herausgeben. Wir versuchen das Geld passender zu geben, aber es gibt immer noch eine Differenz. Wir bleiben hartnäckig. Die Hütte ist voller Männer, die das Ganze beobachten wie eine Theateraufführung. Währenddessen kommen Kinder hinein, die sich mir an die Hose hängen und die Hände ablecken. Es ist eklig und eine unschöne Situation. Er merkt, dass wir es ernst meinen und nach einiger Zeit holt er aus dem unteren Teil der Kasse einen Umschlag mit Wechselgeld (Kwacha, Dollar, Euro) heraus. Auch draußen hängen die Kinder am Auto und versuchen die Türen zu öffnen. Wir sind froh, als das Schauspiel zu Ende ist und wir weiterfahren können. Von anderen Urlaubern haben wir gehört, dass es auf der kommende Strecke viele „Reifenkiller“ in Form von gerodeten Baumstümpfen mitten auf dem Weg gibt. Unsere ganze Aufmerksamkeit ist nun also gefordert. Unsere Fahrgeschwindigkeit liegt zwischen 5 – 40 km/h. Der Blinker hört zeitweise nicht mehr auf zu blinken und auch die Motorleuchte ist wieder da.
Den letzten Abzweig zum Chifunda Bushcamp sollen wir nicht nehmen, weil dieser Weg nicht passierbar ist. Von anderen Urlaubern erfuhren wir, dass diese Wegstrecke ein stark ausgetretener Elefantenpfad ist. Sie haben sich dort festgefahren und mussten im ausgetrockneten Flussbett notcampen. Obwohl sie im Camp Bescheid sagten, dass der Wegweiser geändert werden muss, ist dennoch nichts passiert. Nun geht es also durch den Wald. Die Dunkelheit bricht herein und wir müssen den Zusatzscheinwerfer einschalten, um den Weg zu erkennen. Wir überlegen schon, ob wir unser Nachtlager hier im Wald aufschlagen, aber weit kann es wohl nicht mehr sein. Nach zehn Stunden Fahrt in großer Hitze und mit vielen Tsetsefliegen kommen wir gegen 19:30 Uhr im Chifunda Bushcamp an. Die Angestellten sind gleich zur Stelle und zünden ein Lagerfeuer an. Eigentlich wollten wir heute noch einen Geburtstagskuchen backen, aber dafür ist es jetzt einfach zu spät. Zu guter Letzt fällt noch die Alarmanlage und die Zentralverriegelung aus. Wir müssen die Türen nun von „Hand“ abschließen. Das war ein Geburtstag, wir werden wohl diesen Tag nicht vergessen.
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Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201308. März 2015 · #73
23.08.2014 North Luangwa NP, Chifunda Bushcamp – Kapishya Hot Springs Die Flußpferde und Elefanten haben unser Camp in der Nacht besucht, aber wir haben gut geschlafen. Uns steht heute die Überfahrt mit der Pontonfähre bevor.
Wir wechseln uns täglich beim Fahren nach etwa der halben Fahrstrecke ab und so ist heute meine Frau dran. Meine Frau überlegt, ob sie mich fahren lässt, aber wenn ich nicht hier wäre, würde sie es auch tun. Kurzentschlossen setzt sie sich nach dem Frühstück hinter das Steuer. Über einen Knüppeldamm geht es bis zur Fähre. Dort weist sie dann der Fährmann zentimetergenau ein und sie schafft es ohne Schwierigkeiten. Ich bin stolz auf sie.
Wir sind Transitfahrer und dürfen nicht mal anhalten. Nur wenige Tiere sehen wir, wie Elefanten, Antilopen und Marabus, was wahrscheinlich auch durch das dichte Buschwerk bedingt ist. Bei zwei Checkpoints werden wir von Männern, die eine Kalaschnikow umgehängt haben, kontrolliert. Nun fahren wir in Richtung Mpika und Shiwa Estate. Einige herrschaftliche Gebäude auf einem großen Anwesen wollen nicht so recht in das afrikanische Bild passen. Der Garten von Kapishya Hot Springs ist sehr schön angelegt und kommt uns wie eine Oase vor. Wir finden ein schönes Plätzchen auf dem Campingplatz. Heute backe wir noch den Geburtstagskuchen und Brot. Wir lassen uns den Kuchen später schmecken .
24.08.2014 Kapishya Hot Springs Heute ist Sonntag und wir wollen zum Gottesdienst nach Kapishya fahren. Bei der morgendlichen Kontrolle am Auto sehen wir ein Leck im Kühlkreislauf und Öl auf der Lichtmaschine. Wieder einmal heißt es telefonischen Kontakt zu dem Vermittler Hr. S. aufnehmen, der sich dann wiederum an den Vermieter Mr. R. wendet. Der Rückruf dauert ewig. Wir sollen bei unserem geplanten Werkstattbesuch in Lusaka in einigen Tagen das Leck reparieren lassen. Das Öl auf der Lichtmaschine macht aber nichts ...Wir finden das jedoch bedenklich, aber es ist nicht unser Auto, wo wir etwas entscheiden können. Der Gottesdienstbesuch fällt durch die lange Warterei auf den Rückruf aus. Der Tag läuft durch die Probleme mit dem Auto wieder anders als gedacht. Die anderen Camper (alles Deutsche) bekommen unsere Aufregung mit und versuchen uns mit Tipps zur Seite zu stehen. Ein Entwicklungshelfer, gebürtig aus Rostock erzählt uns von seiner Arbeit hier. Er kartographiert das Wassersystem in der Umgebung von Mongu. Es ist die große Frage, ob dass, was begonnen wird, auch von den Einheimischen selbstständig weitergeführt wird ... Wir baden später noch im badewannenwarmen Pool der Hot Springs.
25.08.2014 Kapishya Hot Springs Meine Ehefrau hat jetzt hat die Migräne gepackt. Irgendwann ist alles zuviel. Wir haben das Gefühl, die Probleme mit dem Auto hören nicht auf. Sie liegt im warmen Zelt und dämmert vor sich hin. Medikamente helfen kaum. Am Nachmittag räume ich das Auto auf. Hoffentlich geht es ihr bald wieder besser…
26.08.2014 Kapishya Hot Springs – Mutinondo Wilderness Der Kopf ist etwas besser und so können wir heute weiterfahren. Es geht zuerst nach Mpika, wo wir noch etwas einkaufen. Die Auswahl ist nicht allzu groß. Bis wir Wasser und Brot haben, dauert es eine Weile. In Mutinondo Wilderness treffen wir drei Österreicher älteren Semesters. Wir hoffen, dass wir in dem gleichen Alter, auch noch solche Touren mit Auto und Dachzelt unternehmen können. Sie erzählen uns, dass sie keinen Brotbelag mehr haben und so schenken wir ihnen Käse. Im Gegenzug bekommen wir so etwas ähnliches wie Mangold geschenkt, was unser Abendbrot vorzüglich abrundet. Wir treffen später noch den Entwicklungshelfer mit seiner Familie, den wir vor zwei Tagen in Kapishya trafen. Die Welt ist doch manchmal klein. Er findet es hier schöner als in Kapishya, wir auch.
27.08.2014 Mutinondo Wilderness – Fringilla Camp Heute steht uns eine lange Fahrt bevor. Zehn Polizeikontrollen verkürzen sie auch nicht gerade, auch wenn man oft nur Smalltalk mit den Polizisten halten muss.
Der Landrover wird immer lauter und das Fahren wird durch die verringerte Motorleistung und die immer wiederkehrende Motorlampe einfach nur mühsam. Wir trauen uns nicht mehr, LKW´s zu überholen, weil wir Angst haben, es nicht mehr zu schaffen. Die Fahrt erscheint uns endlos. Endlich kommen wir im Fringilla Camp an. Auf dem Campingplatz sind wir die einzigen Gäste, es ist merkwürdig hier. Einige Hütten sind von Einheimischen bezogen, die dann nachts mit dem Auto hin- und herfahren. Irgendwie ist es uns unheimlich. Vögel, die die ganze Nacht ein „klirrendes Bing“ von sich geben, lassen uns nicht in den Schlaf kommen.
28.08.2014 Fringilla Camp – Lusaka, Eight Reedbuck Hotel Wir sind morgens fix und fertig. Nun geht es endlich in die Werkstatt. Zwischendurch müssen wir anhalten, weil wieder der Alarm für Wasser angezeigt wird. Also müssen wir noch zwischendurch Kühlwasser nachfüllen.
Um 9:00 Uhr sind wir in der Werkstatt. Der dritte Injektor und der Luftmassenmesser aus Südafrika sind angekommen. Acht Leute und zeitweise der Chef stehen um das Auto herum. Einer arbeitet und alle anderen schauen zu. Der alte dritte Injektor wird aus-, der neue eingebaut. Aber es funktioniert nicht. Dann werden die Injektoren getauscht, z.T. mit unbeholfenen Mitteln. Aber das Problem besteht weiterhin. Wir stehen fast die ganze Zeit in der prallen Sonne und haben keine Sitzmöglichkeit (Hr. S. sagte vorher zu uns, dass wir das Auto bei der Reparatur nicht aus den Augen lassen sollen). Bei Nachfrage nach der Mittagspause, wie lange es noch dauern könnte, teilt uns der Chef mit – ein bis zwei Stunden. Am Nachmittag wird nebenher noch mit dem Ölwechsel begonnen, das Altöl wird einfach abgelassen und nicht aufgefangen ... Der Ölfilter wird mit einer großen Eisenstange herausgeschlagen. Wir können es fast nicht mit ansehen. Die Injektor-Tauscherei geht weiter munter vor sich hin. (Zu Hause in Deutschland haben wir uns informiert, dass ein bloßer Austausch der Injektoren ohne Codierung derselben nicht funktioniert). Der ganze Motorraum ist ölverschmiert. Wir merken, die Zeit läuft uns davon und das Auto wird wohl heute nicht mehr fertig. An diesem Tage telefonieren wir -zigfach mit Hr. S., unser Guthaben schwindet und so können wir bloß noch über Internet kommunizieren. Unsere Nerven liegen blank, die Kopfschmerzen sind wieder da. So langsam dämmert uns, der Urlaub ist hier wohl vorbei. Hr. S. teilt uns daraufhin mit, dass sie über einen Ersatzwagen nachdenken. In vier Tagen könnte der Ersatzwagen in Kasane … sein. Wir fangen an, alle unsere Sachen zu packen. Die Mechaniker bekommen das mit und es herrscht eine verhaltene Stimmung. Plötzlich kommt aus dem Auspuff grauer Qualm, er stottert zwei-, dreimal und stirbt dann ab. Wir denken nur noch: „Jetzt haben sie das Auto kaputtrepariert.“ Er lässt sich nicht mehr starten. Schließlich soll der Landrover angeschleppt werden, aber es funktioniert nicht.
Hr. S. will uns auf den Eureka Campingplatz abschleppen lassen. Wie soll das bitte funktionieren? Wir müssen erstmal einkaufen. Sollen wir den morgigen Tag wieder in einer Werkstatt verbringen? Außerdem ist am Wochenende Party in der Stadt. Nein, wir gehen jetzt in ein Hotel. Im Reiseführer werden wir fündig. Acht Stunden Werkstatt liegen hinter uns. Im Augenblick ist uns danach, einfach alles abzubrechen und nach Hause zu fliegen. Das wir solche Probleme mit dem Auto haben, hätten wir nicht gedacht. Aber erstmal geht es ins Hotel, wir werden von einem Mechaniker gefahren und sind froh, das dort ein Zimmer frei ist. Verstaubt, durchgeschwitzt und mit den Nerven am Ende kommen wir hier an. Wir bestellen uns das Abendbrot aufs Zimmer, weil wir uns nicht mehr gesellschaftsfähig fühlen. Später telefonieren wir noch mit Hr. S., der uns zusagt, dass die Hotelnacht vom Vermieter bezahlt wird ...
29.08.2014 Lusaka, Eight Reedbuck Hotel Wir haben einigermaßen die Nacht geschlafen. Es steht nun die große Frage im Raum, ob das Auto heute repariert wird und ob wir aus dem Hotel auschecken können oder nicht. Wir können mit unserem Gepäck nicht den ganzen Tag auf der Straße stehen und warten. Und einen weiteren Tag wollen wir auch nicht in der Werkstatt verbringen. Einen Werkstatturlaub hatten wir nicht gebucht. Bei einigen Telefonaten mit Hr. S. wird uns mitgeteilt, dass die gestrige Werkstatt das Problem immer noch nicht beheben konnte und jetzt die Landrover-Werkstatt zu Rate gezogen werden soll. Das ist nun die achte Werkstatt auf unserer Reise. Zum Glück gibt es noch für die kommende Nacht ein freies Zimmer. Wir glauben, dass die Werkstätten hier das eigentliche Problem nicht lösen können. Wenn schon in Südafrika es nicht möglich ist, diesen Fehler zu reparieren, wie soll das dann in Sambia gehen. Wir wollen einen Ersatzwagen. Auch wenn das Hotel schön ist, fühlen wir uns wie eingesperrt. Geht unser Urlaub / unsere Reise irgendwann weiter? Oder ist es doch besser, wenn wir uns in den nächsten Flieger nach Deutschland setzen? Am Nachmittag hören wir dann von Hr. S., dass das Auto von der Landrover-Werkstatt repariert wurde und der Ersatzwagen bereitsteht (was sich jedoch wenige Tage danach als Irrtum herausstellen sollte). Die Frage, was denn repariert wurde, kann er jedoch nicht beantworten. Nun wird uns von Hr. S. zum Vorwurf gemacht, dass wir mit dem kaputten Auto in den Norden Sambias gefahren sind (der Vorschlag, in den South Luangwa Nationalpark zu fahren, kam jedoch vom ihm selber, und Mr. R. Empfahl uns Flatdog´s als eine gute Übernachtungsmöglichkeit). Dann werden widersprüchliche Behauptungen uns gegenüber aufgestellt. Wir hätten doch zwischendurch gar keine Probleme gehabt. Das Wort wird uns im Mund umgedreht. Wir werden langsam ungehalten über diese ganze verfahrene Situation. Schließlich verbleiben wir mit Hr. S., dass wir mit dem „reparierten“ Landrover weiterfahren, aber bei erneut auftretenden Problemen sollen wir einen Ersatzwagen erhalten. Er ist damit einverstanden. Das Problem mit der Motorleuchte kommt vom schmutzigen Diesel, den wir getankt haben sollen. Um die Einspritzdüsen im Verbrennungsraum des Motors sauber zu halten, legt er uns nahe „Two Stroke Oil“ zu kaufen und bei jedem Tanken mit in den Tank zu füllen. Uns stellt sich die Frage, ob in Südafrika auch schmutziger Diesel schon bei der Übergabe im Tank war (bekanntes Motorleuchtenproblem bei der Übergabe in JNB). Wahrscheinlich sucht man einen Schuldigen. Vor vier Wochen haben wir gemerkt, dass die Kaution von der Kreditkarte abgebucht wurde. Uns wird seitdem wiederholt von Hr. S. versichert, dass das Geld schon zurücküberwiesen wurde. Aber kein Geld ist verbucht worden. Wir bekommen langsam Zweifel, ob wir es je wiedersehen werden. Unser Landrover wird uns am späten Nachmittag zum Hotel gebracht. Der Mechaniker bittet uns, ihn wieder in die Werkstatt zurückzufahren. Das Auto hört sich immer noch laut an, aber der Chef meint, dass das so in Ordnung ist. Er entschuldigt sich für den gestrigen Tag. Endlich sind wir gegen 17:30 Uhr im Hotel. Beim Abendessen warten wir lange, lange auf die Rechnung. Der Kellner kommt dreimal, bis dann endlich alles erledigt ist. Wir hoffen, dass die zweite Nacht im Hotel auch vom Vermieter erstattet wird.
30.08.2014 Lusaka, Eight Reedbuck Hotel – Kiambi Campsite (Nähe Lower Zambesi NP) Heute morgen geht es ans Verstauen unseres Gepäckes. Wir merken immer wieder, dass feste Unterkünfte schnell unsere Ordnung im Auto (jedes Ding hat seinen Platz) durcheinanderbringen. Wir freuen uns, dass wir unseren Landrover zurückhaben, er gehört irgendwie zu uns. Nie zuvor hatten wir bei unseren Urlaubsreisen so eine „Beziehung“ zum Auto aufgebaut, aber es ist kein Urlaub, sondern eine lange Reise. Bei der morgendlichen Überprüfung entdecken wir, dass die Arretierung der Motorhaubenstange defekt ist (das ist wohl in einer der beiden Werkstätten in Lusaka passiert) und das Kühlsystem ist weiterhin undicht und tropft (trotz Reparatur?!). Wir informieren darüber telefonisch Hr. S. ... Nun ist erst mal wieder ein Großeinkauf dran. Alles dauert natürlich länger und wir bemerken gar nicht, das wir auf einem Taxistand stehen. Vom Parkplatzwächter werden wir ziemlich unwirsch darauf hingewiesen. Meine Ehefrau versucht mit ein bißchen Smalltalk und einer Entschuldigung das Ganze zu entschärfen und danach dürfen wir dort stehenbleiben.
Endlich geht unsere Reise weiter. Wir wollen zum Lower Zambesi Nationalpark fahren.
Statt einer Fähre geht es über eine beginnende Asphaltstraße mit neuer Brücke (sogar mit Straßenlampen). Kurz nach der Brücke endet die Asphaltstraße. Auf der Zufahrtstrecke zum Lower Zambesi Nationalpark kommt unsere „Freundin“ wieder, die Motorlampe. Wir denken, wir sind im falschen Film. Unser reger telefonischer Kontakt zu Hr. S. scheint in diesem Urlaub weiterzugehen.
Der Kiambi Campsite sieht sehr ordentlich aus, aber da alles sehr voll ist, erscheinen uns die Stellflächen klein. Durch feuchtes Holz kommt unser Feuer nicht so recht in Schwung und so müssen wir lange auf unser Abendessen aus dem Potje warten. Ganz in der Nähe grast ein Flußpferd. Ein Wächter will es vertreiben und spricht mit ihm und siehe da, es geht von dannen. Welche Sprache sprechen die beide miteinander? Wir sind sehr erstaunt. Es ist Samstag und weit bis nach Mitternacht hören wir Musik vom benachbarten Dorf.
Viele Grüße
Der Reisende
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Die Welt ist ein Buch.
Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus
Meine Reiseberichte
was für tolle Erlebnisse und wunderbare Bilder, vielen Dank dafür. Ich habe aber mal eine Frage, wieso hast Du bei dem "Ärger " mit dem Mietwagen nicht beim Vermieter angerufen ? 😉
Außerdem hätte ich die Dinge, sowie das Hotel, mir vorher was schriftliches geben lassen, leider ist das immer sonst einen "Schuss" nach hinten, meistens für uns Touris. 🙁
Liebe Grüße Cécile 🙂
"I never knew of a morning in africa when I woke up and was not happy". Ernest Hemingway
Reisebericht:2010 "Nach 4 Anläufen als Selbstfahrer in Namibia"
http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/140297-nach-4-anlaeufen-als-selbstfahrer-in-namibia.html
Reisebericht 2011 Eine neue Erfahrung....
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/187663- eine-neue-erfahrung.html
2007 ,2008 ,2009 2mal ,2010,2011 Namibia Botswana.
2011 Shanghai, 2012 Florida Virgin islands Karibik.
2012 Namibia und KTP
2013 Das erste Mal Südafrika Kruger NP
2014 Kapstadt und Kruger NP
2015 Kruger National Park
2016 kruger National Park
2017 Kruger National Park
2 KLICKS auf die "SONNE" und man liest den Reisebericht OHNE Kommentare !!!!!
Daxiang5'050 Beiträge · seit 201408. März 2015 · #75
Hallo Reisender,
vielen Dank, dass du uns mit auf deine Reise nimmst und uns mit tollen Fotos verwöhnst!
Ich tippe auf einen African Harrier-Hawk (Höhlenweihe)
helliulli142 Beiträge · seit 201108. März 2015 · #76
eure probleme mit dem landy sind ja immens. man glaubt es kaum. bin sprachlos - kopfschütteln. kein ruhmesblatt für den vermieter, und auch nicht für den vermittler.
umso mehr kann ich deinen sachlich nüchternen schreibstil nur bewundern! jedem anderen wäre hier wohl schon mal ein deftiger ausdruck ausgekommen.
danke für deinen spannenden bericht. freu mich auf die nächsten folgen. lbg ulli
Jambotessy2'610 Beiträge · seit 200708. März 2015 · #77
Hallo Reisender,
mir bleibt beim Lesen schon die Spucke weg, es stockt mir der Atem! Meine Güte, was hattet ihr denn für ein Pech mit dem Auto 🤩 . Es ist ja eine Unverschämtheit, was Vermittler und Vermieter da mit euch veranstaltet haben.! Wie schaffst du es nur, dabei so ruhig zu berichten!? Ich säße wahrscheinlich schon länger in ZA im Gefängnis, weil ich beide "gemeuchelt" hätte 😉 .
Dein Bericht ist klasse, die Bilder super! Trotz des ganzen Ärgers mit dem Auto fahre ich immer noch gerne mit auf eurer Tour !
Grüße Jambotessy
Nur im Vorwärtsgehen gelangt man ans Ende der Reise.
(Sprichwort der Ovambo)
1x Togo + Benin (mit TUI), 1x Ruanda + Zaire ( mit Explorer Reisen), 3x Kenia (in Eigenregie mit dem Bodenzelt), 23 x südl. Afrika (in Eigenregie Namibia, Botswana, Zimbabwe, Sambia, Südafrika/ 17x mit dem Dachzelt und 6x ohne Dachzelt)
tiggi1'558 Beiträge · seit 201108. März 2015 · #78
Hallo Reisender, bin immer noch ganz begeistert von euren Erlebnissen. 😉 Die Durchquerung vom South Luangwa in den North Luangwa und bis Mutinondo ist klasse, wow !!! Da bräuchte ich bestimmt noch nähere Infos zur Beschaffenheit der Pads, denn die Tour würde ich auch zu gerne noch einmal fahren. 🤩 Ich bewundere eure Schnelligkeit beim Reisen, zwölf Wochen Urlaub und dann bleibt ihr immer nur 1 oder 2 Nächte? In meinem letzten Kommentar war ich etwas schnell und habe den Abstecher in den Nordosten Sambias völlig ausgeklammert. Aber nun seid ihr ja endlich im Lower Sambesi NP angekommen. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, mit weiterhin tollen Bildern... 😄
Der ReisendeThemenstarter152 Beiträge · seit 201309. März 2015 · #79
@ engelstrompete
engelstrompete schrieb: ... Ich habe aber mal eine Frage, wieso hast Du bei dem "Ärger " mit dem Mietwagen nicht beim Vermieter angerufen ? 😉
Außerdem hätte ich die Dinge, sowie das Hotel, mir vorher was schriftliches geben lassen, leider ist das immer sonst einen "Schuss" nach hinten, meistens für uns Touris. 🙁
Liebe Grüße Cécile 🙂
Irgendwann in Botswana hat der Vermieter einmal zu uns gesagt: „Please talk to … (Hr.S.)“. Außerdem haben wir eine Liste mit Ansprechpartnern bei der Fahrzeugübernahme in JNB bekommen und da steht Hr. S. auch als Ansprechpartner mit drauf... Warum sollten wir Ihn dann nicht anrufen?
In Deutschland kann man solche Dinge sich geben lassen, in Afrika ist es eben etwas anders ...
@ Daxiang
Vielen Dank für den Hinweis.
@ helliulli
helliulli schrieb:eure probleme mit dem landy sind ja immens. man glaubt es kaum. bin sprachlos - kopfschütteln. kein ruhmesblatt für den vermieter, und auch nicht für den vermittler.
umso mehr kann ich deinen sachlich nüchternen schreibstil nur bewundern! jedem anderen wäre hier wohl schon mal ein deftiger ausdruck ausgekommen.
danke für deinen spannenden bericht. freu mich auf die nächsten folgen. lbg ulli
Vor Ort war der Ausschlag des Gefühlsbarometers schon um einiges anders als im Reisebericht zu lesen ist … Das Abenteuer geht weiter
@ Jambotessy
Jambotessy schrieb:Hallo Reisender,
mir bleibt beim Lesen schon die Spucke weg, es stockt mir der Atem! Meine Güte, was hattet ihr denn für ein Pech mit dem Auto 🤩 . Es ist ja eine Unverschämtheit, was Vermittler und Vermieter da mit euch veranstaltet haben.! Wie schaffst du es nur, dabei so ruhig zu berichten!? Ich säße wahrscheinlich schon länger in ZA im Gefängnis, weil ich beide "gemeuchelt" hätte 😉 .
Dein Bericht ist klasse, die Bilder super! Trotz des ganzen Ärgers mit dem Auto fahre ich immer noch gerne mit auf eurer Tour !
Grüße Jambotessy
Wenn wir selber den Reisebericht lesen, kommt alles nochmal hoch … und glaube mir, so eine Erfahrung wünsche ich keinem ...
@ tiggi
tiggi schrieb:Hallo Reisender, bin immer noch ganz begeistert von euren Erlebnissen. 😉 Die Durchquerung vom South Luangwa in den North Luangwa und bis Mutinondo ist klasse, wow !!! Da bräuchte ich bestimmt noch nähere Infos zur Beschaffenheit der Pads, denn die Tour würde ich auch zu gerne noch einmal fahren. 🤩 Ich bewundere eure Schnelligkeit beim Reisen, zwölf Wochen Urlaub und dann bleibt ihr immer nur 1 oder 2 Nächte? In meinem letzten Kommentar war ich etwas schnell und habe den Abstecher in den Nordosten Sambias völlig ausgeklammert. Aber nun seid ihr ja endlich im Lower Sambesi NP angekommen. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, mit weiterhin tollen Bildern... 😄
HG Biggi
Wenn Ihr zu den Strecken nähere Infos haben wollt, schreibe mich nochmal an … Durch die Probleme mit dem Auto war unsere Streckenplanung über den „Haufen“ geworfen, somit mussten wir das eine oder andere weg lassen.
Viele Grüße
Der Reisende
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Wer nie reist,
sieht nur eine Seite davon.
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Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200609. März 2015 · #80
Hallo,
wir fahren auch weiter gerne mit. Besonders eure letzten Etappen durch Sambia haben bei uns sehr viele Erinnerungen hervorgeholt.
Schade, dass ihr den Kafue nicht besuchen konntet. Eindrücke von dort hätten uns interessiert, denn da waren wir auch noch nicht.
Der ganze Ärger mit den Wagen ist wirklich blöd. Dass man in 12 Wochen mal eine Panne hat, ist ja nicht schlimm. Aber diese ständigen Probleme, durch die ihr so viel Zeit verloren habt, nerven.
Besonderen Dank für eure vielen Bilder, die ihr entlang der Straßen gemacht habt. Gerade das bunte, quirlige Durcheinander und die spannenden Verkaufsstände gefallen uns auch.
Wir hatten vor vier Jahren eine ähnliche Route. Über Lusaka sind wir die Great North über Mutinondo Wilderness bis Kapishia Hot Springs gefahren, anschließend durch den North zum South Luangwa und mit einem Abstecher in den Lower Sambesi wieder zurück nach Namibia.
Schade, dass ihr den North Luangwa nur durchquert habt.
Wir sind gespannt, wie es weiter geht. Müsste schon Halbzeit sein, oder?